Kit Kat Club – Kinks of Berlin (Originaltitel: KitKatClub – Kinks of Berlin) ist ein deutsch-österreichischer Dokumentarfilm von Philipp Fussenegger aus dem Jahr 2026. Er porträtiert verschiedene Menschen, die den Berliner KitKatClub besuchen oder mit ihm verbunden sind, darunter Club-Mitgründer Simon Thaur. Seine Weltpremiere hatte der Film am 6. März 2026 beim 28. Thessaloniki International Documentary Festival. Der deutsche Kinostart war am 10. September 2026.
Inhalt Der Film begleitet mehrere Stammgäste des KitKatClubs sowohl im Alltag als auch während der Clubnächte. Zu den Porträtierten gehören der Drag-Performer Tim alias Raven Van Krueger, Personen aus der BDSM- und Dogplay-Szene, David sowie Club-Mitgründer Simon Thaur und dessen Partnerin Mali. Neben Identität, sexueller Selbstbestimmung und Zugehörigkeit thematisiert der Film auch Drogenkonsum und Konflikte um Konsens.
Produktion Die Idee zu dem Film entstand während der Coronapandemie. Nach Darstellung der Berliner Morgenpost regte Club-Mitgründerin Kirsten Krüger zunächst einen Film über die Zeit an, in der der Club als Corona-Testzentrum genutzt wurde; daraus entwickelte sich ein Film über den Club nach seiner Wiedereröffnung.Peter Zander: Gleich zwei Dokus über den KitKatClub: Einblicke in den Tempel der Lust. In: Berliner Morgenpost, 7. September 2026. Nach Angaben Fusseneggers waren persönliche Kontakte und ein jahrelanger Vertrauensaufbau Voraussetzung für die Dreharbeiten.
Produziert wurde der Film von Avanti Media Fiction in Koproduktion mit FUNFAIRFILMs und dem ZDF im Rahmen von Das kleine Fernsehspiel. Die Dreharbeiten fanden vom 2. August 2022 bis zum 30. April 2025 in Berlin statt.
Die durchgehende Schwarz-Weiß-Gestaltung ging nach Angaben Fusseneggers auf einen Vorschlag des Kameramanns Dino Osmanović zurück. Sie sollte die Clubwelt abstrakter, traumhafter und melancholischer erscheinen lassen und die unterschiedlichen Handlungsstränge visuell verbinden. Gesichter zufällig aufgenommener Personen wurden zum Schutz ihrer Identität unscharf gemacht.
Veröffentlichung und Festivals Die Uraufführung fand in der Sektion Open Horizons des 28. Thessaloniki International Documentary Festival statt. Anschließend wurde der Film beim CPH:DOX in Kopenhagen in der Sektion Highlights gezeigt.
Beim Porn Film Festival Vienna 2026 lief der Film als Abschlussfilm.
Rezeption Carola Padtberg schrieb in Spiegel, die ästhetisierende Schwarz-Weiß-Gestaltung bremse den voyeuristischen Blick und zeige die Protagonisten in ihrer menschlichen Komplexität. Der Film halte die Ambivalenz aus, dass Sexualität sowohl befreiend als auch eine Flucht sein könne.
Peter Zander bezeichnete den Film in der Berliner Morgenpost als interessante Innenansicht und als bildstarke, ungeschönte und nicht skandalisierende Hommage. Zugleich beurteilte er ihn als etwas unkritisch, da Suchtfolgen und weitere Konflikte der Clubkultur nur angerissen würden.Peter Zander: Gleich zwei Dokus über den KitKatClub: Einblicke in den Tempel der Lust. In: Berliner Morgenpost, 7. September 2026.
Lilly Schröder hob in der taz den Gegensatz zwischen den exzessiven Clubnächten und der ruhigen Inszenierung mit langen Einstellungen und wenigen Schnitten hervor. Der Film widme sich im zweiten Teil auch den Schattenseiten des Milieus, darunter Drogenkonsum und Konflikte um Konsens, und zeige eine Gemeinschaft voller Widersprüche.
Auszeichnung 2026: Best Documentary Award beim Porn Film Festival Vienna
Weblinks
Film-Homepage beim Verleiher Farbfilm
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Dokumentarfilm