Der Måbøtunnel () ist ein einröhriger Straßentunnel im Verlauf des Riksvei 7 durch das Måbødalen im Nordwesten der Hardangervidda. Er liegt in der Kommune Eidfjord in der Provinz Vestland im Südwesten Norwegens.

Vorgeschichte Bereits seit 1872 gab es durch das Måbødalen einen vom Norwegischen Touristenverband gebauten Touristenweg bis hinauf zum Vøringsfossen und dem seit 1891 bestehenden Fossli-Hotel. Ab 1900 begann die Konstruktion der ersten befahrbaren Straße, welche dann 1916 eröffnet wurde. Diese alte Route verfügte über zwei kurze, jeweils rund 100 Meter lange, Tunnelabschnitte und führte überwiegend entlang der steilen Abhänge, teils mit mehreren 180°-Kehren zur Überwindung der Höhe und endete damals in Fossli nahe des Vøringsfossen. Zunächst von Pferdefuhrwerken und Wanderern genutzt, befuhr 1930 das erste Auto die Straße. Heute führt die Straße weiter über die Hardangervidda, Europa's größtem Hochgebirgsplateau, und stellt mit dem Riksvei 7 die kürzeste Straßenverbindung zwischen Oslo und Bergen dar.

Bau des Tunnels Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen erfolgte dann bis Mitte der 1980er-Jahre eine umfassende Neutrassierung des Riksvei 7 durch das Måbødalen, in derem Zuge insgesamt vier neue Tunnel gebaut wurden. Der mit 1893 m längste davon ist der 1984 fertiggestellte und 1986 zusammen mit dem südlich angrenzenden Kvernhushaug-Tunnel eröffnete Måbøtunnel. Von seinem Südwestportal auf 345 moh. bis zu seinem Nordostportal auf 489 moh. überwindet er mit einer Steigung von bis zu 7 % rund 145 Höhenmeter im Inneren des Berges. Der Måbøtunnel ist für Fußgänger und Radfahrer gesperrt − diese können die alte Straße, welche seither ein Fahrrad- und Fußweg ist, nutzen.

Der Streckenabschnitt des Riksvei 7 von Eidfjord zum Vøringsfossen, und damit auch durch den Måbøtunnel, ist auch für den Kreuzfahrttourismus von Bedeutung. Viele Passagiere von in Eidfjord am Ende des Hardangerfjords ankernden Kreuzfahrtschiffe nutzen den Landgang für einen Besuch des nur 20 Kilometer entfernten Wasserfalls.

Vorfälle im Tunnel Busunglück 1988 Im August 1988 kam es im Måbøtunnel zu einem schweren Busunglück. Auf dem abschüssigen Weg durch den Tunnel wurde ein Bus aufgrund eines Bremsendefekts unkontrolliert schneller und erreichte eine Geschwindigkeit von über 90 km/h. Um nach Ende des Tunnels, wo die Straße oberhalb des Måbøvatnet und des Flusses Bjoreio in einem 180°-Bogen in den nächsten Tunnel führt, nicht den Abgrund hinunterzustürzen, steuerte der Fahrer den Bus am Tunnelausgang gezielt gegen die Tunnelwand. An Bord des Busses befanden sich 23 Schulkinder aus dem schwedischen Kista und 11 erwachsene Begleiter, die sich auf einer Klassenfahrt befanden. Bei dem Unglück starben 16 der 34 Passagiere, davon 12 Kinder, und auch der Busfahrer selbst, der 14 Tage nach dem Unfall seinen Verletzungen erlag.

Brand 2016 Im Mai 2016 fing eine Sattelzugmaschine im Tunnel Feuer und brannte komplett aus. Dabei geriet auch der PE-Schaum an den Tunnelwänden, der in älteren Tunneln als Schutz vor Wasser und Frost angebracht wurde, in Brand, so dass auch die Tunnelwände und die Tunnelelektrik beschädigt wurden. Nach dem Brand blieb der Tunnel im Måbødalen, für den es keinerlei lokale Umfahrungsmöglichkeit gibt, für drei Tage komplett gesperrt. Nach drei Tagen erfolgte eine Teilöffnung mit einspurigem Betrieb mittels Kolonnekjøring, während die Reparaturarbeiten fortgesetzt wurden.

Einzelnachweise

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