Wilhelm Karl Gustav von Zitzewitz (* 12. April 1862 in Beßwitz, heute Biesowice; † 17. August 1891, bei Lugalo, Deutsch-Ostafrika, heute Tansania) war ein preußischer Offizier und Mitglied der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika.

Leben mini|Schloss Beßwitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker Wilhelm kam als zweiter von neun Söhnen des Politikers Ernst von Zitzewitz und der Helene (Nelly) von Salmuth, geborene Simon, im Kreis Rummelsburg zur Welt.Ohne Verfasser: Kleine Mitteilungen – Die Vermißten des Expeditionskorps. In: Deutsche Kolonialzeitung. 4. Jahrgang (neue Folge), Ausgabe Nr. 10 vom 19. September 1891, S. 140 (Digitalisat). Er war Schüler in den Gymnasien von Köslin und Stolp. Nach dem Abitur trat er in das 5. Husaren-Regiment in Stolp ein. Er besuchte die Kriegsschule in Metz, die er mit Allerhöchster Belobigung und einem Ehren-Offizierssäbel von Wilhelm I. verließ. Im Oktober 1882 wurde er zum Leutnant befördert. Auf Veranlassung seines Vaters wurde er in das Infanterie-Regiment Nr. 58 in Glogau versetzt.

mini|Das Denkmal bei Lugalo mit Namen deutscher Gefallener, darunter Wilhelm von Zitzewitz, Foto von 2014 Unzufriedenheit mit dem neuen Standort und Hindernisse in der Heiratsplanung bewogen von Zitzewitz zum Eintritt in die sogenannte Wissmann-Truppe, in die er am 2. März 1890 eintrat (laut anderer Quelle im Februar 1890). Von Zitzewitz blieb Kolonialoffizier, als am 22. März 1891 die offizielle Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika geschaffen wurde. Ab April 1891 war er in Lindi stationiert. Im August 1891 nahm er unter Emil von Zelewski an einer Militärexpedition gegen die Hehe teil, denen im Gefecht bei Rugaro einer der seltenen Siege über Kolonialtruppen gelang. Von Zitzewitz bewirkte durch einen Schuss auf Vögel unbeabsichtigt den vorzeitigen Angriff der Afrikaner, was einen Teil der deutschen Expedition gerettet haben soll.Bernd Arnold: Die Schlacht bei Rugaro 1891 (Tansania, Iringa). Verlauf der Kämpfe und Ursachen der Niederlage des Expeditionskorps der kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. In: Peter Heine, Ulrich van der Heyden (Hrsg.): Studien zur Geschichte des deutschen Kolonialismus in Afrika. Festschrift zum 60. Geburtstag von Peter Sebald. Pfaffenweiler: Centaurus-Verlagsgesellschaft 1995, ISBN 978-3-89085-939-2, S. 94–113 (hier: S. 100 f.). In dem Gefecht wurde etwa ein Viertel der gesamten ostafrikanischen Schutztruppe ausgelöscht. Daher war das Überleben von 4 Deutschen und 64 Askaris dank dieses Zufalls von Bedeutung für die ganze Kolonie.Tanja Bührer: Die Hehe und die Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika. Die Schlacht bei Rugaro 1891. In: Birthe Kundrus und Dierk Walter (Hrsg.): Waffen – Wissen – Wandel. Anpassung und Lernen in transkulturellen Erstkonflikten. Hamburger Edition, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86854-534-0, S. 256–279 (hier: S. 259, 272). Auch von Zitzewitz selbst befand sich unter den Toten. Sein Name steht auf einem Denkmal, das etwa 1898 am Ort des Gefechts errichtet wurde und bis heute besteht. Auf einer späteren Vergeltungsexpedition wurde sein Kopf und sein Gewehr gefunden und beides nach Beßwitz gebracht.

Weblinks

Wilhelm von Zitzewitz in der Datenbank Personen in Deutsch Ostafrika

Einzelnachweise

Wilhelm Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Person (Deutsch-Ostafrika) Kategorie:Militärperson (Kaiserliche Schutztruppe) Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1862 Kategorie:Gestorben 1891 Kategorie:Mann