mini|Damm und Wasserfläche von Norden mini|Hochwasserentlastungsanlage Haderbacher Teich mini|Blick vom Damm über die Wasserfläche zur Stauwurzel

Der Haderbacher Teich ist eine historische Talsperre südwestlich des Stadtgebietes von Clausthal-Zellerfeld. Er wurde im Zusammenhang mit dem Oberharzer Wasserregal von Oberharzer Bergleuten im 17. Jahrhundert angelegt. Wie alle Oberharzer Teiche ist auch der Haderbacher Teich seit dem Jahr 2010 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Lage Der Teich liegt etwa drei Kilometer südwestlich des Stadtkerns des Ortsteiles Clausthal und zwei Kilometer westlich des Ortsteiles Buntenbock. Etwa einen Kilometer östlich der Anlage verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße B 241. Gespeist wird die Stauanlage vom Flambach. Oberhalb des Haderbacher Teiches befinden sich der Obere und der Untere Flambacher Teich sowie in einem weiteren Seitental der Semmelwieser Teich.

Etwa 300 Meter unterhalb des Haderbacher Teiches fließt das Wasser in die Innerste und wird nach etwa weiteren 15 Kilometern noch einmal in der Innerstetalsperre aufgestaut.

Beschreibung

Möglicherweise stammt sein Name aus einer alten Flurbezeichnung für ein dortiges Grundstück, das strittig war (Hader=Streit). Eine andere Quelle spricht von einem Streit um das Wasser.Hugo Haase, Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz, 5. Auflage, Piepersche Druckerei und Verlagsanstalt, Clausthal-Zellerfeld 1985, ISBN 3-923605-42-0, Seite 65 Eigentlich müsste vom Namen her der Zu- und der Abfluss „Haderbach“ heißen, doch in den Karten heißt der Bach Flambach und der Hauptzufluss kommt auch von den Flambacher Teichen.

Der Staudamm wurde vor 1693 als Erdbauwerk, das heißt mit einer Erd- und Felsschüttung, erstellt. Das Dammschüttmaterial wurde örtlich gewonnen und ist von überwiegend steiniger Substanz. Die Dammdichtung wurde aus Rasensoden hergestellt und verläuft entlang der wasserseitigen Böschung. Es handelt sich um einen Teich der „Alten Bauart“.

Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am linken (südlichen) Hang und besteht aus einer Bruchstein/Betonkonstruktion. Sie wurde 1984 neu errichtet. Als Entnahmemöglichkeit steht ein Grundstriegel (Grundablass) zur Verfügung. Er ist seit 1983 als PVC-Druckrohr DN 200 konstruiert und wird über einen luftseitigen Unterflurschieber betätigt.

Einzugsgebiet, Wasserwirtschaft

Das 1,9 km² große Einzugsgebiet des Haderbacher Teiches besteht fast ausschließlich aus Wiesen- und Waldflächen. Etwa 700 Meter nordöstlich befindet sich die Flambacher Mühle, einem christlichen Bildungs- und Erholungsheim der Mentor-Stiftung Bremen.über uns auf den Seiten der Flambacher Mühle, abgerufen am 13. September 2026 Der Abfluss wird stark geprägt von den drei oberhalb gelegenen Stauteichen. Des Weiteren kreuzen sowohl der Obere, als auch der Untere Rosenhöfer Fall das Einzugsgebiet und leiten bei Niedrigwasser einen großen Teil des Abflusses aus dem Einzugsgebiet heraus.

Der Teich speiste mit seinem Wasser vornehmlich die Pochwerke im oberen Innerstetal und im Zellbachtal. Des Weiteren konnte das Wasser im weiteren Verlauf über den Schulte-Stollen nach Bad Grund geleitet werden, wo es den dortigen Bergwerken als Aufschlagwasser zur Verfügung gestellt werden konnte. Letztere Nutzung endete erst mit der Stilllegung des Erzbergwerkes Grund im Jahr 1992.

Bauwerkshistorie

Da das hölzerne Striegelgerenne abgängig war, wurde 1983 ein neuer Grundablass eingebaut. Hierzu wurde im hydraulischen Rohrvortrieb zunächst ein DN 300 Stahlrohr durch den Damm geschoben, in das dann ein Kunststoff-Druckrohr DN 200 mit luftseitigem Schieber installiert wurde. Das historische Holzgerenne wurde mit Beton verpresst. Die Striegelwiderwaage ist aber am luftseitigen Dammfuß noch gut erhalten.

1984 wurde die Hochwasserentlastungsanlage (Ausflut) deutlich größer neu errichtet. Es handelt sich nun um eine Beton-Bruchstein-Konstruktion mit einer Überlaufschwelle aus Beton. 1994 erfolgte eine Dammerhöhung um bis zu 60 cm, wobei die Dichtung ebenfalls erhöht werden musste. In diesem Zuge wurde auch die wasserseitige Böschung mit einer Wellenschutzschüttung aus Grauwacke-Bruchsteinen befestigt. Im Jahr 2000 wurde die Überlaufschwelle hydraulisch günstiger gestaltet. Alle diese Maßnahmen dienten dazu, das Bemessungshochwasser schadlos abzuführen.

Sonstiges

In den Sommermonaten kann Badebetrieb beobachtet werden. Der Teich hat einen seltenen Bestand an Schlammling, Sumpfquendel und im kleineren Rahmen auch Strandling. Damit diese seltene Pflanzenpopulation erhalten bleibt, wird er regelmäßig während der Vegetationsperiode abgesenkt.

Fischereilich ist der Teich an einen örtlichen Angelverein verpachtet. Gastkarten können unkompliziert erworben werden. Er ist mit Aal, Forelle, Karpfen, Schleie, Barsch, Hecht und Zander besetzt.Harderbacher Teich auf den Seiten des Anglervereins Osterode e.V., abgerufen am 13. September 2026

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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