mini|Fatuma Musa Afrah bei der Verleihung des Radio Regenbogen Awards 2019 Fatuma Musa Afrah (* 1989) ist eine somalische Menschenrechtlerin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Frauenrechte, die Stärkung von Frauen und Mädchen mit Flucht- und Migrationserfahrung sowie gesellschaftliche Teilhabe.

Leben und Ausbildung Fatuma Musa Afrah floh als Kind mit ihrer Familie vor dem Bürgerkrieg in Somalia nach Kenia und wuchs dort auf. Sie studierte Sozialarbeit und Entwicklungszusammenarbeit in Mombasa und Nairobi und engagierte sich ab 2012 in internationalen Hilfsprojekten in Mogadischu und im Flüchtlingslager Dadaab. Im Jahr 2014 kam sie aus Kenia nach Deutschland. Für sich selbst bevorzugt sie die Bezeichnung „Newcomerin“ gegenüber „Flüchtling“.

Engagement Im Jahr 2015 eröffnete Fatuma Musa Afrah den 32. Chaos Communication Congress in Hamburg; vor rund 12.000 Teilnehmenden nutzte sie ihre Erfahrungen als neu angekommene Migrantin für einen Appell zum Einsatz technischer Fähigkeiten auch für Bildung und die Unterstützung vulnerabler Menschen. 2017 war sie eine von acht Geflüchteten der Berliner Kampagne Farben bekennen, die gesellschaftliches Engagement von Zugewanderten wahrnehmbar machen sollte. Im Herbst 2018 gründete sie mit United Action eine eigene Beratungs- und Hilfsorganisation und konzentrierte ihre Arbeit besonders auf geflüchtete Frauen in ländlichen Regionen Brandenburgs. Der Verein schafft geschützte Räume und organisiert Bildungs- und Empowermentangebote für Frauen und Mädchen mit Migrations- und Fluchterfahrung. Bis 2025 hatten Projekte des Vereins mehr als 500 Frauen in Brandenburg erreicht. Als Rednerin und Beraterin beschäftigte sie sich zudem mit Ermächtigung, Migration, Frauenrechten und zivilgesellschaftlichem Engagement und beriet verschiedene Parteien im Deutschen Bundestag. Im September 2026 beteiligte sie sich in Potsdam am zweiten Netzwerktreffen Stop FGM/C, das Akteure aus Gesundheitswesen, Verwaltung, Migration, Bildung und Zivilgesellschaft zur Bekämpfung der Verstümmelung weiblicher Genitalien vernetzte. Sie setzte sich dabei besonders dafür ein, Wissenslücken im medizinischen Umgang mit FGM/C zu schließen und Fachleute stärker miteinander zu vernetzen.

Auszeichnungen 2018 erhielt Fatuma Musa Afrah beim Band für Mut und Verständigung einen Sonderpreis; die Auszeichnung würdigte Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. 2019 erhielt sie beim Radio Regenbogen Award den erstmals vergebenen Sonderpreis. 2025 wurde sie für ihr zivilgesellschaftliches Engagement als Botschafterin für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Menschenrechtsaktivist Kategorie:Immigrant in Deutschland Kategorie:Somalier Kategorie:Geboren 1989 Kategorie:Frau