Caesius Bassus war ein römischer Lyriker der neronischen Zeit und ein Freund des Dichters Aulus Persius Flaccus.

Persius widmete Caesius Bassus seine sechste Satire und schildert ihn dort als angesehenen Lyriker. Er fragt ihn, ob ihn der Winter bereits an sein sabinisches Herdfeuer geführt habe (Admovit iam bruma foco te, Basse, Sabino?). Damit verweist Persius zugleich auf den Aufenthalt des Bassus auf seinem sabinischen Landgut. Er preist Bassus als kunstvollen Meister der lateinischen Sprache und des lyrischen Gesangs und bezeichnet ihn zugleich als egregius senex, als „hervorragenden alten Mann“.Persius, 6. Satire. Ein Scholion zu Persius berichtet, Bassus sei beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. auf seinem Landgut ums Leben gekommen.

Quintilian zählt Bassus zu den lesenswertesten Lyrikern seiner Zeit. Neben Horaz nennt er ihn als denjenigen Dichter, den man unter den übrigen Lyrikern noch hinzufügen könne.Quintilian, Institutio oratoria 10,1,96. Zugleich bezeichnet er ihn als einen Mann, den er „erst vor kurzem gesehen“ habe (quem nuper vidimus).

Eine wichtige Verbindung bestand zu Lucius Annaeus Cornutus, dem Lehrer und Freund des Persius. Nach dessen Tod im Jahr 62 bearbeitete Cornutus den dichterischen Nachlass des Persius für die Veröffentlichung. Auf Bitten des Caesius Bassus übergab er ihm schließlich die Satiren zur Herausgabe. Bassus wurde damit zum Herausgeber des literarischen Nachlasses seines verstorbenen Freundes.

Von seinen lyrischen Werken sind nur wenige Fragmente erhalten. Sicher bezeugt ist ein Hexameter aus dem zweiten Buch der Lyricorum, den Priscian mit den Worten „Bassus im zweiten Buch der Lyricorum“ überliefert: Calliope princeps sapienti psallerat ore („Kalliope, die Vornehmste, hatte mit kundigem Mund zur Leier gesungen.“).Priscian, Ars grammatica II.

Neben seinen lyrischen Gedichten verfasste Caesius Bassus auch eine Abhandlung über die Verslehre (liber de metris), die Nero gewidmet war. Die Identifizierung des Verfassers dieser metrischen Schrift mit dem gleichnamigen Lyriker und Freund des Persius gilt bereits in der RE als naheliegend. Teile der Schrift sind bei den späteren lateinischen Metrikern überliefert.

Eine Inschrift nennt einen Gaius Caesius Bassus im Zusammenhang mit der Übertragung und Tilgung einer größeren, durch Grundstücke gesicherten Schuld. Die ältere Forschung identifizierte ihn mit dem Dichter; diese Gleichsetzung ist jedoch nicht gesichert..

Literatur

Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (1897) C 192. Edward Courtney: The Fragmentary Latin Poets. Oxford University Press, 2003, S. 351 f.

Einzelnachweise

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