mini|Hankar-Haus, Sgraffito mit Jahreszahl Das Hankar-Haus (, ) ist ein Stadthaus in Saint-Gilles/Sint-Gillis, Bezirk Brüssel-Hauptstadt, Belgien. Es wurde vom Architekten Paul Hankar im Jugendstil entworfen und von ihm zur Eigennutzung errichtet. Lage Die Adresse des Hankar-Hauses lautet / 71. In dieser Straße hat Paul Hankar 1897 auch das Hôtel Ciamberlani erbaut. In der Nähe befinden sich weitere Meisterwerke des Brüsseler Jugendstils, darunter das Hôtel Solvay, das Hôtel Tassel, das Hôtel Otlet und das Van Rysselberghe Haus.

Geschichte Paul Hankar ließ das Haus 1893 errichten,Marcel M. Celis, Bruxelles protégé, Éditions Mardaga, 1988, S. 88 im selben Jahr baute Victor Horta das Hôtel Tassel in der nahegelegenen Rue Paul-Émile Janson.

Hankar war jedoch deutlich weniger innovativ als Horta: Der Grundriss blieb traditionell und Jugendstil zeigte sich nur in dekorativen Elementen wie Sgraffiti und schmiedeeisernen Geländern.René Dalemans, D'un siècle à l'autre, éditions Artis-Historia, Bruxelles, 1986, S. 85

Das Gebäude ist seit dem 26. Mai 1975 als Baudenkmal gelistet.

Architektur Stil In den Worten von Marcel M. Celis hat das Haus eine Fassade „im Jugendstil, durchzogen von Eklektizismus, durchdrungen von Neogotik, flämischer Neorenaissance, Symbolik und Japonismus“.

Polychromie der Fassade Das auffälligste Merkmal der Fassade ist die Polychromie, die einerseits durch mehrere Sgraffiti, andererseits durch die Verwendung von Steinen in kontrastierenden Farbtönen erzeugt wird: roter Backstein, blauer Belgisch Granit, hellbeiger Gobertange-Stein und das Gesteinskonglomerat des sogenannten Puddingsteins in rosa Farbtönen.Kollektiv unter der Leitung von Philippe Robert-Jones, Bruxelles fin de siècle, Flammarion, 1994, S. 188

Fassadenstruktur Die Fassade weist eine sehr ausgeprägte Asymmetrie auf. Hinter der Fassade befinden sich auf der linken Seite die Wohnräume, die sich auf drei Stockwerke und einen Keller erstrecken und die zwei Drittel der Breite einnehmen, und rechts die Verkehrsflächen (Treppe, Flure), die ein Drittel der Breite beanspruchen.

Auf der rechten Seite der Fassade ist die Eingangstür unter einem Vordach und Fenstern zur Belichtung der Treppe. Auf der linken Seite ist die Fassade mit einem zweistöckigen Fenstererker geschmückt, der von zwei kraftvollen Steinkonsolen getragen wird, die ihn auf der Ebene der Bel-Étage einrahmen. Die Erker sind teilweise mit einer Art eisernem Flechtwerk verkleidet. Zudem zieren Tier- und Blumendarstellungen die beiden Erkerfelder. Der Fenstererker wird von einem Balkon mit zwei schmiedeeisernen Säulenkonstruktionen bekrönt, welche das Gesims unter dem Dach tragen.

Sgraffiti Die Fassade ist mit mehreren Sgraffiti von Adolphe Crespin verziert: ein Sgraffito mit der Jahreszahl 1893 und weißen Hortensien; unter dem Gesims direkt unter dem Dach eine Reihe von vier Sgraffiti, die jeweils aus den Buchstaben eines französischen Worts und einer allegorischen Darstellung bestehen: Das Wort , , illustriert mit einem Vogel und Kastanienblättern, Das Wort , , illustriert mit einem Vogel und einer strahlenden Sonne, Das Wort , , illustriert mit einer Schwalbe, Das Wort , , illustriert mit Fledermäusen und Sternen.

Siehe auch Jugendstil in Brüssel Liste von Bauwerken des Jugendstils, Abschnitt Belgien

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wohngebäude in Belgien Kategorie:Erbaut 1893 Kategorie:Saint-Gilles/Sint-Gillis Kategorie:Bauwerk des Jugendstils in Belgien