Friesenhausen ist eine Wüstung in der Gemarkung von Hofgeismar im nordhessischen Landkreis Kassel.
Lage Sie liegt auf Höhe über NHN etwa 3 km südwestlich des Zentrums der Kernstadt Hofgeismar an der Landesstraße L 3212, etwa halbwegs zwischen Hofgeismar und dem Liebenauer Stadtteil Niedermeiser. Der dortige Flur Fresenhusen bezeichnet den Ort, wo das einstige Dorf wahrscheinlich lag.Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens änderte sich im Laufe der Zeit: Fresenhosen, Vresenhosen (13. Jahrhundert), Fresenhusen (1423), Frissenhusen (1579), Frisensen, Friesenhausen (1583), Fresenhausen (1840–1861); siehe Friesenhausen, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Auf einer leichten Erhöhung in der Nähe stand einst der nach der Aufgabe der Siedlung errichtete Hofgeismarer Wartturm „Frensche Warte“,Ehemaliger Wartturm, , (); Frensche Warte, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) von dem man beim Bau der Straße von Niedermeiser nach Hofgeismar noch die Grundmauern fand.Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 30 In der benachbarten Gemarkung von Niedermeiser liegen die Fluren „obern Frensenfeld“, „mittlern Frensenfeld“ und „untern Frensen“, auf die Wüstung oder den Wartturm verweisend. mini|Kartenblatt Hofgeismar, Landesaufnahme von 1859 (Friesenhausen links oben) Geschichte Der Ort wurde im 13. Jahrhundert im Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg erstmals urkundlich erwähnt.Josef Dolle: Das älteste Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg. Edition und Kommentar, in Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 41, 1991, S. 31–83 (hier S. 46, 61) Darin werden die Brüder von Hümme als Lehnseigentümer des Zehnten genannt. Durch Abwanderung seiner Bewohner in die Stadt Hofgeismar fiel er schon bald wüst, und nur die Feldmark fand danach noch urkundliche Erwähnung.
Im Jahre 1423 beurkundete Diederich von Hümme (auch genannt von Haldessen), dass er u. a. 1/2 Hufen Land zu Fresenhusen, die er und vorher seine Eltern und Voreltern von Haldessen bis dahin als Mannlehen der Herren von Schöneberg gehalten hatten, dem Heinrich von Schöneberg aufgelassen und darauf Verzicht geleistet habe.HStAM Bestand, Urk. 52, Nr. 147 1579 wurde eine Belehnung mit der Hälfte des Zehnten zu Frissenhusen an die von Berlepsch und Rabe von Pappenheim dokumentiert.HStAM Bestand, Urk. 131, Nr. 196 Die letzte urkundlich Erwähnung erfolgte 1583 im Salbuch von Niedermeiser.HStAM Bestand S, Nr. 511
Fußnoten
Literatur Kurt Günther: Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert (Schriftenreihe des Arbeitskreises für Heimatgeschichte, Band 9), Magistrat der Stadt Immenhausen, Immenhausen, 1989 (Dissertation Marburg, 1959), S. 40 Helmut Jäger: Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Kreis Hofgeismar. (Göttinger geographische Abhandlungen, Heft 2; Dissertation, Geographisches Institut der Universität Göttingen, 1951), unveränderter Nachdruck: Hrsg. Arbeitskreis für Heimatgeschichte der Stadt Immenhausen, Heft 8, Magistrat der Stadt Immenhausen, Immenhausen, 1988, S. 173–174, Nr. 26 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14), Elwert, Marburg, 1926, (Unveränderter Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 151
Weblinks Friesenhausen, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)
Kategorie:Wüstung in Hofgeismar