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] Ikarfan (auch: Ekarfan, Ekarfane, Ekrafan, Ekrafane, Ikarfan I et II, Ikarfane, Ikarffane, Ikerfane, Ikirfan, Ikrafan, Ikrafane, Inkarfane) ist ein Dorf in der Landgemeinde Abala in Niger.
Geographie Das von einem traditionellen Ortsvorsteher () geleitete Dorf befindet sich etwa neun Kilometer östlich der Staatsgrenze zu Mali und rund 52 Kilometer nordöstlich des Hauptorts Abala der gleichnamigen Landgemeinde und des gleichnamigen Departements Abala, das zur Region Tillabéri gehört. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Ikarfan zählen Agai Gai und Tamalolo im Südosten, Agajiney im Süden sowie Chimbarkawane, Targuai Tamout und Maïtalakia im Südwesten.
Das Dorf liegt am Rand der Landschaft Azawagh und wird zur Übergangszone zwischen Sahel und Sahara gerechnet. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 200 und 300 mm.
Geschichte In Ikarfan wurde 1968 eine große staatliche Ranch für die Viehzucht eingerichtet. Vergleichbare Versuche wurden mit den Ranches von Doli in Senegal und Ouadi-Rimé in Tschad unternommen. Die Ranch von Ikarfan blieb trotz der Dürreperiode in den 1970er Jahren produktiv. Sie konnte die Hauptstadt Niamey mit qualitativ hochwertigem Fleisch versorgen und belieferte bald auch Märkte in den größeren Orten Abala, Ayérou, Gothèye und Tahoua. Das Areal wirkte sich zudem günstig auf die Vegetation und das Mikroklima aus. Dem standen hohe Investitions- und Betriebskosten gegenüber.
In einem Gefängnis in Ikarfan waren in den 1990er Jahren unter Staatspräsident Ibrahim Baré Maïnassara unter anderem der Zeitungsherausgeber Mamane Abou und der Politiker Hassoumi Massoudou eingesperrt. Im Juli 2018 drang eine bewaffnete Gruppe ins Dorf ein, verjagte Viehzüchter bei einem Brunnen mit Schüssen und stahl Vieh. Das Dorf hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Vertreibungen erfahren und bot seinerseits Vertriebenen aus anderen Siedlungen Unterschlupf. Mit Stand November 2018 lebten 12.000 interne Vertriebene in Ikarfan. Ein Buschfeuer breitete sich am 6. Oktober 2023 über eine Fläche von 1200 Hektar aus und zerstörte eine Biomasse von 12.000 Tonnen. Die Brandursache blieb unbekannt. Das Armed Conflict Location and Event Data Project erfasste für das erste Quartal 2024 in der Region Tillabéri insgesamt 122 gewaltsame Konfliktfälle mit 394 Toten und nannte Ikarfan unter den betroffenen Orten.
Bevölkerung Bei der Volkszählung 2012 hatte Ikarfan 393 Einwohner, die in 60 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 400 in 53 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 249 in 29 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur Das Areal der staatlichen Ranch von Ikarfan erstreckt sich über eine Fläche von 110.000 Hektar. Dort wird zwischen Weideflächen für die Regenzeit und für die Trockenzeit unterschieden. Ikarfan liegt an einer Transhumanz-Route, die zwischen Andéramboukane in Mali und Sanam in Niger verläuft. Die Route wird von Fulbe-Viehzüchtern aus Abala, Birni-N’Konni, Madaoua und Tillia frequentiert. Zwei Brunnen im Ort sind für die Viehwirtschaft ausgewiesen.
Es gibt eine Schule im Dorf. In Ikarfan endet die Route 621, eine 52,3 Kilometer lange einfache Piste, die an der Nationalstraße 25 im Gemeindehauptort Abala beginnt.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Tillabéri (Region) Kategorie:Ort in Niger Kategorie:Ort in Afrika