mini|Erik von Stockenström im Ornat eines Geheimen Rates und mit der Kette des Seraphinenordens um den Hals. Portraitgemälde von Gustaf Lundberg (1695–1786) Erik von Stockenström (* 9. April 1703; † 23. Februar 1790 in Stockholm, Schweden) war ein schwedischer Graf, Reichsrat, Justizkanzler, Bergmeister und Politiker. Er war der Bruder von Salomon Stockenström und der Onkel von Salomon von Stockenström.

Biographie Herkunft und Ausbildung Erik von Stockenström war der Sohn des Bergmeisters Erik Lorentzon Stockenström und der Emerentia Rockes, die einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie entstammte.Biographiskt Lexicon öfver namnkunnige svenska män: Sch - Sö. Palmblad, Sebell. 1849.Carl Georg Starbäck: Berättelser ur Swenska Historien. Fortsetzung von P. O. Bäckström. Stockholm Beijer, Abr. Bohlin. Stockholm. S. 428. 1878.

Laufbahn Stockenström trat in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Chemie sowie Bergbaukunde an der Universität Uppsala; im Alter von 22 Jahren wurde er Auskultant (Beamtenanwärter) beim Bergskollegium, wo er 1726 zum Notar aufstieg. Nachdem er 1730 zum Geschworenen (ein technischer Aufseher im Bergbau) im Stora Kopparbergs bergslag ernannt worden war, unternahm er 1732 eine ausgedehnte Auslandsreise, auf der er bedeutende Bergwerke und Hüttenwerke in Norwegen, England, Deutschland, den Niederlanden und Frankreich besuchte.

1738 wurde er zum Bergmeister für die Bergbauregionen Södermanland, Östergötland und Småland ernannt. Zu diesem Zeitpunkt genoss er bereits einen solchen Ruf, dass er bei der Gründung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 1739 zu deren ersten Mitgliedern gewählt wurde. 1747 erfolgte seine Beförderung zum Assessor beim Bergskollegium und 1749 zum Sekretär der Justizrevision (: justitierevisionssekreterare); in dieser Funktion wurde er 1751 in den Adelsstand erhoben. Er nahm das damit verbundene Recht zur Sitzung im Haus der Ritterschaft (Adelsstand) engagiert wahr und wurde während der Reichstage von 1755 und 1760 als Vertrauensmann der „Partei der Hüte“ (: Hattarne) in den Geheimen Ausschuss berufen.

1758 wurde er zum Justizkanzler ernannt.Hjalmar Fors: Upplysningens element: Materia och världsbild under 1600- och 1700-talet. Fri Tanke. 2020. ISBN 978-91-7819-765-1. Zu Beginn der 1760er Jahre gehörte er zu denjenigen, die einen Kompromiss zwischen seiner Partei und dem Reichsrat anstrebten. Während der Zeit, in der die Partei der „Mützen“ (: Mössorna) dominierte, geriet er häufig mit dem Rat wegen der Amtsführung in Konflikt – insbesondere aufgrund der liberalen Auslegung des neuen Pressefreiheitsgesetzes. Stockenström spielte eine aktive Rolle bei den Ereignissen, die zur Abdankung Adolf Friedrichs und zur Einberufung des Reichstags in Norrköping im Jahr 1769 führten. Auf diesem Reichstag wurde er erneut in den Geheimen Ausschuss berufen und während dessen Sitzungsperiode in den Rang eines Reichsrates erhoben.

Im selben Jahr wurde er zum Ritter des Seraphinenordens ernannt; 1770 folgte die Erhebung in den Freiherrenstand sowie die Ernennung zum Präsidenten der Gesetzeskommission. Bereits im darauffolgenden Jahr wurde er in den Grafenstand erhoben und kurz darauf zum Kanzler der Universität Åbo ernannt. Am 27. März 1772 – als ein Sieg der „Mützen“-Partei unmittelbar bevorzustehen schien – zog er sich aus dem politischen Leben zurück, indem er seinen Sitz im Reichsrates niederlegte; der König berief ihn jedoch am 22. August desselben Jahres wieder in das Gremium. Seinen Sitz im Reichsrat gab er 1789 im Alter von 86 Jahren schließlich ein zweites Mal auf.

Stockenströms Wirken war bedeutend und vielfältig. Als wohlhabender Mann unterstützte er zahlreiche förderungswürdige Projekte, wie etwa die Erschließung der Kohlegruben von Höganäs und der Silberwerke von Hällefors sowie die Errichtung eines Stahl- und Fertigungsbetriebs an letzterem Standort. Wiederholt bewies er Großzügigkeit gegenüber hilfsbedürftigen Menschen. Er war maßgeblich an der Gründung von Jernkontoret (dem schwedischen Eisenhüttenverband) beteiligt und gehörte dessen Vorstand bis 1766 an, als bestimmten Amtsträgern – darunter dem Justizkanzler – die Ausübung solcher zivilen Ämter untersagt wurde.

Familie Am 28. Juni 1750 heiratete von Stockenström in Stockholm Johanna Bedoire (1729–1808), die Tochter des Stockholmer Großhändlers Frans Bedoire und dessen Frau Maria Elisabet Ross. Gemeinsam hatten sie folgende Kinder:Gustaf Elgenstierna: Den introducerade svenska adelns ättartavlor. Band 7: Schildt-Sture. Norstedt. Stockholm. 1932. Catharina Emerentia von Stockenström (1751–1827), Hofdame ∞ Oberst Vollrat Vilhelm Haij. Jeanna von Stockenström (1754–1809), Hofdame der Königin, ∞ Generalmajor Graf Albrekt von Lantingshausen. ein Kind (1761–1761).

Literatur Gabriel Anrep: Svenska Adelns Ättar-Taflor: Skytte af Duderhoff - Östner, jemte Tillägg, Rättelser och Slutord. P. A. Norstedt u. Söhne. 1862.

Einzelnachweise

Kategorie:Nobilitierter (Schweden) Kategorie:Titulargraf Kategorie:Bergmeister Kategorie:Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger des Seraphinenordens Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1703 Kategorie:Gestorben 1790 Kategorie:Mann