Seeweber ist ein Weiler in der Gemeinde Anzing im Landkreis Ebersberg in Bayern, Regierungsbezirk Oberbayern. 2025 beschloss der Gemeinderat, ihn zu einem Ortsteil von Anzing zu erklären. Ein Beleg für die Umsetzung steht bisher aus.
Geographie Seeweber liegt westlich von Anzing, an der Ostflanke des Neufarner Berges. Nördlich führt die Kreisstraße EBE 5 (ehemals Bundesstraße 12) als Münchener Straße über den Neufarner Berg und verbindet Anzing mit dem zur Gemeinde Vaterstetten gehörenden Neufarn im Westen. Jenseits der Münchner Straße befindet sich der Weiler Froschkern, südlich von Seeweber die Einöde Höggerloh. Beide gehören ebenfalls zur Gemeinde Anzing.
Durch Seeweber selbst führt eine kleine Abzweigung der Münchner Straße. Die Häuser der Ortes an deren Südseite verwenden den Straßennamen als Adresse (von Ost nach West mit den Hausnummern 61 bis 69). Die Ortsstraße biegt am Westende von Seeweber nach Süden ab und führt dann östlich des Loh-Wäldchens weiter nach Höggerloh.
Nach Froschkern gelangen Fußgänger und Radfahrer durch eine Unterführung beim Haus mit der Hausnummer 67. An der Kreisstraße selbst befindet sich die Bushaltestelle „Froschkern“.
Geschichte mini|Blick entlang der Ortsstraße nach Westen
1662 gehörte das Gut Seeweber zum Besitz der Münchner Handelsfamilie Höger, die 1667 in den Adelsstand erhoben wurde und in Anzing bis 1783 ihren Sitz hatte. Beim Gut gab es vermutlich einen Fischweiher, der aber um 1760 verwachsen war.
1820 findet sich ein Vermerk im Königlich-bayerischens Intelligenzblatt für den Isarkreis ein Vermerk, nachdem Joseph Selmair (* 2. September 1763) aus Seeweber zu Froschkern bei Anzing, genannt „der alte Seeweber“, seit dem 25. Februar vermisst werde und wohl „auf irgend eine Weise den Tod gefunden“ habe. Am 2. August 1855 wurde er offiziell für tot erklärt. Am 23. Juni 1855 wurde das Seewebergütl zwangsversteigert, nachdem Kaspar Waldhuber den Forderungen der Kirchenverwaltung nicht nachkam. Es bestand aus einem baufälligen, hölzernen und mit Stroh bedeckten Wohnhaus mit persönlichem Weberrecht und zwei Tagwerk Grund.
In der Tabellarischen Beschreibung des Bistums Freising von 1820, im Topo-geographisch-statistischen Lexicon vom Königreich Bayern von 1832, auf einer Landkarte des Königreichs Bayern von etwa 1860 und dem Geographisch-statistischen Orts- und Post-Lexicon für Oberbayern von 1864 findet sich Seeweber. 1971 verschwand der Ortsname aus den Landkarten.BayernAtlas 1970/1971. Im März 2025 wurde durch die Gemeinde Anzing die Außenbereichssatzung „Seeweber“ bekannt gemacht.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Anzing) Kategorie:Weiler im Landkreis Ebersberg