Franz Frederik Schmidt-Dumont (* 23. Februar 1882 in Altona als Franz Frederik Schmidt; † 29. Dezember 1952 in der Sowjetunion) war ein deutscher Turkologe, Journalist, Diplomat und NS-Propagandist.

Werdegang mini|Franz Frederik Schmidt-Dumont und seine Frau Luise im Hochzeitsjahr 1912 Schmidt-Dumont entstammte einer bürgerlichen Hamburger Familie. Er legte 1901 das Abitur ab. Danach studierte er erst Naturwissenschaften und später Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und mehrere Sprachen (Russisch, Türkisch, Hebräisch, Polnisch und Arabisch). Er absolvierte seine Studien in verschiedenen Städten (Lausanne, Hannover, Edinburgh, Königsberg, München, Breslau, Berlin, Hamburg, Moskau und Heidelberg). Er wurde 1907 zum Dr. iur. und 1910 zum Dr. phil. promoviert.

Von 1908 bis 1912 war Schmidt-Dumont Referendar und Assessor im Hamburger Staatsdienst. 1912 fand er eine Anstellung bei der Deutschen Bank in Berlin. Im selben Jahr heiratete er Luise, geborene Semler (* 1889), Tochter des Reichstagsabgeordneten Johannes Semler und Enkelin des Hamburger Bürgermeisters Johann Georg Mönckeberg. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.

1913 entsandte ihn die Generaldirektion der Anatolischen und Bagdad-Eisenbahn-Gesellschaft als Justiziar nach Konstantinopel ins Osmanische Reich. Ab August 1914 fungierte Schmidt-Dumont als Russisch-Übersetzer für die Deutsche Botschaft in Konstantinopel. 1917 wurde er von der Bahngesellschaft freigestellt, nachdem ihn die Mittelmeerdivision der Kaiserlichen Marine als Matrose eingezogen hatte. Aufgrund seiner Fähigkeiten wurde er auf einen Panzerkreuzer abkommandiert, um dort das Nachrichtenbüro zu besetzen. Im selben Jahr wurde er Wirtschaftsberater an der Deutschen Botschaft in Konstantinopel. Im Dezember 1917 kehrte er nach Altona zurück. 1918/19 ließen die Eheleute Schmidt ihren Familiennamen in Schmidt-Dumont ändern. Im Winter 1918/19 wurde Schmidt-Dumont Teil der Marinefriedenskommission. Im Jahr 1920 wurde er Verkaufsleiter der Hugo Stinnes GmbH; später wurde er Redakteur der Deutschen Allgemeine Zeitung, die ebenfalls Stinnes gehörte. Nach Stinnes’ Tod 1924 wurde er wegen der Auflösung der Gesellschaft entlassen. Er musste sich daher beruflich neu orientieren. Ab 1925 wurde er als Repräsentant für Wolffs Telegraphisches Bureau und als Chefredakteur der deutschsprachigen Tageszeitung Türkische Post in Ankara und Konstantinopel tätig.

Ab April/Mai 1933 wurde Schmidt-Dumont vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) als Referent eingestellt und der Deutschen Botschaft in Ankara und dem Deutschen Generalkonsulat in Istanbul als Presseattaché zugeteilt. Außerdem war er als Attaché bei den Gesandtschaften in Teheran und Bagdad tätig. Zum 1. Oktober 1934 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.726.489).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38031266 Im April 1938 wurde er ins Beamtenverhältnis übernommen und zum Oberregierungsrat ernannt. Im Juli/August 1942 wurde er nach Berlin zurückberufen, das Büro in Istanbul aufgelöst. Er wurde zum Leiter des Orient-Referats in der Ausland-Abteilung des RMVP ernannt. Am 7. Mai 1945 wurde er verhaftet und gelangte in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Er blieb sieben Jahre lang in der Lubjanka inhaftiert, dem zentralen Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes in Moskau. 1952 wurde er zum Tode verurteilt, später begnadigt und zu 15 Jahren Straflager verurteilt. Sieben Monate später starb er Ende Dezember 1952 im Alter von 70 Jahren.

Im Jahr 2010 wurde das Todesurteil gegen Schmidt-Dumont „aufgrund des fehlenden Straftatbestandes in seinen Handlungen“ vom Obersten Gericht der Russischen Föderation aufgehoben.

Werke (Auswahl) Von Altona nach Ankara, Ein hanseatisches Leben im Vorderen Orient (1882–1952). Berlin/Münster: LIT Verlag (Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas Bd. 16), 2010. Herausgegeben und bearbeitet von Helmut Mejcher und Marianne Schmidt-Dumont.

Literatur Camilla Dawletschin-Linder: „Ade Cospoli, ich will aber nicht denken, dass es ein Abschied für immer ist.“ Eine Hamburger Familie im Osmanischen Reich zur Zeit des Ersten Weltkrieges. In: Yavuz Köse (Hrsg.): Osmanen in Hamburg – eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Hamburg 2016, ISBN 978-3-943423-27-3, S. 173–186.

Weblinks Franz Frederik Schmidt-Dumont auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien

Einzelnachweise

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