mini|Smart Africa Alliance (2020) Die Smart Africa Alliance (SAS) ist ein Bündnis aus afrikanischen Staaten, internationalen Organisationen und Partnern aus dem Privatsektor mit dem Ziel, die sozioökonomische Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent durch einen besseren Zugang zu Breitbanddiensten, durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und digitale Transformation zu beschleunigen.

Bedeutende Partner der Allianz sind die Afrikanische Union (AU), die ITU, die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank, die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Afrika, das Bundesentwicklungsministerium (BMZ), die ICANN, die GSMA.

Die Grundsätze der Allianz sind im Smart Africa Manifesto festgeschrieben, das 2014 von den Vertretern aller Staaten der Afrikanischen Union gebilligt wurde. Das Manifest dient dabei als Absichtserklärung, deren konkreter Umsetzung sich die Mitgliedstaaten der Allianz verpflichten. Im Jahr 2026 sind von den 55 Staaten der 42 Staaten Mitglied in der Smart Africa Alliance.

Geschichte Die Smart Africa Alliance hat ihren Ursprung in Ruanda, das früh eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung beanspruchte. Im Oktober 2013 fand in der ruandischen Hauptstadt Kigali zum ersten Mal der Transform Africa Summit statt, ein Gipfeltreffen mit mehr als 1200 Delegierten, darunter Staatsoberhäupter einiger afrikanischer Staaten und weitere Regierungsvertreter, Führungskräfte globaler Tech-Unternehmen sowie Vertreter der Zivilgesellschaft. An der Organisation der Veranstaltung war maßgeblich die Internationale Fernmeldeunion (ITU) beteiligt. Der Gipfel sollte konkrete Schritte erarbeiten, um die Entwicklung des gesamten Kontinents durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien voranzubringen.

Die Konferenz mündete in einer Grundsatzerklärung, dem Smart Africa Manifesto, das die wesentlichen Kernziele formulierte und die Smart Africa Allianz als staatenübergreifendes Bündnis zur Realisierung dieser Absichtserklärung begründete.

Das Manifest sieht etwa vor, Informations- und Kommunikationstechnologien in den Mittelpunkt sozioökonomischer Entwicklungsagenden zu stellen sowie den Zugang zu , insbesondere zu erschwinglichem Breitbandzugang, zu verbessern. Ein perspektivisches Ziel ist die Schaffung eines digitalen Binnenmarkts auf dem afrikanischen Kontinent bis 2030.

Sieben afrikanische Staaten nahmen die Erklärung auf der Gründungskonferenz an und verpflichteten sich so, eine Führungsrolle bei der Umsetzung einzunehmen: Neben dem Gastgeberland Ruanda wurden Kenia, Uganda, Südsudan, Mali, Gabun und Burkina Faso Gründungsmitglieder der Allianz.

Im Januar 2014 fand das 22. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba statt. Dort wurde das Manifest von allen Staats- und Regierungschefs formell gebilligt und dient so als Vision einer Agenda für eine kontinentale Entwicklung.

Die Mitgliederzahl der Allianz stieg von den sieben Gründungsmitgliedern auf 17 im Jahr 2017, 32 im Jahr 2021, 37 im Jahr 2023; im Februar 2026 waren es 42 Mitgliedstaaten.

Transform Africa Summit Die Smart Africa Alliance veranstaltet eine jährliche Konferenz für digitale Transformation, den Transform Africa Summit (TAS), der als wichtiges Technologie- und Innovationsforum gilt. Als Teilnehmende sind Staatsoberhäupter, politische Entscheidungsträger, Führungskräfte des Privatsektors, Investoren und Entwicklungspartner vertreten.

Nach dem ersten Gipfeltreffen 2013 fand der auch in den Folgejahren im ruandischen Kigali statt, zunächst 2015 und 2017; seit 2017 ist er als jährliche Veranstaltung konzipiert. Zum 5. 2019 waren bereits 4000 Delegierte aus knapp 100 Staaten geladen.

Im Jahr 2020 hätte der Transform Africa Summit zum ersten Mal in einem anderen Land als Ruanda stattfinden sollen, im April 2020 in Guinea. Wegen der COVID-19-Pandemie musste die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden, auch in den beiden Folgejahren konnte der nicht wie geplant stattfinden.

Erst 2023 fand der Gipfel wieder statt, nun erstmals außerhalb Ruandas: in Victoria Falls in Simbabwe. Der 2024, der im Juli in der Hauptstadt Kenia hätte stattfinden sollen, wurde kurzfristig auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Veranstalter gaben als Gründe „unvorhergesehene Umstände“ an und sprachen von „sorgfältigen Absprachen mit der Regierung von Kenia“. Hintergrund dürften die politische Protestbewegung („Gen-Z-Proteste“) in Kenia im Juni und Juli 2024 gewesen sein.

Auch 2025 wurde der zunächst für Kigali geplante Gipfel abgesagt und anschließend an einen anderen Veranstaltungsort verlegt: Im November 2025 konnte der dann in Guinea stattfinden, in der Hauptstadt Conakry. Es war der erste Transform Africa Summit in einem frankophonen, westafrikanischen Staat.

Weblinks Smart Africa Alliance (SAS) Transform Africa Summit (TAS)

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Ruanda) Kategorie:Panafrikanische Organisation Kategorie:Gegründet_2013