Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht ist ein von Allan Gray komponierter und von Walter Reisch getexteter Filmschlager aus dem Jahr 1932. Das Lied entstand für den von Karl Hartl inszenierten Ufa-Film F.P.1 antwortet nicht. Hans Albers, der in dem Film den Flieger Ellissen spielte, nahm das Lied im Dezember 1932 für Odeon auf. Es erschien gemeinsam mit dem ebenfalls aus dem Film stammenden Flieger, grüß mir die Sonne.

Entstehung und Hintergrund thumb|links|F.P.1 antwortet nicht (1932) Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht entstand als Teil der Musik zu dem Science-Fiction- und Abenteuerfilm F.P.1 antwortet nicht. Die Filmmusik komponierte Allan Gray, die Liedtexte schrieb der zugleich am Drehbuch beteiligte Walter Reisch. Die musikalische Leitung hatte Hans-Otto Borgmann, ausgeführt wurde die Filmmusik vom Ufa-Jazz-Orchester.

Der Film wurde von Erich Pommer für die Universum-Film AG (Ufa) produziert. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Errichtung einer schwimmenden Flugplattform im Atlantik, die als Zwischenstation für den transatlantischen Flugverkehr dienen soll. In der deutschen Fassung spielte Hans Albers den Flieger Ellissen. Der Film wurde am 22. Dezember 1932 im Ufa-Palast am Zoo in Berlin uraufgeführt. Neben der deutschsprachigen Fassung des Films entstanden eine englischsprachige Version mit Conrad Veidt als Ellissen sowie die französischsprachige Version I.F.1 ne répond plus, in der Charles Boyer diese Rolle übernahm.

Hans Albers nahm Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht am 7. Dezember 1932 im Berliner Studio der Carl Lindström AG in der Schlesischen Straße 26 auf. Begleitet wurde er von einem Orchester und Männerchor unter der musikalischen Leitung von Hans-Otto Borgmann. Das Lied erschien bei Odeon unter der Katalognummer O-11750 auf der B-Seite einer 10-Inch-Schellackplatte. Auf der A-Seite befand sich das Lied Flieger, grüß mir die Sonne, das Albers während derselben Aufnahme eingespielt hatte. Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht hat auf dieser Veröffentlichung eine Spieldauer von etwa 3:18 Minuten.

Musik und Text thumb|hochkant|Hans Albers Das Lied wurde bereits auf der zeitgenössischen Schallplatte als „Matrosenlied“ bezeichnet. Inhaltlich steht das Heimweh eines Seemanns im Mittelpunkt. Zu Beginn spielen Koch, Maat und ein weiterer Kamerad in der Kombüse Karten, während der Steuermann abseits sitzt und an seine Heimat denkt.

Im Refrain erinnert er sich an einen kleinen Ort in der Nähe eines Leuchtturms und an sein dort gelegenes Elternhaus. Seine Gedanken gelten zunächst den Eltern, die auf seine Rückkehr warten. Im weiteren Verlauf tritt die Erinnerung an eine zurückgelassene junge Frau hinzu. Der Leuchtturm und das in seiner Nähe gelegene Haus bilden dabei die wiederkehrenden Motive für die Heimat, nach der sich der Seemann sehnt.

Der Kartograph Dennis Edler griff das Lied 2026 in der Fachzeitschrift KN – Journal of Cartography and Geographic Information als Beispiel für räumliche Orientierung und Erinnerung auf. Er verweist darauf, dass der Text weitgehend ohne eine Karte auskommt und stattdessen einzelne räumliche Bezugspunkte wie Leuchtturm, Kilometerstein und Haus am Feldrain zur Orientierung nutzt. Aus diesen Landmarken entstehe eine „kleine Geographie“, in der Navigation, Erinnerung und Heimat miteinander verbunden seien.

Weitere Fassungen und Nachwirkung Fremdsprachige Fassungen Im Zusammenhang mit den englischen und französischen Sprachversionen des Films entstanden auch fremdsprachige Fassungen des Liedes. Sie wurden am 12. Dezember 1932, fünf Tage nach der Aufnahme mit Hans Albers, ebenfalls bei der Carl Lindström AG in Berlin und unter der musikalischen Leitung Hans-Otto Borgmanns aufgenommen.

Für die englische Filmfassung nahm Conrad Veidt das Lied als Where the Lighthouse Shines Across the Bay auf. Der englische Liedtext stammte von Roland Leigh. Die Aufnahme mit Orchester und Männerchor erschien bei Parlophone unter anderem in Großbritannien als R 1482 und in Australien als A 3733. Charles Boyer, der Ellissen in der französischen Fassung I.F.1 ne répond plus verkörperte, nahm eine französischsprachige Version unter dem Titel Tout là-bas auf. Der französische Text stammte von Bernard Zimmer.

Coverversionen Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht blieb vor allem mit Hans Albers verbunden. Deutschlandfunk Kultur bezeichnete ihn 2019 rückblickend als den Interpreten, der das Lied bekannt gemacht habe. In derselben Sendung wurde eine spätere Interpretation von Max Raabe gespielt. Bereits im Veröffentlichungsjahr 1932 und in direkter Folge erschienen allerdings auch einige Orchesterversionen des Liedes, darunter 1932 Aufnahmen von Walter Grossmann & Marek Weber mit seinem Orchester und Max Mensing & Fred Bird mit seinem Tanz-Orchester. Im Folgejahr nahm Paul Dorn das Lied mit dem Ufa Jazz-Orchester auf, außerdem Oscar Joost mit seinem Orchester und Kurt Mühlhardt sowie 1934 Adalbert Lutter mit seinem Orchester und Eric Helgar.

Um 1965 nahm Bruce Low das Lied mit der Jan Steevens Sailorband auf. Freddy Quinn interpretierte es 1971 auf seinem Hans Albers gewidmeten Album Erinnerungen an Hans Albers, wobei er vom Orchester Wolfgang Rödelberger begleitet wurde. Karl Dall sang das Lied 1983 und eine weitere Interpretation veröffentlichten Max Raabe und Christoph Israel 2009 auf dem Album Übers Meer.

Belege Hans Albers & Chorus – Ganz da hinten, wo der Leuchtturm steht (1932) auf cover.info, abgerufen am 22. September 2026.

, abgerufen am 21. September 2026. , abgerufen am 21. September 2026. , abgerufen am 21. September 2026. , abgerufen am 21. September 2026. , abgerufen am 21. September 2026.

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Kategorie:Lied 1932 Kategorie:Schlager (Lied) Kategorie:Filmsong Kategorie:Hans Albers