|} Die elektrische Waldbahn Pojána Mörul war eine etwa 7 km lange elektrische Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 600 mm, die um 1899 durch die Berliner Firma Arthur Koppel bei Poiana Mărului (wörtlich: Apfelbaumwiese,Poiana Mărului = Apfelbaumwiese von poiana = Lichtung/Wiese und măr = Apfelbaum ungarisch: Almafatelep), einem Dorf im Kreis Caraș-Severin im Banat in Rumänien verlegt wurde.

Lage Poiana Marului liegt 25 km von Otelu Rosu entfernt im Tal des Flusses Bistra Marului auf einer Höhe von 640 m ü. NHN im Țarcu-Gebirge, umgeben von ausgedehnten Nadel- und Laubwäldern.Ramona Ciortescu: Poiana Marului, a piece of heaven in Banat. 24. Oktober 2015.

In der Nähe des ehemaligen Sägewerks liegt heute die Brauerei Bere Scorilo.Bere artizanală Scorilo - Berea Banatului Montan.

Geschichte Die elektrische Waldbahn wurde 1898 durch die Berliner Firma Arthur Koppel und durch die Budapester Firma Roessemann & Kühnemann vermessen, geliefert und verlegt. Sie hatte eine Spurweite von 600 mm und eine Spannung von 500 V, was darauf hinweist, dass sie von Anfang an nicht nur zum innerbetrieblichen Transport, sondern für das Heranschaffen von Langholz über eine längere Strecke konzeptioniert war. Die Normaltype einer schmalspurigen, elektrischen Lokomotive mit der ungewöhnlichen Betriebsnummer “11” (vermutlich römisch II) ist in einem zeitgenössischen Katalog (1905) von Roessemann & Kühnemann abgebildet. Einer der Hauptvorteile war die Vermeidung der durch den Funkenflug von Dampflokomotiven verursachten Waldbrandgefahr.

Baiersdorf & Biach bauten 1905/1907 außerdem eine Waldbahn mit einer Spurweite von 760 mm Zăvoi nach Poiana Mărului. Sie war 19,5 km lang. Hier fuhren drei Dampfloks mit insgesamt 33 Wagen. Die sogenannte Streck’ wurde später mit zahlreichen Abzweigungen ausgebaut (auf insgesamt 74 km).Werner Kremm: „Der Kleine Zug“ – Monografie einer verschwundenen Schmalspur-Forstbahn. 26. Juni 2017 Seit 1937 fuhr auf der Strecke ein straßenbahnähnlicher Verbrennungstriebwagen AM1 mit Anhänger für den Personentransport.Centrul Național de Informare și Promovare Turistică Caransebeș. Für den Holztransport waren die Dampflokomotiven aber weiterhin bis 1976, als der Eisenbahnverkehr endgültig eingestellt wurde, auf diesen Strecken in Betrieb.

Der Damm des Stausees wurde von 1984 bis 1992 aufgeschüttet, bis die Höhe von 125 m erreicht wurde. Während der Bauzeit wurde die Zufahrtsstraße zum Resort verändert, wobei eine neue Straße angelegt wurde, die über den Damm führt und am südwestlichen Ufer des Sees weiterführt, wobei die alte Straße derzeit überflutet ist. Heute führt die Hauptpipeline Măru–Ruieni, mit einem Innendurchmesser von 4,9 m aus Beton und einer Gesamtlänge von 9,8 km, das Wasser unter dem Berg zum unterirdischen Kraftwerk in Turnu Ruieni, einem Kraftwerk mit einer Leistung von 153 MW und leitet es dann in den Puffersee Zervești.

Betrieb Der elektrische Antrieb wurde gewählt, um die Schwierigkeiten ungünstigen, gebirgigen Terrains zu bewältigen. Im Gebirge stand außerdem genügend Wasserkraft zur Verfügung, um den elektrischen Strom zu erzeugen.

Die Bahn bildete den Anschluss an eine Wasserriese. Sie diente zur Holzzufuhr für die am Ende der Strecke angelegten Sägewerke und war ursprünglich für Pferdebetrieb eingerichtet, jedoch bot die Abwickelung des Verkehrs mit 25 bis 30 Pferden infolge des stetig ansteigenden Förderquantums immer größere Schwierigkeiten, die den Einsatz einer Elektrolokomotive erforderlich machte.

Die gesamte Länge der Bahn beträgt 6 km bei einer durchschnittlichen Steigung von 33 ‰ und einem Maximum von 50 ‰ - Das vorhandene Gleis, das aus 6 kg schweren Bessemer-Stahlschienen bestand und für eine Spurweite von 760 mm angelegt war, wurde beibehalten. Die Stoßverbindungen waren als feste Stöße ausgeführt, die außer durch Laschen noch durch Aluminiumbügel miteinander verbunden waren. Die Bahn war durchwegs eingleisig und hatte an beiden Enden und in der Mitte der Strecke Ausweichen.

