Wielki Dwór () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki.
Geographische Lage Wielki Dwór liegt im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 21 Kilometer westlich der Stadt Morąg bzw. 30 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda. In Dorfnähe befinden sich die Quellen des Flusses Dzierzgoń (), der nach 45 Kilometern in den Druzno (Drausensee) mündet.
Geschichte Das einstige Ankeren war ein Gutsdorf bereits zur Ordenszeit, in seinem Kern ein großes Gut mit entsprechend großem Park mit Teich sowie einer Dampfmolkerei.Dietrich Lange: Ankern, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Ankeren, dann auch Ankreyen, Enkeren und nach 1785 Ankern genannt, gehörte zur Ordenszeit zum Kammeramt Neimen der Komturei Christburg.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Ankern
Am 30. Mai 1358 verlieh Werner von Rumdorf, oberster Trappier und Komtur von Christburg, den Brüdern Koncze und Willem Land auf dem Felde Ankeren. Im Jahre 1437 fand sich ein Eintrag des Dorf im Zinsbuch. Der Hochmeister Heinrich Reffle von Richtenberg verlieh Ankern nach Magdeburger Recht am 13. Juni 1472 dem Georg von Nickeritz, und Besitz dieser Familie blieb das Gut bis hinein in das 18. Jahrhundert.
Im Jahre 1785 wurde Ankern als adliges Vorwerk mit 13 Feuerstellen erwähnt. Es gehörte zum Hauptamt Preußisch Mark sowie zum Kirchspiel Arnsdorf Im Jahre 1820 wurde Ankern als adliges Vorwerk mit elf Feuerstellen bei 138 Einwohnern genannt.
Als 1874 der Amtsbezirk Sassen im ostpreußischen Kreis Mohrungen errichtet wurde, war der Gutsbezirk Ankern ein Teil desselben.Rolf Jehke: Amtsbezirk Sassen
Gut Ankern war 1879 im Besitz einer Familie List aus Dresden, danach bis ins 20. Jahrhundert hinein einer Familie Bollmann. 1885 zählte der Ort 122 Einwohnern, im Jahre 1910 waren es 177.
1920 und 1925 begann man, Teile von Ankern nach Pollwitten umzugliedern, am 30. September 1928 folgte schließlich das gesamte restliche Dorf.
Als in Kriegsfolge im Jahre 1945 das gesamte südliche Ostpreußen an Polen fiel, erhielt Ankern die polnische Namensform „Ankry“, die 1945 in „Wielke Dwór“ verändert wurde. Das Dorf ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Ermland-Masuren, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Wielki Dwór 235 Einwohner.
Gutshaus Ankern Das Gutshaus Ankern, ein zweigeschossiges Gebäude mit Krüppelwalmdach stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.Informationszentrum Ostpreußen: Wielki Dwór – Ankern Das Bauwerk ist gut erhalten ebenso wie wesentliche Teil des einstigen Landschaftsparks mit seinem wertvollen Baumbestand. Von den Wirtschaftsgebäuden des Guts allerdings existieren nur noch Fragmente. Das Haus ist heute in Privatbesitz.
Religion Bis 1945 war Ankern in die evangelische Kirche Groß Arnsdorf in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußen, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467 außerdem in die römisch-katholische Kirche St. Joseph in der Kreisstadt Mohrungen.
Heute gehört Wielki Dwór katholischerseits zur Christkönigkirche Jarnołtowo im Dekanat Morąg im Bistum Elbląg, sowie evangelischerseits zur Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Ankern liegt an einer Nebenstraße, die bei Zajezierze von der Woiwodschaftsstraße 519 abzweigt und über Jarnołtowo und Połowite bis zur Woiwodschaftsstraße 526 bei Bartno führt.
Ein Bahnanschluss besteht nicht. Von 1893 bis 1999 bzw. 2004 war Pollwitten resp. Połowite die nächste Bahnstation. Sie lag an der inzwischen aufgegebenen Bahnstrecke Małdyty–Malbork.
Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Ankern
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Małdyty