Die Neuguinea-Weißzahnmaus (Brassomys albidens) ist eine Nagetierart aus der Gruppe der Altweltmäuse (Murinae), die auf Neuguinea vorkommt. Sie ist nur von wenigen Exemplaren bekannt, die in den 1930er-Jahren im westlichen Neuguinea gefunden wurden.

Merkmale Die Neuguinea-Weißzahnmaus ist eine relativ kleine Maus, die eine Kopf-Rumpf-Länge von 11,1 bis 12,2 Zentimeter erreicht und einen 14,4 bis 16,2 langen Schwanz hat. Die Schwanzlänge beträgt damit durchschnittlich 132 % der Kopf-Rumpf-Länge. Die Hinterfußlänge liegt bei 25 bis 27 Millimeter, die relativ großen Ohren sind 18 bis 22 Millimeter lang. Das Fell ist dick, weich und wollig. Auf dem Rücken ist es dunkelbraun, die Bauchseite ist weißgrau bis ockerfarben. Die Vibrissen sind sehr lang, die Ohren sind spärlich mit dunkelbraunen Haaren bedeckt. Rund um die Augen besitzen die Tiere eine dunkle Gesichtsmaske. Die Hinterpfoten sind schmal und lang. Alle Zehen verfügen über Krallen. Der lange, schlanke Schwanz ist beschuppt und pro Schuppe mit drei Haaren versehen. Zum Ende hin wird er zunehmend dunkler, die Spitze ist jedoch weiß. Eine Schwanzquaste ist nicht vorhanden. Die Schneidezähne sind weiß.

Lebensraum und Lebensweise mini|Fundort der Neuguinea-Weißzahnmaus im Westen Neuguineas Alle sechs bisher bekannten Exemplare der Neuguinea-Weißzahnmaus wurden in der Nähe des Habbema-Sees im Maokegebirge im Westen Neuguineas gefunden. Es handelt sich um einen ca. 3100 hoch gelegenen hochalpinem Bergwald, in dem bemooste Scheinbuchen (Nothofagus) die häufigste Bäume sind. Knapp oberhalb des Lebensraums der Neuguinea-Weißzahnmaus beginnt der subalpine Bereich mit Nadelwäldern und Strauchlandschaften. Die Morphologie des Schädels und der Zähne deutet auf eine Ernährung mit Schwerpunkt auf Wirbellosen, wahrscheinlich vor allem Insekten und Regenwürmern, hin. Die dunkle Färbung der Weißzahnmaus deutet auf eine nachtaktive Lebensweise hin. Über die Aktivitätsmuster und Fortpflanzungsbiologie der Nager ist nichts bekannt.

Systematik Die Neuguinea-Weißzahnmaus wurde 1951 durch den US-amerikanischen Zoologen George Henry Hamilton Tate unter der Bezeichnung Melomys albidens erstmals wissenschaftlich beschrieben. Im Jahr 1993 wurde sie in die Gattung der Neuguinea-Bürstenratten (Coccymys) verschoben. Sie unterscheidet sich jedoch morphologisch stark sowohl von den Neuguinea-Bürstenratten als auch von anderen Mäusen und Ratten auf Neuguinea und wurde deshalb 2009 durch die US-amerikanischen Mammalogen Musser und Lund von Coccymys in die monotypische Gattung Brassomys überführt, die nach dem Botaniker Leonard J. Brass benannt wurde. In der Unterfamilie der Altweltmäuse (Murinae) wird die Neuguinea-Weißzahnmaus der Tribus Hydromyini zugeordnet.

Einzelnachweise Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier & Thomas E. Lacher, Jr, 2017, Muridae, S. 536–884 in Handbook of the Mammals of the World – Volume 7 Rodents II, Barcelona :Lynx Edicions S. 680, DOI:10.5281/zenodo.6887260 G. G. Musser, M. D. Carleton (2005): Species Coccymys albidens. In D. E. Wilson, D. M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World: A Taxonomic and Geographic Reference (3. Aufl.). Johns Hopkins University Press. S. 894–1531. ISBN 978-0-8018-8221-0. G.G. Musser und D.P. Lunde (2009): Systematic reviews of New Guinea Coccymys and "Melomys" albidens (Muridae, Murinae) with descriptions of new taxa. Bulletin of the American Museum of Natural History 329:1-139. doi:10.1206/635.1 Kevin C. Rowe, Anang S. Achmadi, Pierre‐Henri Fabre, John J. Schenk, Scott J. Steppan, Jacob A. Esselstyn: Oceanic islands of Wallacea as a source for dispersal and diversification of murine rodents. August 2019, Journal of Biogeografy, Wiley, DOI: 10.1111/jbi.13720 G.H.H.Tate (1951): Results of the Archbold Expeditions. Nr. 65. The rodents of Australia and New Guinea. Bulletin of the American Museum of Natural History 97:183-430.

Kategorie:Langschwanzmäuse Kategorie:Endemisches Tier Neuguineas