mini|Wappen derer von Malortie Malortie ist der Name eines der ältesten Adelsgeschlechter der Normandie.
Geschichte Die Familie erscheint urkundlich zuerst 1132 und besaß bedeutenden Grundbesitz. Im Laufe der Zeit besaß sie die Güter: Marquisat de Villars et de Boudeville, die Comtés de Conches, de Hombourg, de Roys, die Seigneuries de la Motte, Campigny, Breuil, Bouquelon, de St Quen. Viele Mitglieder der Familie erhielten auch die betreffenden Titel.
Einer der wichtigsten Mitglieder dieses Geschlechts war Robert de Malortie, Chevalier des Ordres du Roi Conseiller et Chambellan du Roi. König Ludwig XI. von Frankreich verlieh ihm am 28. Oktober 1463 für seine militärischen Verdienste die Comté de Conches et de Breteuil, die Baronie de la Tour du Pin in der Dauphiné und die Seigneurie de Quirienne. Er starb kinderlos am 20. Mai 1472. So gingen die Güter auf Robert Benel de Malortie, den Sohn seines älteren Bruders Richard Cardot de Malortie († 1482) über. Dieser wurde der Stammvater von 2 Linien. Die ältere katholische (Manneville) existierte noch im 19. Jahrhundert in Frankreich in wenigen weiblichen Mitgliedern. Der letzte männliche Vertreter dieser Linie war Charles Henri de Malortie (1837–1880).
Die jüngere Linie (Bouteville) trat später zum Protestantismus über, wanderte Ende des 17. Jahrhunderts aus Frankreich aus und traten mehrere ihrer Mitglieder in fürstlich lüneburgische später braunschweig-lüneburgische Kriegsdienste. Ein Zweig dieser jüngeren Linie kehrte jedoch zum Katholizismus und nach Frankreich zurück und erwarb das Marquisat de Villars. Dieser Zweig erlosch mit dem französischen Maréchal de camp Jean François de Malortie, Marquis de Villars et de Boudeville († 1747). Das Marquisat Villars ging durch die Schwester des Ersteren Maria Anna an die Familie ihres Schwiegersohns Philipp Karl Grafen von Hunolstein.Historische Nachrichten der Familie von Malortie von 1132–1872, S. 56 Aus dem nach Hannover eingewanderten Zweig ist Generalmajor Jacques de Malortie (1648–1684), ein Bruder des Charles de Malortie, Baron de Bimont, hervorzuheben. Zahlreiche Mitglieder der Familie Malortie dienten dann in braunschweig-lüneburgischen Diensten. Auch nach den Napoleonischen Kriegen findet man den Namen in den Listen des Königreichs Hannover, anschließend auch in preußischen Diensten.
Wappen Blasonierung: In Blau zwei goldene Sparren, begleitet von drei (2:1) silbernen Lanzenspitzen. Auf dem Helm mit rechts blau-goldenen und links blau-silbernen Helmdecken ein silberner Windhundrumpf mit goldenem (rotem?) Halsband. Als Schildhalter zwei silberne Windhunde mit goldenen (roten?) Halsbändern. Wahlspruch: Plus ultra („Noch weiter hinaus“).Hildebrandt (1870), S. 12.
Darstellungen in Siebmachers Wappenbüchern
Angehörige Charles Stanislas de Malortie de Martemont, französisch-britischer Militär und Übersetzer Ernst von Malortie (1804–1887), deutscher Jurist, Oberhofmarschall und leitender Minister des Königreichs Hannover Ferdinand von Malortie (1771–1847), hannoverischer Generalforstdirektor im Rang eines Generalleutnants und Staatsrat Gabriel de Malortie (1660–1736), Amtsvogt in Winsen an der Aller und Oberhofmeister in Ahlden Hermann von Malortie (1807–1866), hannoverischer Theaterdirektor Jaques von Malortie (1648–1684), fürstlich-lüneburgischer Generalmajor und zuletzt Kommandant von Harburg. Karl von Malortie (1734–1798), hannoverischer Generalleutnant; Oberhauptmann von Bremen; Gouverneur der Herzöge von Cumberland und Cambridge Theodor von Malortie (1844–1930), sächsischer Generalmajor und Oberhofmeister der Königin-Witwe Carola von Sachsen
Literatur Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adelsgeschlechter, Band 9, S. 302 f. (Google Bücher). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 3, S. 8 (Google Bücher). Friedrich Wilhelm Boldewin Ferdinand von dem Knesebeck: Historisches Taschenbuch des Adels im Königreich Hannover, S. 199 ff. ( Google Bücher) und S. 439 f. (Google Bücher). Edouard de Magny: Nobiliaire de Normandie, Band 2, S. 675 ff. (Google Bücher). Karl Otto Unico Ernst von Malortie: Historische Nachrichten der Familie von Malortie von 1132–1872 (). Ernst von Malortie: Nachtrag zu den historischen Nachrichten der Familie von Malortie 1872–1886, Band 2 (). Adolf Matthias Hildebrandt (Bearb.): J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Band 2, Abth. 9. Der hannöverische Adel, Nürnberg 1870, S. 12 (hhu.de) und Tafel 13 (hhu.de). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 6, Leipzig 1865, S. 94 (hhu.de). Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser. Teil B, 1922, S. 575 ff. (Internet Archive).
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Französisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1132