Franz Fehringer (* 14. Juni 1903 in Fridau; † unbekannt) war ein österreichischer Mediziner. Er leitete ab 1940 das Gauamt für Rassepolitik in Wien und wirkte als T4-Gutachter an den Krankenmorden in der Zeit des Nationalsozialismus mit.

Werdegang Fehringer studierte an der Universität Wien Medizin. Im Jahr 1931 wurde er Mitglied der NSDAP, 1932 trat er der Sturmabteilung (SA) bei. In der SA war er Sturmbannarzt. Außerdem war er Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund.

Ab September 1940 war er Leiter des Gauamts für Rassepolitik im NSDAP-Gau Wien, das für Propaganda, Bevölkerungspolitik und die Ausgrenzung unerwünschter Bevölkerungsteile (Juden, Sinti und Roma, Behinderte, „Asoziale“) zuständig war. In dieser Funktion stieß er zur Krankenmordorganisation „T4“ und war vom 6. September 1940 bis Januar 1941 als Gutachter tätig.

In Kooperation mit Richard Rössler vom Pharmakologischen Institut der Universität Wien, Adolf Pokorny und dem Pharmaunternehmen Madaus war er an der Entwicklung eines Medikaments auf Basis von Schweigrohr zur Massensterilisation beteiligt. Ziel der Experimente war ein Medikament, welches zur Unfruchtbarmachung ganzer Bevölkerungen in den vom Deutschen Reich eroberten Gebieten eingesetzt werden konnte, ohne deren Arbeitskraft zu verlieren. Das Medikament sollte an Insassen des Zigeuner-Anhaltelagers Lackenbach getestet werden. Ob es zu diesen Menschenversuchen tatsächlich kam, ist allerdings unklar.

Am 30. Januar 1945 wurde er zum SS-Obersturmbannführer ernannt. Der Verbleib Fehringers nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist unbekannt.

Einzelnachweise

Kategorie:T4-Gutachter Kategorie:NSDÄB-Mitglied Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Mann