Der Cumberland- and Oxford-Kanal verband die größten Seen im Süden des US-Bundesstaates Maine mit dem Seehafen von Portland und wurde 1830 eröffnet. Der Kanal folgte dem Presumpscot River vom Sebago Lake durch die Städte Standish, Windham, Gorham und Westbrook. In Westbrook bog der Kanal vom Fluss ab, um die schiffbare Mündung des Fore River und den Hafen von Portland zu erreichen. Der Zweck dieses Wasserbauwerkes war es, die Küstenregion des Cumberland County mit dem Hinterland im Oxford County zu verknüpfen und dieses wirtschaftlich zu erschließen – daher der Name, auch wenn sich die Kanalinfrastruktur selbst nur im Cumberland County befand.

Beschreibung Der Kanal benötigte 27 Schleusen, um den Sebago-See auf einer Höhe von 81 m über dem Meeresspiegel zu erreichen. Eine weitere Schleuse wurde am Songo River errichtet, um einen zusätzlichen Höhenunterschied von 1,5 m zu überwinden, damit man vom Sebago-See aus den Long Lake erreichen konnte. Die schiffbare Strecke betrug etwa 61 km von Portland bis Harrison am nördlichen Ende des Long Lake. Der Kanal war 30 Fuß (9,1 m) breit, mit einem 10 Fuß (3,0 m) breiten und 3,5 Fuß (1,1 m) tiefen Fahrwasser. Die Schleusen waren 10 Fuß (3,0 m) breit und 80 Fuß (24 m) lang und bestanden aus Granitmauerwerk mit hölzernen Toren.

Die Frachtkähne waren ca. 18 m lang, knapp 3 m breit und verfügten über eine nominelle Kapazität von 30 Tonnen. Sie hatten zwei klappbare Masten und zwei Klappschwerter, d. h. neben der Möglichkeit zum Treideln konnte auf den zwei Seen gesegelt werden. Weiterhin hatten sie zur Fortbewegung auf kurzen Flussabschnitten auch Staken an Bord. Für eine komplette Wegstrecke brauchten sie durchschnittlich drei Tage, wobei im Kanal eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 4 mph galt. In Spitzenzeiten waren knapp 150 Kanalboote im Einsatz.

Entwicklung Erste Ideen für den Kanal kamen schon in den 1790er Jahren auf, die jedoch an einer praktikablen Finanzierung scheiterten. Ab 1821 begannen die vorbereitenden Planungen, die durch einen Parlamentsbeschluss des Bundesstaats abgesegnet waren sowie der Gründung der Canal Bank, die Fremd- und Eigenkapital beisteuerte. Mit den Erdarbeiten wurde 1828 begonnen; die Baukosten betrugen 206.000 US-Dollar. In der Phase von 1830 bis 1852 nahm die Betriebsamkeit auf dem Kanal zu, auch wenn die Einnahmen von bis zu 16.000 Dollar pro Jahr nicht ausreichten, um neben laufenden Betriebs- und Reparaturkosten den Anteilseignern eine Dividende auszuschütten. Mit der Expansion von Eisenbahnverbindungen ab den 1850er Jahren verlor der Kanal an Bedeutung für den Warentransport. 1857 ging die Betreibergesellschaft in Konkurs und ihre Vermögenswerte wurden für 40.000 Dollar verkauft. Auch die neuen Eigentümer schafften es nicht, profitabel zu wirtschaften.

1872 ging der Kanal außer Betrieb. Die Stauanlagen, welche zur Erhöhung des Wasserstands auf dem Sebago Lake zur Erleichterung der Schiffbarkeit über den Songo River bis zum Long Lake angelegt wurden, wurden weiter genutzt und ausgebaut, da sie den Abfluss des Presumpscot Rivers regelten und für die flussabwärts gelegenen Betriebe mit ihren Wassermühlen essentiell wichtig waren. Die Schleuse am Songo River zwischen Long und Sebago Lake ist bis heute für touristische Zwecke (Freizeitboote) in Betrieb. 1974 wurde der Kanal ins National Register of Historic Places aufgenommen.

Siehe auch Eriekanal (verbindet über den Hudson River die Küstenregion mit dem Hinterland)

Literatur

Artikelserie A matter of historical record (auf Englisch) zum Cumberland and Oxford Canal von Walter Lunt im The Windham Eagle, 2021

Weblinks

Einzelnachweise

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