George H. Amberg (geboren als Hans Aschaffenburg 28. Dezember 1901 in Halle (Saale); gestorben 27. Juli 1971 in New York City) war ein deutschamerikanischer Filmwissenschaftler.
Leben Hans Georg Franz Aschaffenburg war ein Sohn des Psychiaters Gustav Aschaffenburg (1866–1944) und der Maria Thekla Nebel (1878–1965), er hatte drei Geschwister. Aschaffenburg besuchte das Realgymnasium in Köln-Lindenthal und zwischenzeitlich 1916 bis 1918 das Fridericianum Davos. Er studierte in Kiel, München und Köln, zunächst Medizin und nach vier Semestern wechselte er zu Philologie, Kunstgeschichte und Theatergeschichte. Bereits 1923 gründete er in Köln das Avantgarde-Theater Kassette. In den nächsten Jahren arbeitete er als Spielleiter in Köln unter Gustav Hartung, als Dramaturg in Darmstadt und Heidelberg. Er wurde 1929 bei Ernst Bertram mit einer Dissertation über Theodor Fontane promoviert und war ab 1930 Lehrbeauftragter für Schauspiel an der Universität Köln.
Aschaffenburg schrieb den Beitrag über Tanz für das Konversationslexikon Der Große Herder. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten emigrierte er 1933 nach Frankreich und schlug sich in Paris als Fotograf durch. Bei Kriegsausbruch 1939 war er Prestataire in der Fremdenlegion. Im Oktober 1941 gelang ihm von Algier aus die Flucht in die USA, wo er 1946 die Staatsbürgerschaft erhielt. Er heiratete 1943 Gisela Engel.
George Amberg, wie er sich nun nannte, war von 1943 bis 1948 Kurator des Tanzarchivs beim Museum of Modern Art in New York. Anschließend arbeitete von 1948 bis 1952 als Dozent an der New York University. Er ging 1952 als Associate Professor an die University of Minnesota in Minneapolis und hatte dort von 1956 bis 1966 die Position eines Professors, danach war er nochmals bis 1971 an der New York University als Professor für Film tätig. Ab dem Jahr 1963 arbeitete er an einem Auftrag für eine sechsteilige Filmreihe über Filmkunst unter dem Titel The Captive Eye, sie blieb unvollendet.
Schriften (Auswahl) Hans Aschaffenburg: Der Kritiker Theodor Fontane : ein Beitrag zur Frage des kritischen Wesens und Wirkens. Köln, Univ., Diss., 1930 Art in modern ballet. London: Routledge, 1947 Ballet in America : the emergency of an American art. New York: Duell, Sloan and Pearce, 1949 The Ambivalence of Realism. Wesleyan University Press, 1960 Experimental cinema: 1930–1934. Einleitung George Amberg. New York: Arno Press, 1969 (Hrsg.): The New York Times film reviews: a one volume selection 1913–1970 chosen from the 7-vol. set with an introd. and six original essays by George Amberg. New York: Arno Press, 1971
Literatur Amberg, George, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,1. München: Saur, 1983, S. 24f. Amberg, George, in: Frithjof Trapp, Bärbel Schrader, Dieter Wenk, Ingrid Maaß: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933 - 1945. Band 2. Biographisches Lexikon der Theaterkünstler. München: Saur, 1999, S. 14f. Hans Aschaffenburg, in: Georg Wiesing-Brandes: Walter Benjamin. Das Pariser Adressbuch. Eine Biographie des Exils im Spiegel. Wädenswil: Nimus, 2025, S. 31f.
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