Nicolaas Beets (geboren am 10. April 1878 in Batavia; gestorben am 21. April 1963 in Amsterdam) war ein niederländischer Kunsthändler, Kunsthistoriker und Sammler.

Leben Beets war ein Sohn und das einzige Kind des Dirk Beets (17. Dezember 1842 – 22. Juni 1916), eines Beamten der Ostindien-Kompanie, und dessen Frau Clara Johanna (geborene van de Poll; 21. März 1853 – 23. August 1931). Er war ein Enkel des Theologen und Dichters Nicolaas Beets (13. September 1814 – 13. März 1903) und der Aleide (geborene van Foreest; 20. Mai 1818 – 8. Mai 1856). Seine Eltern nannten ihn nach dem Großvater, dem er in späteren Jahren auch von den Gesichtszügen her ähnelte, Nicolaas Beets (Junior).

Bis zu seinem achten Lebensjahr wuchs er, umgeben von javanischen Bediensteten, im Haus seiner Eltern auf, die ihn jedoch zur Ausbildung in die Niederlande schickten, wo er seine Jugend in Sparrendaal bei Driebergen in der Obhut seiner Tante mütterlicherseits Louisa Jacoba Celia Van Vollenhoven (geborene Van de Poll; 1858–1928; Witwe des Bierbrauers Maurits van Vollenhoven; 1860–1885), verbrachte. Hier wurde er gemeinsam mit deren einzigem Sohn Maurits Willem Raedinck van Vollenhoven (1882–1976) erzogen, der später Jurist wurde und eine diplomatische Karriere einschlug.

Beets besuchte das städtische Gymnasium in Utrecht und wohnte in dieser Zeit in einem Haus in der Boothstraat im Haus des Großvaters bei einer weiteren Tante, dessen Tochter Ada Geertruide Beets (12. April 1871 – 4. Januar 1955). Anschließend begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Utrecht, das er 1904 mit seiner Promotion abschloss. Nebenbei beteiligte er sich auch als Darsteller in Theateraufführungen und hatte keine Ambitionen sich einer juristischen Laufbahn zu widmen.Iohan Quirijn van Regteren Altena: Beets, Nicolaas. In: Jaarboek van de Maatschappij der Nederlandse Letterkunde. 1965, S. 40–48 (niederländisch, dbnl.org – mit Foto).

Wirken als Kunsthistoriker 1904 trat Beets in das von Ernst Wilhelm Moes geleitete Nationale Kupferstichkabinett ein, wo er 1907 eine Anstellung als dessen Assistent erhielt. Dort begann er damit in französischer Sprache ein Buch über Lucas van Leyden zu schreiben. 1913 wurde Beets stellvertretender Direktor des Nationalen Kupferstichkabinetts und pflegte Kontakte zu zahlreichen ausländischen Kollegen. Für eine Ausstellung über die Leidener Maler und die altniederländischer Kunst in Utrecht im Jahr 1913 arbeitete er eng mit Adriaan Pit und Willem Vogelsang zusammen und widmete er sich anschließend insbesondere der frühen niederländischen Kunst. Neben Lucas van Leyden beschäftigte er intensiv sich mit Cornelis Engelbrechtsen und dessen Söhnen Pieter und Lucas, mit Cornelis Anthonisz., Jacob Cornelisz. van Oostsanen, Jan Swart van Groningen und Rijckaert Aertsz. (1482–1577) und deren Werken. Ausgehend von Zeichnungen fand er Verbindungen zu kleinen Glasfenstern und wurde auf den aus Antwerpen stammenden Dirck Jacobsz. Vellert (1480–1547) aufmerksam, der als Designer, Glaskünstler, Maler und Ornamentkünstler unter anderem die Verglasung der Kapelle des King’s College in Cambridge ausgeführt hatte. Über ihn und sein Gesamtwerk veröffentlichte Beets mehrere Artikel.

Bei einem Besuch in Sankt Petersburg konnte er erste Erkenntnisse zu einer Zeichnung Albrecht Dürers erlangen, die er später vertiefte.

1914 kamen durch den Ersten Weltkrieg zahlreiche belgische Künstler in die Niederlande für deren Aufnahme sich Beets einsetzte, was ihm unter anderem die Freundschaft mit Rik Wouters und dessen Frau einbrachte, die sich dadurch in Amsterdam niederlassen durften. Wouters starb jedoch bald darauf, nachdem er 1915 noch zwei Porträts von Dia Beets (Bronze und Terrakotta) angefertigt hatte. 1919 ließ Beets als Erster in den Niederlanden eine radiologische Untersuchung eines alten Gemälde vornehmen, auf dem eine überdimensionierte Stifterin dargestellt war. Dabei wurde unter einer Übermalung ein männlicher Stifter entdeckt.

