mini|Das Pressehaus (2020) Das Pressehaus (heute auch Kurier-Haus, früher auch Tagblatt-Haus) ist das ehemalige Verlags- und Druckereigebäude des Wiesbadener Kuriers und des Wiesbadener Tagblatts an der Langgasse in der Wiesbadener Innenstadt. Es ist ein Baudenkmal und Teil des Historischen Fünfecks. Heute liegt dort der Hauptsitz des Wiesbadener Kuriers mit dessen Lokalredaktion für die Stadt. Außerdem sitzen dort Teile der Zentralredaktion und weiteren Unternehmensbereichen des übergeordneten Medienkonzerns VRM.
Bau- und Nutzungsgeschichte mini|Die Skulptur „Das Wissen“ am Giebel
Errichtung und Baustile Das Gebäude liegt in der Wiesbadener Fußgängerzone und wurde zwischen 1904 und 1909 errichtet. Zuvor befand sich an dieser Stelle die Schellenberg’sche Hofdruckerei. Die Architekten Lang & Wolff sowie Hertel gestalteten die Außenfassade aus rotem Sandstein im Stil des Neobarocks und Späthistorismus sowie Einzelelemente aus dem Jugendstil. Dieser zeigt sich noch deutlicher im Inneren, etwa im repräsentativen Foyer, an einer reich verzierten Ausstattung. Auf dem Dachfirst prangt die markante Kupferskulptur „Das Wissen“ des Bildhauers Philipp Modrow. Bis in die 1970er-Jahre war auch der Druckereibetrieb noch direkt im Pressehaus, genauer an der rückwärtigen Seite zur Wagemannstraße untergebracht. mini|Die Fassade des Pressehauses vor der Sanierung (2005)
Sanierung bis 2016 Von 2014 bis Sommer 2016 wurde das Gebäude aufwendig denkmalgerecht originalgetreu saniert. Im Erdgeschoss befinden sich seitdem moderne Ladenflächen für Einzelhandelsgeschäfte, die das Gebäude beleben und für ein breites Publikum öffnen sollten. In den oberen Etagen wiederum sind 18 unterschiedlich geschnittene Mietwohnungen untergebracht. Bei der Sanierung seien „Bausünden“ aus früheren Jahren zurückgebaut worden sowie historische Details und Wandmalereien freigelegt und rekonstruiert worden. So wurde die Schmuckfassade zur Langgasse, das Eingangsfoyer und die anschließenden Treppenhäuser sowie einige weitgehend erhaltene Büroräume im vorderen Trakt des Gebäudes restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Der Innenhof wurde von Um- und Anbauten der 1950er- und 1960er-Jahre befreit. Ein Laden mit begrünter Dachfläche zum Innenhof hin verweist auf die einstige Kundenhalle. Im Inneren wurden historische Ausstattungen wie die Gewölbemalereien im Foyer, das historische Treppenhaus oder auch die erhaltenen Jugendstilfenster restauriert oder wieder hergestellt.
Im September 2017 wurde das Projekt für den „Tag des offenen Denkmals“ ausgewählt. Durchgeführt wurde diese durch das Architektenbüro BGF+ im Auftrag der RNI Rhein-Nahe Immobilien GmbH. Diese wurde für das Projekt im Jahr 2017 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.
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