mini|JR-East-Bahnangestellter mit Ventilator-Jacke der japanischen Marke Burtle Die in Japan erfundene Ventilator-Jacke (, Fan Jaketto) ist ein Kleidungsstück mit integrierten Ventilatoren, das beim Tragen kühlt und so vor großer Hitze im Sommer schützt.

Beschreibung Eine Ventilator-Jacke ist innen mit kleinen Ventilatoren ausgestattet, die den Körper kühlen und den Schweiß schneller verdunsten lassen. Die Luft wird von außen angesaugt und in die Jacke geblasen. Betrieben werden die eingearbeiteten Ventilatoren durch einen Akku. Meistens wird die Jacke aus Nylon oder ähnlichen, leichten Stoffen hergestellt, da sich der künstlich erzeugte Wind in diesem Material besser hält. Neuere Modelle haben Schalter, mit denen sich die Stärke des Luftstroms regulieren lässt und können 4 bis 12 Stunden bis zum nächsten Aufladen angestellt bleiben.

Neben den Jacken wurden nach diesem Prinzip gefertigte Warnwesten, Ventilator-Westen, Kapuzenjacken zur Luftzirkulation im Kopfbereich, Ganzkörperanzüge mit Ventilatoren in den Hosen sowie Ventilatorjacken im Jeans-Stil für die Freizeit entwickelt.

Geschichte Der Sony-Ingenieur Hiroshi Ichigaya erfand die Ventilator-Jacke. Inspiriert wurde er dazu bei einer Asienreise im Jahr 1988, als er darüber nachdachte, dass das große Wachstum der Städte und der verstärkte Einbau von Klimaanlagen dort zu einer globalen Erwärmung führen wird. Mit seiner Ventilator-Jacke konstruierte er ein energieeffizientes, individuelles Kühlsystem als Alternative zu den Klimaanlagen.

Die Jacke besaß einen Akku und kam unter der Marke Kuchofuku () 2004 in Japan auf den Markt. Die Nachfrage stieg an und Ichigaya verbesserte seinen Prototyp im Jahr 2009 noch einmal. 2011 soll sich deren Umsatz während einer Hitzewelle verzehnfacht haben. In Japan sieht man bei hohen Temperaturen immer häufiger Menschen mit derartigen Jacken, beispielsweise bei Gärtnern oder Bauarbeiter, während sie bei großer Hitze draußen arbeiten. Nachdem 2023 die Anzahl der an Hitzeschlag gestorbenen Bauarbeiter merklich angestiegen war, wurden in Japan die gesetzlichen Arbeitsschutzbedingungen auf dem Bau um Maßnahmen zum Hitzeschutz erweitert. Inzwischen sind Ventilator-Jacken in Japan nicht nur Fachleuten bekannt und erzielen einen steigenden Umsatz.

Im Jahr 2015 brachte das Unternehmen Makita, ein Hersteller von Elektrowerkzeugen und Zubehör, erfolgreich eine eigene Ventilator-Jacke auf den Markt. Zwei Jahre später folgte die japanische Firma Kyocera mit einem eigenen Modell. 2025 wurde dieser Jackentyp auf der Messe und Konferenz für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in Düsseldorf vorgestellt.

Ichigayas Kühlungsidee fand 2025 Eingang in die Welt der Mode. Der japanische Modedesigner Kunihiko Morinaga kreierte für die Pariser Fashion Week für das japanische Label Anrealage eine Kollektion namens „Wind“. Seine Nylonkleider blasen sich durch die Luftzufuhr der eingebauten Ventilatoren auf Knopfdruck zu neuen Formen auf.

In Deutschland entwickelte Wilhelm Stork, der als Systemtechniker am Karlsruher Institut für Technologie arbeitete, 2011 ebenfalls eine Weste mit Ventilatoren. Seine Forschung wurde vom Bundesforschungsinstitut finanziell unterstützt. Die etwa 200 Gramm schwere Klimajacke sollte mit ihrem Verbrauch von nur zwei Watt auch zum Energiesparen im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen in Räumen, die zwei Kilowattstunden benötigen, beitragen.

Weblinks Beschreibung der Ventilator-Jacke

Einzelnachweise

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