mini|Katholische Kirche St. Marien in Recklinghausen-Süd St. Marien in Recklinghausen-Süd nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen). Sie steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine dreischiffige neugotische Pfeilerbasilika mit Fassadenturm und hat 450 Sitzplätze.

Geschichte Der erste Sakralbau in Recklinghausen-Süd war die 1859 an der Marienstraße gebaute Kapelle mit Schulvikarie, die als Notkirche diente und 1888 das Taufrecht erhielt. Im selben Jahr konstituierte sich ein Kirchenbauverein.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks von der Mutterpfarrei St. Peter (Recklinghausen) erfolgte 1890 die Errichtung eines selbstständigen Pfarrrektorats und 1896 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Marien.

Baubeschreibung Die Marienkirche in Recklinghausen-Süd entstand 1891–93 nach den Plänen des Architekten Wilhelm Rincklake (Münster) und wurde am 17. Oktober 1893 eingeweiht. Weil die Zahl der Gemeindemitglieder in den Jahren 1890 bis 1900 von 4.000 auf 17.000 sehr stark anstieg, war die Größe des Kirchengebäudes mit einer Länge von 55 m und einer Breite von 22 m angemessen.

St. Marien ist ein neugotischer Bau mit hohem Mittelschiff, zwei niedrigen Seitenschiffen sowie mit einem mächtigen Querhaus und Vierungstürmchen. Diese Pfeilerbasilika besitzt ein Kreuzrippengewölbe unter Satteldächern. Der eingezogene Chor mit Fünfachtelschluss liegt im Osten. Der hohe Fassadenturm mit Helmdach steht im Westen. Die angebaute eingeschossige Sakristei im Nordosten hat ein Flachdach. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus Naturschiefer. Mit der Nummer 71 steht St. Marien in der Liste der Baudenkmäler in Recklinghausen.

Zu den Gebäuden der Gemeinde St. Marien gehören das Pfarrhaus von 1895, die Kaplanei von 1910, das 1910 eröffnete und 1982 umgebaute Pfarrheim, der Kindergarten von 1961 sowie ein Mietshaus von 1910.

Strukturentwicklungen Am 30. Mai 2010 wurden in Recklinghausen die Gemeinden St. Marien, Heilig Kreuz und St. Joseph in die Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen) eingegliedert.

Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.

Glocken Im Fassadenturm von St. Marien hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl.

Glocke 1: Schlagton: a; Ø 200 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921 Glocke 2: Schlagton: cis‘; Ø 160 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921 Glocke 3 Schlagton: e‘; Ø 140 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921 Glocke 4: Schlagton: fis‘; Ø 125 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921.

Orgel Die Firma Gebrüder Rohlfing (Osnabrück) baute 1956 für die Marienkirche in Recklinghausen-Süd eine Pfeifenorgel mit 33 Registern sowie mit drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen waren elektrisch.

Unter Wiederverwendung von 14 Registern aus Vorgängerorgeln erstellte die Firma Romanus Seifert & Sohn (Kevelaer) 1991 ein neues Instrument mit 34 Registern. Die Spieltraktur war mechanisch und die Registertraktur elektrisch.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Marien (Recklinghausen) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

Kategorie:Marienkirche Marien Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Münster Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kategorie:Basilika (Bautyp) Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Erbaut 1893 Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus