mini|hochkant|Géza Freiherr Duka von Kádár Géza Stephan Freiherr Duka von Kádár (ungarisch kádári báró Duka Géza István; * 2. Januar 1867 in Kádár, Komitat Temes, Königreich Ungarn; † 21. Februar 1913 in Wien, Österreich-Ungarn) war ein österreichisch-ungarischer Diplomat, Politiker, Großgrundbesitzer sowie erbliches Mitglied des ungarischen Magnatenhauses und Abgeordneter im ungarischen Reichstag.
Leben
Herkunft und Jugend mini|hochkant|Wappen der Familie Duka von Kádár Géza Duka entstammte dem Adelsgeschlecht Duka von Kádár, einer ursprünglich aus Moschopolis (Makedonien) stammenden Familie mit aromunischen und serbischen Wurzeln. Sein direkter Vorfahr Michael Duka, ein vermögender Kaufmann in Essegg, war 1792 von Kaiser Franz II. in den ungarischen Adelsstand erhoben worden.https://www.arcanum.com/hu/online-kiadvanyok/Kempelen-kempelen-bela-magyar-nemes-csaladok-1/3-kotet-33CD/duka-kadaribaro-5094/ Das Ansehen und der Wohlstand der Familie wurden maßgeblich durch Gézas Großonkel, den k. k. Feldzeugmeister Peter Duka von Kádár (1756–1822), begründet. Dieser stieg 1816 in den österreichischen Freiherrenstand auf und erhielt das Gut Kádár im Banat als kaiserliches Donationsgut.https://biblioteca-digitala.ro/reviste/Tibiscum/Tibiscum-07-2017-caransebes_206.pdf
Géza Duka wurde 1867 als einziges Kind von Emil Freiherr Duka von Kádár (1835–1885) und Katharina (Katalin) Karátsonyi von Beodra († 1891), die armenischen Adelsfamilien entstammte, geboren. Er wuchs im orthodoxen Glauben auf. Duka galt als hochbegabter Polyglott und beherrschte im Laufe seines Lebens zwölf moderne europäische, orientalische und antike Sprachen fließend.https://biblioteca-digitala.ro/reviste/Tibiscum/Tibiscum-07-2017-caransebes_206.pdf
Ausbildung und diplomatischer Dienst Vom 8. Oktober 1885 bis zum 30. September 1890 absolvierte Duka seine akademische Ausbildung an der k.k. Konsularakademie in Wien. Nach einem praktischen Volontariat am österreichisch-ungarischen Generalkonsulat in Bukarest unter Alexander von Suzzara trat er mit Unterstützung des ungarischen Ministerpräsidenten Dezső Bánffy und des gemeinsamen k. u. k. Außenministers Graf Gustav Kálnoky in den diplomatischen Dienst der Doppelmonarchie ein.
Seine diplomatische Auslandslaufbahn begann 1895 als Gesandtschaftsattaché an der Vertretung in Athen unter Gesandtem Gustav Karl von Kosjek. Während seiner dortigen Dienstzeit erlebte er die Krise auf Kreta sowie den Griechisch-Türkischen Krieg von 1897. Für seine Leistungen wurde er mit dem Goldenen Kreuz des griechischen Erlöser-Ordens ausgezeichnet.
Im Jahr 1898 wechselte er als Legationssekretär an die Gesandtschaft nach Belgrad unter Gesandtem Franz Schießl von Perstorff. Durch seine Heirat bestanden enge familiäre Verbindungen zum serbischen Königshaus der Obrenović, was seiner diplomatischen Tätigkeit in Serbien zugutekam. Im Februar 1901 war Duka beim Ableben des abgedankten serbischen Königs Milan I. in Wien anwesend und begleitete als einer der offiziellen Repräsentanten der Monarchie den Trauerzug zur Beisetzung in das Kloster Krušedol auf der Fruška Gora.
Von 1901 bis 1905 diente Duka als Erster Legationssekretär an der k. u. k. Gesandtschaft in Stuttgart (Königreich Württemberg). Gegen Ende des Jahres 1905 wurde er an die Botschaft nach Konstantinopel unter Botschafter János von Pallavicini berufen. 1907 ging er als Erster Legationssekretär und Chargé d’Affaires an die Gesandtschaft nach Den Haag.
Politisches Wirken und Wirtschaftstätigkeit 1908 verließ Duka das diplomatische Korps, um die Verwaltung seiner ererbten Güter in Kádár, Ernőháza (Ernsthausen) und Delényes zu übernehmen. Als erbliches Mitglied des Magnatenhauses übernahm er wiederholt die Rolle eines Vermittlers zwischen der Budapester Regierung und der rumänischen Nationalitätenbewegung im Banat und in Siebenbürgen.
