Der Angström-Index ist ein einfacher, in Schweden im Jahre 1942 entwickelter Index für eine Brandgefahr eines brennbaren Materials. Er ist extra einfach gehalten, damit er auch ohne technische Hilfsmittel im Kopf errechnet werden kann. Als Eingabegrößen werden lediglich die relative Luftfeuchtigkeit und die Temperatur benötigt. Er wird in einigen Teilen Skandinaviens verwendet, um die zu erwartende Anzahl von Brandausbrüchen an einem bestimmten Tag anzuzeigen.
Berechnung Der Indexwert wird lediglich auf den täglichen Daten von Temperatur und Luftfeuchtigkeit um 13 Uhr berechnet. Die mathematische Formel für den Angström-Index ist folgendermaßen definiert:
wobei die relative Luftfeuchtigkeit in Prozent und die Lufttemperatur in Grad Celsius um 13 Uhr ist.
Für den Start der Indexberechnung sind keine bestimmten Werte oder Bedingungen erforderlich. Der Angström-Index wird lediglich zu einem frei gewählten Startzeitpunkt täglich berechnet.
Interpretation Das Ergebnis der Formel drückt die Brandgefahr für den Folgetag aus. Folgende Tabelle zeigt die Interpretation des Angström-Indexes:
IndexwertInterpretationBrandausbruch unwahrscheinlichBrandbedingungen ungünstigBrandbedingungen günstigBrandausbruch sehr wahrscheinlich
Kritik Ein Nachteil des Angström-Index ist die ungenaue Darstellung des Zusammenhangs zwischen relativer Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Brennstofffeuchte. Der Index neigt zu einer Überschätzung der tatsächlichen Gefahrenlage, da der Einfluss von Niederschlägen nicht als Variable in der Formal berücksichtigt wird, sondern sich nur indirekt durch die Luftfeuchtigkeit und Temperatur Einfluss nimmt. Durch den Fokus auf einfache Berechenbarkeit ist der Index aber dennoch eine nützliche Formel zur Bestimmung einer eventuellen Brandgefahr. Zudem ist eine Überschätzung der Gefahrenlage unter bestimmten Gesichtspunkten auch besser als eine eventuelle Unterschätzung.
Einzelnachweise
Kategorie:Brandlehre Kategorie:Maßeinheit (Technik) Kategorie:Risiko