mini|August Dorgerloh und das Wappen der Familie Dorgerloh August Dorgerloh (vollständiger Name: Dietrich Rudolf August Wilhelm DorgerlohHeiratsurkunde Nr. 634/1891, Standesamt Berlin III, beurkundet 29.07.1891., * 14. April 1819 in Eisleben; † 30. Mai 1902 in BerlinSterbeurkunde Nr. 589/1902, Standesamt Berlin III, Nebenregister, beurkundet 31.05.1902.) war ein deutscher Jurist, Rittergutsbesitzer, Kunstsammler und Verfasser des Menzel-Werkverzeichnisses.
Leben August Dorgerloh war Sohn des durch Tabakhandel zu Reichtum gekommenen Kaufmanns Johann Dietrich Dorgerloh und seiner Frau Friederike Sophie Dorgerloh geb. Sänger. Von seinen Eltern übernahm August Dorgerloh das Rittergut Gablauken im Kreis Mohrungen in Ostpreußen, sein Bruder das Gut Kerpen. August verkaufte sein Gut 1880 an Karl Graf Finck von Finckenstein-Jäskendorf (1824–1905) und übernahm später das Rittergut Commusin von seinem Neffen Edwin Dorgerloh. Seit 1885 hatte er auch einen Wohnsitz in Berlin, in den Adressbüchern der Stadt ist er bis 1894 als Rittergutsbesitzer von Commusin verzeichnet, danach nur noch als Premierleutnant a. D.; das Rittergut Commusin gehörte 1893 dem Fiskus. 1891 heiratete der 72-jährige Rentier August Dorgerloh in Berlin die 44-jährige Wirthschafterin Wilhelmine Augustine Janzen. Die beiden hatten bereits einen gemeinsamen Sohn, der 1884 geboren war. Wilhelmine starb 1898; August Dorgerloh überlebte sie um vier Jahre und starb 1902 als Witwer.
Werk/Wirken
Dorgerloh sammelte Kunstwerke, speziell Kupferstiche von Daniel Chodowiecki und Adolf von Menzel. Etwa 70.000 Stücke aus seiner Sammlung vermachte er 1885 der Kunstakademie Königsberg. Dorgerloh sammelte jedoch weiter intensiv Druckgrafiken und Zeichnungen. 1886 gründete er die „Dorgerloh’sche Stiftung“, um seine Sammlungen zu verwalten. Diese überstand nicht nur den Ersten Weltkrieg, sondern war mindestens bis 1933 aktiv. Der Verbleib der Sammlung in Königsberg nach 1945 ist nicht bekannt, einige Werke aus der Sammlung Dorgerloh tauchten jedoch später im Handel auf. beschreibt verschiedene Stempel und Markierungen, die August Dorgerloh auf seinen Sammlungsstücken vermerkte, als Quelle weiterer Informationen wird dort ein Manuskript von Gero Seelig, „Studie zur Dorgerloh-Sammlung“ von 1996 aufgeführt.
Für das Jahr 1886 wird ferner berichtet, dass ein Teil der ehemaligen Dorgerloh'schen Kupferstichsammlung an das Berliner Kupferstichkabinett überwiesen wurde (vermutlich aus Königsberg): »ein an Abdrucksgattungen reiches Werk von Daniel Chodowiecki, Werke von Joh. Fried. Bause (80 Blatt), von J. H. Meil (57 Blatt); ferner sogenannte Dilettantenarbeiten, d. h. Radierungen, Holzschnitte, Lithographien etc. von nicht professionsmäßigen Künstlern des XVIII und XIX Jahrhunderts (4006 Blatt) und 2725 Blatt Künstlerbildnisse. Hierdurch erfuhren die betreffenden Gruppen des Kabinets eine sehr ausgiebige und erfreuliche Vervollständigung.«
Posthum wurde seine Chodowiecki-Sammlung von C. G. Boerner, Leipzig, am 21. und 22. Oktober 1902 versteigert, seine Menzel-Sammlung bei Amsler & Ruthardt, Berlin, vom 22. bis 24. April 1909.
Weil Dorgerloh auch verschiedene Zustände von Lithographien sammelte, welche von den Künstlern manchmal mit Bemerkungen versehen waren, konnte die Entwicklung einzelner Graphiken nachverfolgt werden.
Eine Zuordnung von Sammlungsstücken zu August Dorgerloh lässt sich häufig nur aus der Provenienz erschließen: Er hat selten – wenn überhaupt – sein Eigentum mit vollem Namen gekennzeichnet; auch seine Schriften führen lediglich „A. Dorgerloh“ als Autor.
Werke/Schriften
Weblinks
Einzelnachweise
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