Die Burg Chihaya () war eine japanische Burg aus der späten Kamakura-Zeit im Dorf Chihaya-Akasaka in der Präfektur Osaka. Sie wurde von Kusunoki Masashige erbaut. Ihre Ruinen stehen seit 1934 als historische Stätte () unter nationalem Schutz.
Geschichte Die Burg Chihaya liegt auf einem vom Berg Kongō ausgehenden Bergrücken an der Grenze zwischen der Provinz Kawachi und der Region Yoshino in der Provinz Yamato. Sie überblickt ein schmales Tal und liegt etwa fünf Kilometer flussaufwärts von der Burg Shimo-Akasaka, die die wichtigste Basis des Kusunoki-Klans bildete.
Als Kaiser Go-Daigo 1331 im Genkō-Krieg das Kamakura-Shōgunat zu stürzen versuchte, stützte er sich auf Prinz Moriyoshi und den lokalen Fürsten Kusunoki Masashige aus der Region Chihaya-Akasaka, um ein Heer aufzustellen. Dieser erste Sturzversuch scheiterte jedoch, Kaiser Go-Daigo wurde gefangen genommen und auf die Oki-Inseln verbannt. Kusunoki Masashige täuschte während der Belagerung von Akasaka seinen Tod vor und floh in die abgelegenen Bergregionen seines Herrschaftsgebiets, wo er die Burg Kami-Akasaka und die Burg Chihaya errichtete.
Burganlage Der Standort der Burg Chihaya wurde aufgrund seiner guten Verteidigungsmöglichkeiten gewählt: Sie lag auf einem schmalen Bergrücken in einer Höhe von 150 Metern mit steilen Klippen und war auf beiden Seiten durch Flüsse geschützt. Der einzige Zugang führte über einen Aufstieg mit 500 steilen und schmalen Stufen, während die umliegende Topografie Belagerungsoperationen erschwerte. links|mini|Darstellung der Burg Chihaya im Minatogawa-Schrein Zu den wichtigsten Verteidigungsmaßnahmen der Festung gehörten bewegliche Brücken sowie ihre Holzwälle, Erdbefestigungen und die strategische Lage am Berg Kongō. Die Burg war von gefällten Bäumen und Felsblöcken umgeben, die bei einem Angriff den Berg hinunter auf die heranrückenden Truppen gerollt werden konnten. Flechtwerk und Reisig dienten zudem als Schutz vor Pfeilen.
Die Burg selbst bestand aus fünf Kuruwa, Verteidigungsbereichen, die sich über eine Länge von 200 Metern entlang des Bergrückens erstreckten und durch Trockengräben geschützt waren. Die Hauptanlage war etwa 100 × 20 Meter groß und könnte an einer Ecke über einen Wachturm (Yagura) verfügt haben. Obwohl die Burg klein war, bot sie mehreren hundert Männern Platz.
Belagerung der Burg 1333 trat Kusunoki Masashige wieder aus seinem Versteck hervor und griff Stellungen des Shōgunats in der Provinz Kii und in Osaka sowie anschließend die Büros des Rokuhara Tandai in Kyōto an. Das Kamakura-Shōgunat entsandte daraufhin ein großes Heer gegen ihn, das nach einer zweiwöchigen Belagerung die Burg Kami-Akasaka einnahm und anschließend die Burg Chihaya angriff. links|mini|Darstellung der Schlacht um die Burg Chihaya im Minatogawa-Schrein (Utagawa Yoshikazu) Der mittelalterlichen Chronik Taiheiki zufolge leisteten die zahlenmäßig weit unterlegenen Verteidiger erbitterten Widerstand, sodass die Angreifer von einem direkten Sturmangriff abließen und stattdessen zur Belagerung übergingen. Die Burg verfügte jedoch über einen Brunnen und konnte zudem von Yamabushi mit Nachschub versorgt werden, die den auf der anderen Seite des Bergs Kongō befindlichen Prinzen Moriyoshi unterstützten. Den Truppen des Shōgunats gelang es daher nicht, die Nachschubwege der Burg zu unterbrechen.
Kusunoki Masashige setzte außerdem auf Guerillataktiken, führte wiederholt Überfälle und Überraschungsangriffe durch und verwendete Strohpuppen, um das Heer des Shōgunats zu täuschen. Mit zunehmender Dauer der Belagerung geriet das im engen Tal eingeschlossene Heer des Shōgunats in Nachschubprobleme. Zudem erlitt es einen erheblichen Prestigeverlust, da es ihm nicht gelang, den zahlenmäßig deutlich unterlegenen Gegner zu besiegen.
Während dieser Kämpfe gelang Kaiser Go-Daigo die Flucht von den Oki-Inseln, woraufhin er ein neues Heer aufstellte. Das Kamakura-Shōgunat entsandte unter dem Kommando von Ashikaga Takauji erneut ein großes Heer. Takauji lief jedoch auf die Seite des Kaiserhofs über, und kurz darauf wurde das Shōgunat in der Schlacht um Kamakura gestürzt.
Nach der Kemmu-Restauration wurde die Burg Chihaya zum Wohnsitz von Kusunoki Masashige sowie dessen Söhnen Kusunoki Masatsura, Kusunoki Masanori und Kusunoki Masatoki. 1392 wurde die Burg jedoch von Hatakeyama Motokuni vom Nordgericht angegriffen. Er besiegte Kusunoki Masanoris Sohn Kusunoki Masakatsu, woraufhin die Burg aufgegeben wurde.
Heutige Anlage Während der Meiji-Zeit wurde auf dem Gelände des ehemaligen Ni-no-maru der Burganlage ein Shintō-Schrein () zu Ehren von Kusunoki Masashige errichtet. Die Schreinverwaltung befindet sich im San-no-maru.
2006 wurde die Burg Chihaya von der Japan Castle Foundation in die Liste der 100 bedeutenden Burgen Japans aufgenommen.
Bilder
Siehe auch
Belagerung von Chihaya
Literatur
William De Lange: ''An Encyclopedia of Japanese Castles''. Toyo Press, Groningen 2021, . Louis Frédéric: „Chihaya-jō“. In: ''Japan Encyclopedia''. Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts) 2002. George Sansom: ''A History of Japan: 1334–1615''. Stanford University Press, Stanford (California) 1961, S. 123–124. Stephen Turnbull: ''The Samurai Sourcebook''. Cassell & Co., London 1998. Motoo Hinago: ''Japanese Castles''. Kodansha, Tokyo 1986, .
Weblinks
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