Wirken als Kunsthändler 1920 wandte Beets sich dem Kunsthandel zu und gründete 1946 mit S. J. Fontein die Firma „Beets en Fontein“. Durch den Handel bekam er einen Zugang zu einer Fülle hochwertiger Kunstwerke und er reiste regelmäßig nach Paris und London, oder erwarb Werke in Madrid, Florenz und Prag. Er pflegte Kontakte zu Museen und privaten Sammlern wie Daniël George van Beuningen, Hendrikus Egbertus ten Cate, Henry Deterding, Franz Koenigs und Anton Philips, so dass es ihm gelang zahlreiche Meisterwerke für sein Land zu erwerben oder sie vor der Beschlagnahme im Krieg zu bewahren. Beets war am Handel mit Pieter Bruegels Turmbau zu Babel, Francesco Guardis Canal Grande, Jan Steens Austernesser, Gerard ter Borchs Briefschreiberin und anderen Kunstwerken beteiligt. Zudem verfasste er weiterhin Artikel und Beiträge so unter anderem ein Kapitel über die frühe niederländische Malerei für die Kunstgeschiedenis der Nederlanden, die von seinem Neffen Hendrik Enno van Gelder (1876–1960) herausgegeben wurde. Er hatte in unterschiedlichen Zeitschriften Artikel über Künstler veröffentlicht.

Ehrungen und Mitgliedschaften 1915–1921: Sekretär des Kuratoriums der Universität 1915–1927: Sekretär des Vorstands der Königlichen Antiquarischen Gesellschaft (, später zum Ehrenmitglied ernannt) 1928–1935: Mitglied des Vorstands der Vereinigung der Händler alter Kunst (, zeitweise auch stellvertretender Vorsitzender)

Familie Beets war seit dem 13. Oktober 1904 mit Gerardina Maria (geborene van Regteren Altena; 27. März 1873) verheiratet, einer Tochter das Johan Quirijn van Regteren Altena und dessen Frau Gerardina Maria (geborene Jonker), mit der er zwei Kinder hatte. Zu ihren Geschwistern gehörten Martinus van Regteren Altena, Marie van Regteren Altena und Johanna Quirina van Regteren Altena. Dirk Beets (20. Mai 1909 – 3. Juni 1943) Gerardina Maria, genannt Dia, Beets (3. September 1910 – 1996) wurde Sozialarbeiterin

Schriften (Auswahl) Dirck Jacobsz Vellert, schilder van Antwerpen. In: Onze Kunst. Mehrere Fortsetzungen; Dirick Jacobsz. Vellert Schilder van Antwerpen I. 5. Jahrgang, 1906, S. 137–153 (dbnl.org). Dirick Jacobsz. Vellert Schilder van Antwerpen II Houtsneden. 6. Jahrgang, 1907, S. 109–122 (dbnl.org). Dirick Jacobsz. Vellert Schilder van Antwerpen III. 7. Jahrgang, 1908, S. 165–188 (dbnl.org). Dirick Jacobsz. Vellert. Schilder van Antwerpen. IV Teekeningen na 1520. 11. Jahrgang, 1912, S. 133–152 (). Dirick Jacobsz. Vellert Schilder van Antwerpen V. 20.–21. Jahrgang, 1922, S. 85–114 (dbnl.org). Lucas van Leyden ornamentist. In: Bulletin van den Nederlandschen Oudheidkundigen Bond. 8. Jahrgang, Heft 2, 1907 doi:10.11588/diglit.17414, S. 74–77 (digi.ub.uni-heidelberg.de). Dirick Vellert and the windows in King’s College Chapel, Cambridge. In: The Burlington Magazine. Band 12: October 1907 to March 1908. London 1908, S. 33–39 (englisch, übersetzt von J. D. van der Waals, ). Zu Albrecht Dürer. Die Oxforder Zeichnung ‚die Freuden der Welt‘. In: Kunstchronik, Zeitschrift für Bildkunst. 24. Jahrgang 1912–1913. Lucas van Leyden’s laatste oordeel in de Laekenhal te Leiden. In: Elseviers Geïllustreerd Maandschrift. Jahrgang 22, 1912, S. 212–216 (niederländisch, dbnl.org). Ontleeningen, : Lucas van Leyden en Albrecht Dürer. In: Bulletin van den Nederlandschen Oudheidkundigen Bond. 2. Serie, 5. Jahrgang, 1912, doi:10.11588/diglit.19801, S. 43–46 (digi.ub.uni-heidelberg.de). In Memoriam: E. W. Moes. In: Bulletin van den Nederlandschen Oudheidkundigen Bond. 2. Serie, 6. Jahrgang, Nr. 1, 1913, doi:10.11588/diglit.19802, S. 35–41 (digi.ub.uni-heidelberg.de). Ein Karton Albrecht Dürers. In: Zeitschrift für bildende Kunst. 61. Jahrgang, Heft 1, E. A. Seemann, Leipzig 1927/1928, doi:10.11588/diglit.76356, S. 17–24 (digi.ub.uni-heidelberg.de). Nederlandsche prentkunst uit de 15e, 16e en 17e eeuw, voornamelijk uit de collectie van ’s Rijksprentenkabinet te Amsterdam. Amsterdam 1953.

Literatur Iohan Quirijn van Regteren Altena: Beets, Nicolaas. In: Jaarboek van de Maatschappij der Nederlandse Letterkunde. 1965, S. 40–48 (niederländisch, dbnl.org). Iohan Quirijn van Regteren Altena: In memoriam Mr. N. Beets. 1878–1963. In: Oud Holland. Jahrgang 78, Nr. 3/4, 1963, S. 84–86.

Weblinks Beets, Nicolaas arthistorians.info (englisch)

Einzelnachweise

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