Ernst Zeh (* 6. Juni 1880 in Rehau; † 13. Juni 1954 in Heppenheim) war ein deutscher Kunsthistoriker und Heimatforscher.
Werdegang Ernst Zeh wurde als Sohn des Kommerzienrates und Gründers der Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co. Johann Zeh und seiner Frau Anna Margarethe, geb. Blank, geboren. Er besuchte von 1890 bis 1899 das Gymnasium in Hof (Saale) und studierte an den Universitäten Erlangen und Leipzig Jurisprudenz und ab 1907 in Gießen neuere Kunstgeschichte, Völker- und Volkskunde. Die keramische Kunst war das Thema seiner ersten Forschungsarbeiten. Eine Studienreise nach Japan und China in den Jahren 1906 und 1907 eröffnete ihm das Gebiet der ostasiatischen Keramik. Ernst Zeh promovierte 1913 an der Universität Gießen über Hanauer Fayence. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik. Daraufhin berief ihn Prof. Justus Brinkmann an das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, wo er die Leitung der reichen Fayence-Sammlung übernahm. Ernst Zeh habilitierte 1928 in Gießen über das mittelalterliche Kunsthandwerk und seine Beziehungen zur Antike und zum Orient. Ernst Zeh war von 1926 bis 1929 Privatdozent für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an den Universitäten Gießen und Mainz tätig. 1935 wurde er als Kunstreferent an das Hessische Kultusministerium in Darmstadt gerufen, vertrat aber auch die von seinem Vater mitgegründete Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co. AG im Aufsichtsrat.
Sein bedeutendstes Werk ist die umfangreiche zweibändige Heimatkunde des bayrischen Bezirksamtes Rehau. Ein Beitrag zur deutschen Volkskunde. Mit seinen Veröffentlichungen Vorträgen über Volkskunst, Stilkunst und Volkskunde setzt er sich ausdrücklich dafür ein, dass die traditionelle Kunstgeschichte die Volkskunst nicht länger als minderwertiges oder kunstgeschichtlich nebensächliches Gebiet behandelt wird.
Ernst Zeh war verheiratet mit Marie, geborene Hertel. Mit ihr zusammen hatte er einen Sohn, Ernst, geb. 1908 in Gießen. Ernst Zeh lebte von 1918 bis zu seinem Tod in Heppenheim (Bergstraße).
Literatur Beatrix Münzer-Glas: Gründerfamilien. Familiengründungen. Ein Beitrag zur Geschichte der Porzellanindustrie Nordost-Bayerns (Schriften und Kataloge des Deutschen Porzellanmuseums, Bd. 75). Hohenberg 2002, ISBN 3-927793-74-4, S. 315–345.
Schriften (Auswahl) Hanauer Fayence. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Keramik (= Beiträge zur Kunstgeschichte Hessens und des Rhein-Main-Gebietes. Band 1). Elwert, Marburg 1913 (teilweise zugleich: Dissertation, Universität Gießen, 1913). Nachdruck: Dausien, Hanau am Main 1978, ISBN 3-7684-9898-0 (2. Auflage 1978). Heimatkunde des bayrischen Bezirksamtes Rehau. Ein Beitrag zur deutschen Volkskunde. Band 1. Verlag des Stadtmagistrates, Rehau 1916; Nachdruck 1987. Heimatkunde des bayrischen Bezirksamtes Rehau. Ein Beitrag zur deutschen Volkskunde. Band 2: Geschichte und Kulturgeschichte des Bezirksamtes Rehau. Verlag des Stadtmagistrates, Rehau 1919.Vgl. Robert Schmidt: [Rezension zu:] Ernst Zeh, Heimatkunde des bayrischen Bezirksamtes Rehau. In: Der Kunstwanderer. Jahrgang 1920, 2. Januarheft, S. 217 f. (uni-heidelberg.de). Bildende Kunst und Volksschule. Betrachtungen und Vorschläge. Elwert, Marburg 1919.
Die Form ohne Ornament. In: Die Schaulade deutscher Wert- und Kunstarbeit. Bamberg 1925, Heft 1. Die Kultur der Gegenwart In: Der Cicerone, 14. Jg. (1922), Heft 14, 1922. Grünewalds Erasmus-Maritius-Tafel. Ein Beitrag zur Grünewaldbibliographie. 8-seitiger Sonderdruck mit 4 Bildtafeln, 1925. Der kaiserliche Schatz von Nara. In: Die Schaulade deutscher Wert- und Kunstarbeit. Bamberg 1926, Heft 6. Volkskunst, Stilkunst und Volkskunde, 1927. Die oberfränkischen Emailgläser. In: Der Cicerone. Band 7, Heft 19/20, 1915, S. 343–364, . Wachskunst. In: Die Schaulade deutscher Wert- und Kunstarbeit. Bamberg 1926, Heft 3.
Ehrungen 1923?: Ehrenbürger der Stadt Rehau
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