Werner Thierschmann (* 19. September 1911 in Leipzig; † 19. Januar 1986 in München) war ein deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr.
Leben Thierschmann, Sohn des stellvertretenden Direktors der sächsischen Textilberufsgemeinschaft, studierte vom Sommersemester 1931 bis zum Wintersemester 1933/34 Humanmedizin an den Universitäten in Leipzig und Berlin. Am 30. Oktober 1934 trat er als Sanitätsoffizier-Anwärter in die Reichswehr ein. Vom April 1935 bis September 1937 war er an der Militärärztlichen Akademie in Berlin. Am 22. September 1937 erfolgte die Approbation zum Arzt, am 1. Oktober 1937 wurde er Assistenzarzt und am 5. Januar 1938 promovierte er zum Doktor der Medizin. Von Oktober 1937 bis Juli 1939 war er Hilfsarzt bei der Sanitätsstaffel Naumburg (Saale) sowie in der Sanitäts-Abteilung 14 in Leipzig und war dabei Truppenarzt beim Infanterie-Regiment 53 und Artillerie-Regiment 14.Range 2013 a. a. O.
Zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war Thierschmann von Juli 1939 bis Januar 1940 Truppenarzt in der I. Abteilung des Artillerie-Regiments 50 in Polen, von Januar 1940 bis März 1941 Hauptverbandplatz-Zugführer in der Sanitäts-Kompanie 2/220 der 164. Lehr-Division in Frankreich bei der Vorbereitung auf die Landung in England, von März 1941 bis August 1941 Kompaniechef der Sanitäts-Kompanie 2/220 in Griechenland, von September bis Dezember 1941 Chef des Orts-Lazaretts in Nausa auf Kreta, von Februar bis Juni 1942 Berater beim Korpsarzt des IV. (rumänischen) Armee-Korps bei der Deutschen Heeresmission in Rumänien und vom Juli 1942 bis Mai 1943 Kompaniechef der Sanitäts-Kompanie 2/220 sowie zugleich stellvertretender Divisionsarzt der 164. leichten Afrika-Division in Nordafrika. Im März 1943 wurde er Oberstabsarzt.
Thierschmann war vom Mai 1943 bis September 1946 in Kriegsgefangenschaft von Frankreich und den Vereinigten Staaten, wo er das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte und zwei erfolglose Fluchtversuche unternahm. Vom September 1946 bis Januar 1947 war er Vertrauensarzt beim Arbeitsamt in Bamberg, von Januar 1947 bis August 1948 Amtsarzt in Naumburg (Saale), und von Februar 1948 bis April 1956 praktischer Arzt mit eigener Arztpraxis in Naumburg (Saale). Im Mai 1956 siedelte er von der Deutschen Demokratischen Republik in die Bundesrepublik über und war von Mai 1956 bis Mai 1957 angestellter Arzt bei der United States Army Dispensary in Würzburg.
Am 16. Mai 1957 trat Thierschmann als Oberstabsarzt in die Bundeswehr ein und war von September 1957 bis August 1959 Bataillonskommandeur des Sanitätslehrbataillons in München, welches in dieser Zeit in Sanitätslehrbataillon 10 umbenannt wurde. Von September 1959 bis März 1960 war er Truppenfachlehrer für ABC-San, vom April 1960 bis Mitte Juli 1962 Dezernent und Stabsoffizier für Ausbildung beim Inspizienten des Sanitätsdienstes Heer im Truppenamt in Köln, von Mitte 1962 bis September 1968 Leiter des Spezialstabs ATP an der Sanitätsschule der Bundeswehr in München und dabei von 1964 bis September 1968 medizinischer Berater (Medical Advisor) des Allied Command Europe Mobile Forces Land.
Im Oktober 1968 wurde Thierschmann Unterabteilungsleiter I in der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und zum Generalarzt ernannt. Mit Ablauf des März 1970 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Auszeichnungen 1942: Eisernes Kreuz I. Klasse 1943: Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern I. Klasse 1970: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Siehe auch Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
Schriften
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Generalarzt (Heer der Bundeswehr) Kategorie:Person (Bundesministerium der Verteidigung) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener von Frankreich Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Vereinigten Staaten Kategorie:Oberstabsarzt (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Militärperson (Reichswehr) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1986 Kategorie:Mann