Bei den Reichstagswahlen 1910 gewann Duka als Kandidat der regierenden Nationalen Partei der Arbeit das Mandat des Wahlbezirks Szászkabánya im Komitat Krassó-Szörény. Er pflegte enge Kontakte zu führenden rumänischen Persönlichkeiten, darunter dem Journalisten und Publizisten Valeriu Braniște sowie Miron Cristea, dem damaligen orthodoxen Bischof von Karansebesch und späteren ersten Patriarchen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Die in Lugos erscheinende rumänischsprachige Zeitung Drapelul unterstützte er finanziell.https://biblioteca-digitala.ro/reviste/Tibiscum/Tibiscum-07-2017-caransebes_206.pdf
Auf wirtschaftlichem Gebiet beteiligte er sich 1910 als Mitgründer an der Errichtung des Südungarischen Kreditinstituts (Délmagyarországi Hitelintézet). 1913 gründete er unter Einbindung von belgischem und französischem Kapital die Banater Bergbaugesellschaft (Bánsági Bányatársaság), deren Zweck die bergmännische Erschließung der auf seinen Gütern in Delényes entdeckten Eisen- und Manganerzvorkommen war.https://biblioteca-digitala.ro/reviste/Tibiscum/Tibiscum-07-2017-caransebes_206.pdf
Mäzenatentum Duka trat wiederholt als Förderer kirchlicher und kommunaler Vorhaben hervor. 1903 stiftete er 19.000 Kronen für den Bau einer neuen orthodoxen Kirche in Kádár, die 1904 geweiht wurde. Unter dem Kirchenbau ließ er eine Familiengruft errichten. 1907 veranlasste er die Exhumierung der Gebeine seines Großonkels Peter Duka von Kádár vom Schmelzer Friedhof in Wien und ließ sie in die neu errichtete Krypta nach Kádár überführen. Zudem förderte er das Schulwesen im Ort durch die Errichtung einer rumänischen Volksschule, die Übernahme des Lehrergehalts und die Stiftung von Stipendien für Schüler.
Familie Am 16. Juni 1892 heiratete Duka in der serbisch-orthodoxen Kirche zu Budapest Johanna Freiin Nikolić von Rudna (ungarisch báró rudnai Nikolics Johanna; 1870–1917). Sie war die Tochter von Fedor Nikolić von Rudna, dem vormaligen Zivilgouverneur von Bosnien und Herzegowina, und Enkelin der serbischen Fürstentochter Jelisaveta Obrenović. Die Ehe blieb kinderlos.
Tod und Nachleben Im Januar 1913 erkrankte Duka während eines Aufenthalts in Paris. Nach seiner Rückkehr nach Wien unterzog er sich im Sanatorium Löw einer Notoperation wegen einer akuten Appendizitis. Infolge postoperativer Komplikationen verstarb er am 21. Februar 1913 im Alter von 46 Jahren an einer Embolie. Das Requiem und die Beisetzung in der Familiengruft in Kádár zelebrierte Bischof Miron Cristea. Mit Géza Duka von Kádár erlosch die freiherrliche Linie der Familie im Mannesstamm.https://www.banatulazi.ro/baronul-petre-duca-odihneste-sub-biserica-din-satul-pe-care-l-a-modernizat-cadar/
Seine Witwe Johanna fiel 1917 auf dem Familiengut in Kádár einem Raubmord durch einen ehemaligen Angestellten zum Opfer.https://www.nytimes.com/1917/05/20/archives/hungarian-baroness-murdered.html Das barocke Familienschloss in Kádár wurde 1929 abgetragen.
Orden und Ehrenzeichen Im Laufe seiner diplomatischen Dienstzeit erhielt Géza Stephan Duka von Kádár zahlreiche Auszeichnungen:
Orden Staat / Land Stufe Erlöser-Orden Königreich Griechenland Goldenes Kreuz Orden der Krone von Rumänien Großherzogtum Baden Ritter Orden des Weißen Adlers Königreich Serbien Komturkreuz Takovo-Orden Königreich Serbien Großkreuz Orden der Württembergischen Krone Königreich Württemberg Ehrenkreuz Orden vom Zähringer Löwen Großherzogtum Baden Ritterkreuz I. Klasse Verdienstorden Philipps des Großmütigen Großherzogtum Hessen Ritterkreuz Osmanje-Orden Osmanisches Reich Offizierskreuz / Komtur
Einzelnachweise
Kategorie:Träger des Erlöser-Ordens (Offizier) Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Rumänien (Ritter) Kategorie:Träger des Takovo-Ordens Kategorie:Träger des Ordens der Württembergischen Krone (Ehrenkreuz) Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Ritter) Kategorie:Träger des Osmanié-Ordens Kategorie:Mitglied des Magnatenhauses Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Ungarn) Kategorie:Baron (Ungarn) Kategorie:Mäzen Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann