Heinrich von Ammendorf († 16. August 1301 vermutlich in Merseburg) war von 1283 bis 1301 Bischof von Merseburg.

Leben Heinrich gehörte der im 13. Jahrhundert aus der Ministerialität in den Adel aufgestiegenen Familie Ammendorf an, die in der Nähe von Halle (Saale) begütert war.

Er war 1273 Domherr in Merseburg. Nach dem Tod seines Vorgängers Friedrich von Torgau am 11. August 1282 konnte sich das Domkapitel nicht auf einen Nachfolger einigen. Erst nachdem innerhalb kurzer Zeit drei Domherren verstarben, wurde Heinrich vor dem 16. Mai 1283 zum Bischof von Merseburg gewählt und empfing kurz danach die Bischofsweihe.

Heinrich führte die Politik seines Vorgängers weiter. Im Jahr 1284 unterstützte er den Landsberger Markgrafen Dietrich im Konflikt mit dessen Brüdern. Er erweiterte den Besitz des Hochstifts in der Umgebung von Leipzig durch den Kauf des 30 Dörfer umfassenden Gerichtsstuhls von Markranstädt.

Im Streit, der 1286 nach dem Tod Dietrichs von Landsberg zwischen dessen Sohn Friedrich Tuta und Tutas Vetter Friedrich dem Freidigen ausbrach, stand Bischof Heinrich auf der Seite Friedrich Tutas. Nach einem vom Naumburger Bischof Bruno von Langenbogen vermittelten Frieden unterstützte Heinrich Friedrich den Freidigen. Der Friedensschluss bestätigte Heinrichs Landesherrschaft, das Befestigungsrecht und den freien Handel der Merseburger Kaufleute. Das Hochstift verlor jedoch die Herrschaft über Markranstädt.

Nach dem Tod Friedrich Tutas erhob das Hochstift vergeblich einen Anspruch auf Leipzig und sein Umland als heimgefallenes Lehen. Es gewann jedoch Neustadt an der Orla, die Burgen Arnshaugk, Lauchstädt und Schkopau. 1294 weilte Bischof Heinrich im Lager von König Adolf von Nassau bei Borna.

1286 unterstützte Heinrich gemeinsam mit dem Naumburger und Meißener Bischof die Bemühungen um einen Landfrieden, trat 1287 dem Erfurter Landfrieden bei und nahm 1289/90 am Reichstag in Erfurt teil.

Heinrich bereiste häufig seine Diözese und hielt halbjährlich Synoden ab. Von ihm ist eine große Zahl an Ablässen überliefert. Die Niederlassung der Augustinereremiten in Grimma wurde von ihm begünstigt.

Heinrich starb am 16. August 1301, vermutlich in Merseburg. Er wurde im Merseburger Dom bestattet.

Literatur Monika Lücke: Heinrich von Ammendorf. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1198 bis 1448. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-10303-3, S. 431 f. Otto Rademacher: Die Merseburger Bischofschronik. Übersetzt und mit Anmerkungen versehen. 2. Teil (1136 bis 1341). Merseburg 1907, S. 28–31 (Digitalisat Universitätsbibliothek Düsseldorf)

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