mini|„Hitlerwetter“ in einer Zeitung vom Juli 1931 Hitlerwetter war ein Ausdruck des Personenkults um die Figur Adolf Hitlers. Er spielte in der deutschen Öffentlichkeit und Presse ab dem Sommer 1931 ein Rolle: Hitler, der sich für seine Wahlkampfauftritte quasi gottgleich das Wetter schön gestaltete. Während die Anhänger Hitlers den Begriff verherrlichend einsetzten, machten sich die Gegner darüber lustig. Ab 1934 spielte der Begriff keine Rolle mehr.

Beispiele Die NSDAP-Zeitung Völkischer Beobachter schrieb am 7. September 1931 über Hitlers Auftritt in Gera:„Kurz vor Antritt des Marsches begann es zu regnen, aber nur kurze Zeit dauerte der Guß, und als der Vorbeimarsch vor dem Führer stattfand, herrschte bereits wieder das bekannte Hitlerwetter.“Bergische Wacht vom 15. September 1931Das Niederrheinische Tageblatt vom 20. Oktober 1931 berichtete in einem Artikel über den Auftritt Hitlers beim SA-Aufmarsch in Braunschweig von dem „sprichwörtlich gewordenen ‚Hitlerwetter‘.“Niederrheinisches Tageblatt vom 20. Oktober 1931

Am 20. April 1932 schrieb die Volksstimme über eine anstehende Kundgebung der Eisernen Front in Lüdenscheid:„Sollte wider Erwarten auch dieser Kundgebung kein Hitlerwetter beschieden sein, das bekanntlich nur der große Adolf für seine Kundgebungen beanspruchen darf, findet die Versammlung im Gewerkschaftshaus statt.“Volksstimme vom 20. April 1932Die Bergische Wacht vom 2. Mai 1932 setzte dem Hitlerwetter das „marxistische Wetter“ gegenüber und nannte am 14. Oktober 1932 das Hitlerwetter ein „vielbelächeltes Wort“.Bergische Wacht vom 2. Mai 1932

Die Salzburger Zeitung Der eiserne Besen berichtete am 30. Juni 1932 vom Deutschen Tag in Lungau, der zwar ohne Hitler stattfand, aber ein „Sonntag bei herrlichem Hitlerwetter“ war.Der eiserne Besen vom 30. Juni 1932

Die SPD-nahe Rheinische Zeitung schrieb am 7. Oktober 1932 unter dem Titel „Hitlerwetter“:„Nun ist der Hitlerherbst gekommen, Hakenkreuzfahnen fallen ab und verblassen, Herbststimmung, Hitlerherbst. [...] Und ihm wird folgen der Hitlerwinter mit Schnee und Eis und Frost und Sterben und Vergehen – und Heulen und Zähneklappern. Doch nie wieder ein Hitlerfrühling!“Als Hitler an der Macht war, nahm die Häufung des Begriffs in der Tagespresse ab. Am 8. Juli 1933 dichtete die Annener Zeitung aus Witten:„Sieg-Heil des Vaterlandes Retter! Uns allen schönstes Hitlerwetter!“Annener Zeitung vom 8. Juli 1933

Siehe auch Kaiserwetter (Redensart)

Literatur Tillmann Bendikowski: Hitlerwetter: Das ganz normale Leben in der Diktatur: Die Deutschen und das Dritte Reich 1938/39. Bertelsmann Verlag, 2022, ISBN 978-3570104422 Hans-Jörg und Gisela Wohlfromm: »Und morgen gibt es Hitlerwetter!« Alltägliches und Kurioses aus dem Dritten Reich. Anaconda, 2017, ISBN 978-3-7306-0517-2

Einzelnachweise

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