mini|Flohkrebs Bathyporeia elegans mit Ei im Marsupium mini|Weibliche Mauerassel mit deutlich erkennbarem Marsupium zwischen den Beinen Als Marsupium (, ‚Beutel‘) oder Brutbeutel wird bei den Krebsen ein an der Bauchseite des Brustabschnitts gelegener Brutraum bezeichnet, in dem die Weibchen ihre Eier und die sich entwickelnden Jungtiere tragen. Das Marsupium ist ein charakteristisches Merkmal der Ranzenkrebse (Peracarida) und es wird bei den meisten Gruppen von paarigen platten- oder blattförmigen Anhängen an der Basis der Brustbeine (Pereiopoden), den Oostegiten, gebildet.
Aufbau und Funktion Die Oostegite der Laufbeine sind zur Körpermitte gerichtet und begrenzen gemeinsam mit der Bauchseite des Körpers einen abgeschlossenen und geschützten Raum. Die Eier werden in das Marsupium abgelegt und durchlaufen dort eine direkte Entwicklung, bei der keine frei schwimmenden Zoea- oder vergleichbaren Larvenstadien auftreten. Bei einigen Gruppen verlassen die Jungtiere das Marsupium als Manca-Stadium, das dem erwachsenen Tier bereits weitgehend ähnelt.
Die Anzahl, Größe und Anordnung der Oostegite und damit der Aufbau des Marsupiums unterscheiden sich innerhalb der verschiedenen Gruppen der Ranzenkrebse. Besonders ausgeprägt ist das Marsupium bei den landlebenden Landasseln (Oniscidea). Bei ihnen überlappen gewöhnlich fünf Paare von Oostegiten und bilden eine weitgehend geschlossene, mit Flüssigkeit gefüllte Brutkammer. Diese Ausbildung des Marsupiums gilt als wichtige Voraussetzung für die Fortpflanzung unabhängig von offenen Gewässern, da sich die Embryonen dadurch auch außerhalb eines aquatischen Lebensraums unter feuchten und geschützten Bedingungen entwickeln können. Bei einigen Landasseln ragen zusätzlich als Kotyledonen bezeichnete Ausstülpungen der Körperwand in das Marsupium hinein, die am Stoffaustausch zwischen Muttertier und Brut beteiligt sind.
Bei den Schwebegarnelen (Mysida) kann das Marsupium je nach Verwandtschaftsgruppe aus zwei bis sieben Paaren Oostegiten bestehen. Bei den Petalophthalmidae und den Boreomysinae sind sieben Paare vorhanden, während bei den übrigen Mysidae nur zwei oder drei hintere Paare das Marsupium bilden. Eine Ausnahme innerhalb der Ranzenkrebse bilden die Thermosbaenacea, bei denen die für die übrigen Gruppen typischen ventralen Oostegite fehlen. Die Eier und Embryonen werden stattdessen in einem dorsalen, vom Carapax gebildeten Brutraum getragen.
Belege
Kategorie:Anatomie der Krebstiere Kategorie:Fortpflanzung (Zoologie)