Antoine Browaeys (* 1972) ist ein französischer Experimentalphysiker, der auf den Gebieten der Quantenoptik, Atomphysik und Quanteninformation arbeitet.

Werdegang Browaeys besuchte von 1990 bis 1992 Vorbereitungsklassen am Lycée Hoche in Versailles und begann danach sein Studium an der ENS in Cachan. Anschließend leistete er seinen Wehrdienst als Wissenschaftler am Institut d’optique Graduate School.

1997 begann er unter der Anleitung von Alain Aspect mit seinen Forschungsarbeiten und wurde im Jahr 2000 promoviert. Thema seiner Dissertation war das magnetisches Einfangen eines metastabilen Heliumgases, womit in der Folge erstmals die Bose-Einstein-Kondensation eines metastabilen Gases realisiert wurde.

Anschließend war er als Postdoktorand bei William D. Phillips am NIST (USA) tätig. wo er die Photodissoziation von Natrium in einem Bose-Einstein-Kondensat metastabiler Atome untersuchte.

Im Jahr 2003 ging er ans Laboratoire Charles Fabry des CNRS. Zunächst war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, ab 2013 als Forschungsdirektor.

Forschung Am Laboratoire Charles Fabry arbeitete er zunächst in der Gruppe von Philippe Grangier an der Entwicklung von Einzelphotonenquellen auf Basis gefangener kalter Atome und wies die Interferenz zwischen von verschiedenen Atomen emittierten Einzelphotonen nach. Später leitete er die Aktivitäten des Labors im Bereich der kalten Atome. Aus diesen Untersuchungen entwickelte sich die Forschungsrichtung, Rydbergatome mittels optischer Pinzette (optical tweezer) einzufangen und die starke Wechselwirkung zwischen benachbarten Rydbergatomen zur Untersuchen von Quantenvielteilchendynamik und zur Quantensimulation zu nutzen. In Browaeys' Team werden „synthetische Quantensysteme Atom für Atom [aufgebaut] und die Wechselwirkungen mithilfe von Lasern [gesteuert], um N-Körper-Modellsysteme zu untersuchen“. Im Jahr 2020 erhielt er einen ERC Advanced Grant für sein mit dieser Zielsetzung formuliertes Projekt ATARAXIA.

Weitere Tätigkeiten Browaeys gründete 2019 zusammen mit Christophe Jurczak und Georges-Olivier Reymond das Quantentechnologieunternehmen Pasqal, das einen Quantencomputer auf Basis von Rydbergatomen in optical tweezer-Gittern baut und seit August 2026 börsennotiert ist. Die drei Gründer erhielten 2025 den Prix Yves-Rocard.

Er unterrichtet an der École polytechnique.

Preise und Auszeichnungen 2026 John Stewart Bell Prize gemeinsam mit Mark Saffman and Mikhail Lukin 2026 Norman F. Ramsey Prize der American Physical Society, gemeinsam mit Mark SaffmanFor seminal developments of quantum information processing with neutral atoms that allow the investigation of many-body problems that are intractable by classical computing.; 2026 Herbert-Walther-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und von Optica 2025 Prix Yves-Rocard, gemeinsam mit den beiden anderen Gründern von Pasqal 2024 Ordre national du Mérite 2023 Mitglied der Académie des sciences 2021 Silbermedaille des CNRS 2021 Prix Alfred-Verdaguer 2014 Preis der Zeitschrift La Recherche in der Kategorie Physikpour avoir mesuré les forces de van der Waals. L’observation de ces forces très peu intenses entre deux atomes démontre une maîtrise inédite de la manipulation de ces particules; 2007 Prix Aymé Cotton der Société française de physique

Publikationen (Auswahl) mit A Robert, O Sirjean et al.: mit J Beugnon, MPA Jones et al.: mit A Gaëtan, Y Miroshnychenko et al.: mit T Wilk, A Gaëtan et al.: mit D Barredo, S De Léséleuc et al.: mit D Barredo, V Lienhard et al.: mit T Lahaye: mit L Henriet, L Beguin et al.: mit C Chen, G Bornet et al.: mit D Goncalves, L Bombieri et al.:

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Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Paris) Kategorie:Wissenschaftler der Quanteninformatik Kategorie:Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Person (Centre national de la recherche scientifique) Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Ritter) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Mann