Sople () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki. mini|Blick auf Sople
Geographische Lage Sople liegt am Jezioro Sople/Kanał Elbląska (Oberländischer Kanal) im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer westlich der Stadt Morąg bzw. 23 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda. mini|Zöpel auf einer Karte von 1802 (oben links)
Geschichte Das einstige Zilpwalde, um 1785 Zöpel genannt, bestand bereits zur Ordenszeit und bestand aus einem kleinen Gut mit einer großen Park- sowie Teichanlage.Dietrich Lange: Zöpel In: Geographisches Ortsregister Ostpreußen. 2005. Im Jahre 1388 wurde es als prußisches Dorf erstmals erwähnt. Nach 1466 ließen sich hier zahlreiche polnische Siedler nieder.
Die Große Pest in Preußen in den Jahren 1709 bis 1711 hatte in Zöpel drastische Folgen: das Dorf war nahezu entvölkert, noch 1782 gab es hier nur noch ein einziges Wohnhaus.Encyklopedia Warmii i Mazur: Sople
Das Gut Zöpel war ursprünglich ein Vorwerk zum Gut Maldeuten, das lange im Besitz der Familie von Reichel war.Informationszentrum Ostpreußen: Sople – Zöpel Der kleine Ort verzeichnete 1858 wieder 76 Menschen.
Im Jahre 1874 wurde das Vorwerk Zöpel offiziell in den Gutsbezirk Maldeuten des neu errichteten Amtsbezirks Maldeuten im ostpreußischen Kreis Mohrungen aufgenommen.Rolf Jehke: Amtsbezirk Maldeuten Am 24. April 1902 fand eine Umgliederung statt: das Vorwerk Zöpel wurde aus dem Gutsbezirk Maldeuten aus- und in den Gutsbezirk Linkenau eingegliedert und gehörte somit nun auch zum Amtsbezirk Hanswalde.Rolf Jehke: Amtsbezirk Hanswalde
Kurz zuvor war Zöpel an Anna und Alfred Kahle verkauft worden. Die Zahl der Einwohner war bis 1905 auf 112 gestiegen.Meyers Gazetteer: Maldeuten
Als am 30. September 1928 der Gutsbezirk Linkenau in die Landgemeinde Linkenau eingemeindet wurde, wechselte auch für Zöpel die administrative Zugehörigkeit.
In Kriegsfolge wurde 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Zöpel erhielt die polnische Namensform „Sople“ und ist heute eine Ortschaft innerhalb der Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Gutshaus Zöpel (Dworek Sople) Das einstige Gutshaus brannte 1923 vollständig ab. Die Gutsfamilie Kahle ließ es 1924 im neuen Stil wieder aufbauenGutshäuser und Schlösser im ehemaligen Ostpreußen. Ermland-Masuren: Zöpel und beauftragte mit den Planungen den Architekten Kurt Frick in Königsberg.Landhaus Kurt Frick in Königsberg und Gutshaus im Oberland von Ostpreußen, in: Deutsche Bauzeitung Nr. 31, 64. Jahr 1930, S. 242, 247 (Abb. 11–13), 248 (Abb. 14–15) In dieser Form überstand das Haus die nachfolgenden Zeiten und den Zweiten Weltkrieg.
Im Jahre 1930 übernahm die Siedlungsgemeinschaft Ostpreußen das Gut Zöpel. Das Land wurde aufgeteilt, neue Häuser und Stallungen sowie Scheunen errichtet und Kleinbauern angesiedelt.
Das Gutshaus liegt unmittelbar am Abzweig der Dorfstraße nach Zöpel von der Woiwodschaftsstraße 613, am Rande eines Landschaftsparks, der von dem Gartenarchitekten Johann Larass 1869 entworfen wurde. Bis in die Gegenwart hinein haben sich die ursprüngliche Form und ein großer Teil des Baumbestands erhalten.
Die verkehrsgünstige Lage – die nächste Anschlussstelle zur Schnellstraße 7 bei Małdyty ist zwei Kilometer entfernt – ließ die Idee verwirklichen, das ehemalige Gutshaus in ein Hotel mit Restaurant „Dworek Sople“ umzuwandeln und damit zu einer touristischen Anlaufstelle zu machen.
Am 23. November 2018 brach im Hotel ein Feuer aus, das den gesamten Dachstuhl vernichtete, ebenso Teile des Ober- und des Untergeschosses. Das Gebäude wurde notdürftig „geflickt“. Im Jahre 2022 stand es zum Verkauf an.
Religion Bis 1945 war Zöpel in den Sprengel Seegertswalde der Vereinigten Kirchengemeinden Groß Wilmsdorf-Seegertswalde in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 465f. außerdem in die römisch-katholische Kirche St. Joseph in Mohrungen eingepfarrt.
Heute gehört Sople zur evangelischen Kirchengemeinde Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, sowie zur katholischen Pfarrei Małdyty mit der Filialkirche in Zajezierze im Dekanat Morąg des Bistums Elbląg.
Verkehr mini|Raststättenhinweisschild an der S 7 Sople liegt unmittelbar an der Woiwodschaftsstraße 613, die von Rybaki über Małdyty nach Miłomłyn führt. Nicht weit entfernt befindet sich an Kilometer 100/101 der Schnellstraße S 7 eine Raststätte, deren Name „MOP Sople“ auf den Ort verweist. Von der Woiwodschaftsstraße 519 (einstige Reichsstraße 126) erreicht man Sople sowohl von Zajezierze aus als auch von Małdyty.
Małdyty ist die nächste Bahnstation und liegt an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo ().
Weblinks
Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Zöpel
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1388 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Małdyty