mini|Portrait von Ksawery Jan Kaniewski Jan Dekert, auch Jan Dekiert (* 1738 in Blesen; † 1790 in Warschau), war ein polnischer Unternehmer, Politiker, Publizist, Bürgerrechtler und Stadtpräsident von Warschau (1789–1790) deutscher Abstammung. Er ist bekannt als bedeutendster Vertreter der Bürgerrechtsbewegung während des Großen Sejms in Polen-Litauen.
Leben Dekert war ein wohlhabender Kaufmann. Seit 1769 war er Ratsmitglied in Warschau. 1775 erhielt er als Bürgerlicher das Privileg, Landbesitz zu erwerben. Er setzte sich für die Rechte des Bürgertums ein. Gleichzeitig ging er gegen die Warschauer Juden vor. 1788 verfasste er ein Memorial an den Großen Sejm, in dem er die weitgehende Gleichstellung des Bürgertums mit dem Adel forderte. Ab dem 23. Februar 1789 war er Stadtpräsident von Warschau. Am 27. November 1789 stand er der Schwarzen Prozession vor und überreichte im Warschauer Königsschloss die Petition der Städte dem König Stanislaus August Poniatowski. Am 18. Dezember 1789 wurde er in die Kommission der Königsstädte aufgenommen. Er verstarb jedoch noch bevor das Gesetz über die königlichen Städte 1791 verabschiedet wurde. Er wurde in der Warschauer Johanneskathedrale beigesetzt. Sein Sohn aus zweiter Ehe Jan Dekert wurde im 19. Jahrhundert Weihbischof von Warschau.
Literatur Krystyna Zienkowska: Jan Dekert. Warszawa: Państwowe Wydawnictwo Naukowe. ISBN 83-01-03284-7.
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Siehe auch Polnische Aufklärung
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