Silence and Flies: Live at Nigglmühle ist ein Musikalbum von Peter Kowald. Die am 29. Juni 2001 live in der Nigglmühle in Bernbeuren entstandenen Aufnahmen erschienen 2005 auf dem Label Free Elephant.

Hintergrund Nach Peter Kowalds überraschendem Tod im September 2002 übernahmen es Gunda Gottschalk und Dirk Peters auf dem Label Free Elephant, bislang unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Nachlass des Bassisten herauszugeben; erste Veröffentlichung war 2004 das Album Global Village mit Aufnahmen von Kowalds gleichnamigen Trio von 1999 bis 2001. Die dritte Veröffentlichung (nach Deep Music, mit William Parker und Peter Jacquemyn) war der Mitschnitt eines Soloauftritts Kowalds in einem privaten Veranstaltungsort nahe Füssen. Es ist das zweite Soloalbum des Bassisten nach Was da ist von 1995.

Titelliste Peter Kowald: Silence and Flies: Live at Nigglmühle (Free Elephant – 005) Niggl 1 46:26 Niggl 2 22:32

Rezeption Nach Ansicht von Rex Butters, der das Album in All About Jazz rezensierte, habe der 2002 verstorbene, schmerzlich vermisste Virtuose „eine kühne Reise durch die unendlichen Möglichkeiten des Kontrabasses“ unternommen und den Zuhörer mit dem Versprechen immer neuer Überraschungen mitgerissen. Kowalds Herangehensweise an das freie Spiel sprenge jegliche Möglichkeit einer in Kopfbildern gefangenen intellektuellen Theorie und münde in eine besessene, urwüchsige Leidenschaft. Er habe wie besessen geschaffen, mit dem Kontrabass den Raum geformt und sich durch verblüffende Techniken „wie ein Pottwal durch Krill“ bewegt.

„Wie man es von einer einzigen, über 45 Minuten andauernden Improvisation erwarten würde, versucht Kowald, seinen unerschöpflichen Vorrat an künstlerischem Schaffensreichtum auszuschöpfen“, meint Butters. Stattdessen durchstreife er imaginäre Welten, erfinde er unaufhörlich Neues und erzeuge Melodien und Klänge „wie eine außer Kontrolle geratene Bass-Datenbank“. Tief rollende Bindebögen wirbelten aus den tiefsten Tönen empor, bögen und kräuselten sich. Sich wiederholende Muster bildeten sich und verwandelten sich in dunkle, raue Klänge. Fingerbrechende Läufe wichen Knurren und fast schon verbalen Äußerungen. Melodien verflöchten sich mit Akkorden und Bordunen. „Die Hände explodieren in eine Heuschreckenplage aus Noten. Ruhige, nachdenkliche Melodien verraten Stärke, nicht Ruhe. Von tosendem Donner bis hin zu federleichten Obertönen beendet er diese Meisterleistung mit etwas, das wie tibetischer Kehlkopfgesang über Coll’arco klingt.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2005 Kategorie:Livealbum Kategorie:Peter Kowald