Ministranci, polnisch für Die MinistrantenAuch unter dem englischen Titel The Altar Boys bekannt: Filmbesprechung auf filmdienst.de, ist ein polnisches Filmdrama in der Regie von Piotr Domalewski (* 1983) aus dem Jahre 2025 über vier Jungen im Umfeld der römisch-katholischen Kirche im Polen der Gegenwart. Der vielfach preisgekrönte Film lief 2026 auf dem Berliner Filmfestival 21. Filmpolska für das deutsche Publikum.
Handlung Vier heranwachsende Jungen, noch vor dem Stimmbruch, sind Messdiener in der katholischen Kirche einer polnischen Stadt (Drehort: Nowy Dwór Mazowiecki) und entfalten einen engagierten und lebendigen Sinn für Gerechtigkeit. Nach der Geldsammlung für Bedürftige am Ende der Messe beobachten sie, wie der Gastprediger sich das Geld in die eigene Tasche steckt.
Empört über diese Ungerechtigkeit, greifen sie zur Selbsthilfe: Sie installieren vor dem Beichtstuhl eine versteckte Kamera, um die Bedürftigsten der Gemeinde herauszufinden, entwenden Geld aus der anschließenden Sammlung und verteilen es als Maskierte an die von ihnen Auserwählten. Als sie die Aktion zugunsten eines größeren Kreises wiederholen, fällt das Fehlen des Geldes auf, und es kommt zu Verhören, zunächst ohne Ergebnis. Filip, einer der Jungen, erpresst den Gastprediger mit dem Wissen um dessen Diebstahl, und die Untersuchung wird eingestellt. Da aber offensichtlich ist, dass der Junge in das Geschehen verwickelt ist, wird er als Ministrant entlassen.
Als Nächstes nehmen sich die Jungen die Personen mit Verfehlungen vor und erteilen jedem einen Denkzettel. Übrig bleibt nur der gewalttätige Vater des von den Jungen angehimmelten, etwas reiferen Mädchens Dominika: Weder sie noch ihre Mutter wagen, ihn anzuzeigen.
Als eine von den übrigen drei Ministranten angeführte Prozession beginnt, lässt Filip die Route von seinen Freunden zu Dominikas Haus umleiten. Dort provoziert er unterdessen Dominikas Vater, der auf ihn zustürmt und ihn vor den Augen der ganzen, gleichzeitig eintreffenden Gemeinde zusammenschlägt.
Trivia Tobiasz Wajda (* 2010), Darsteller der Hauptfigur des Filip, ist über seinen Vater mit dem polnischen Regisseur Andrzej Wajda verwandt. Die Darsteller der Jungen mit den Spitznamen Kurczak und Mały Kurczak (etwa: Spatz und Kleiner Spatz) sind in der Filmhandlung und ebenso im bürgerlichen Leben Brüder.
Veröffentlichung Die Premiere fand am 21. November 2025 statt.
Auszeichnungen (Auswahl) (Quelle: Ausführliche Liste der Auszeichnungen auf filmpolski.pl)
2025: 50. Polnisches Spielfilmfestival in Gdynia: Großer Preis Goldener Löwe Drehbuchpreis an Piotr Domalewski Auszeichnung für den Schnitt an Agnieszka Glinska Auszeichnung des Verbandes der Programmkinos Auszeichnung der Polnischen Filmfestivals und -kritiken im Ausland Goldenes Känguru (Auszeichnung der australischen Verleiher) Publikumspreis Preis von Radio Gdańsk für den Film mit dem längsten Applaus 2026: Polnischer Filmpreis Adler Bestes Drehbuch an Piotr Domalewski Publikumspreis 2026: Polnisches Filmfestival in Washington: Bester Spielfilm Auszeichnung als bester Schauspieler: Tobias Wajda Publikumspreis 2026: Filmfestival Krakau: Preis für das beste Schauspieldebüt im polnischen Spielfilmwettbewerb an Tobias Wajda 2026: Tarnów-Filmpreis: Publikumspreis 2026: Filmfestival Kosice: Publikumspreis
Weblinks
Eintrag in Filmpolski.pl mit Fotos zum Film Eintrag im Programm des Polnischen Filmfestivals in Berlin 2026 21. Filmpolska Rezension auf der österreichischen Seite KiJuKu.at
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:Polnischer Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Römisch-katholische Kirche in Polen Kategorie:Kindheit im Film Kategorie:Christentum im Film Kategorie:Ministranten