Es befand sich anfangs nur eine einzige Lokomotive im Betrieb, die die leeren Wagen (3 Doppeltrucks) bergwärts fuhr, während gleichzeitig 3 mit je 5 t Rundholz beladene Wagen infolge des Gefälles talwärts von selbst hinabfuhren.

Die Betriebskraft lieferte eine zuvor ungenutzte Wasserkraft von 12,7 m Gefälle und 300 l Wasser pro Sekunde, welche eine Francis-Turbine mit horizontaler Welle von 38 PS mit 430 U. p. M. speiste. Diese trieb über einen Riemen einen Gleichstrom-Compound-Generator von 550 V, 36 A und 840 U/min. an, der den Betriebsstrom lieferte, der der Lokomotive durch eine Oberleitung zuführt. Als Fahrdraht diente hartgezogener Kupferdraht von 6 mm Durchmesser, der in einer Höhe von 5 m längs der Trasse von schmiedeeisernen, auf Holzmasten montierten Auslegern auf Querdrähten elastisch getragen wurde. Zur Rückleitung wurden die Schienen benutzt.

Die Lokomotive besaß ein Untergestell aus starkem Profileisen, hatte eine federnde Lagerung und federnde Zug- und Puffervorrichtung. Die Radachsen sind aus Bessemer-Stahl, die Räder aus Siemens Martin-Stahlguss. Der Motor, der eine normale Leistung von 13 PS besaß, war am Untergestell der Lokomotive federnd aufgehängt und auf der Triebachse mit Hinterlagern gelagert. Er war dicht verkapselt und trieb die eine Triebachse durch ein Zahnradvorgelege an. Die Übertragung von der ersten Triebachse auf die zweite erfolgte durch Pleuelstangen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der Lokomotive betrug 12 km pro Stunde. Die Stromabnehmer bestehen aus einem Bügelsystem, in welchem eine Kupferrolle drehbar gelagert ist, wodurch die Abnutzung des Fahrdrahtes und des Stromabnehmers auf das geringste Maass zurückgeführt ist, bildet also eine Art Kombination zwischen Trolley und Bügel.

Die Berg- und Talfahrt dauerte zusammen eine Stunde, und die Einfachheit der Anlage erforderte nur wenig Betriebspersonal. Infolge des elektrischen Betriebes ermäßigten sich die täglichen Betriebskosten einschließlich der Amortisationsquote auf ca. 24 Kr. gegen ca. 44 Kr. Betriebskosten im Pferdebetrieb, ein sehr günstiges Resultat.Hyn: Elektrische Bahnen – Elektrische Waldbahn Pojana-Mörul, Ungarn, (Wikimedia Commons). In: Elektrotechnische Zeitschrift, Band 22, 28. November 1901, S. 994.

Drei Sägewerke von Johann Bibel Johann Bibel, der Betreiber der Waldbahn, war ein Architekt und Unternehmer in Oravicza im Komitat Krassó-Szörény. Er hatte Holzgeschäfte in den zu dem königlich-ungarischen Forstamt in Orșova gehörenden staatlichen Wäldern in den Gemarkungen Pojána-Mörul, Ponyászka und Gura Golumbului, deren Holzertrag seine drei Sägewerke „am Stock“ erwarben, d. h. sie bewerteten den stehenden Waldbestand, kauften diesen und übernahmen anschließend selbst die Fällen sowie den Abtransport des Holzes:Wie kann ich mein Holz verkaufen? Submission, Freihandverkauf und Stockverkauf.

Der Ertrag im Pojána-Mörul betrug um 1896 jährlich circa 20.000 m³ Fichten- und Tannenholz. Das Rohmaterial wurde bereits 1896 mit einer Waldbahn zur Säge befördert, wo der größere Teil zu Bauholz und Schnittmaterial und der kleinere Teil zu Schindeln verarbeitet wurde In Ponyászka erzeugte und verwertete die Firma jährlich circa 3.000 m³ Tannenholz In Gura-Golumbului wurde der jährliche Holzertrag von 17¼ ha (40.000 Joch) Rotbuchen-Wald zu Fassdauben, Schubkarrenbestandteilen, Wirtschaftsgeräten, zu Schwellen und größtenteils zu Brennholz und Holzkohlen aufarbeitete

Die auf allen drei genannten Orten untergeordnet vorkommenden Ahorn-, Eschen-, Linden- und andere Holzarten wurden ebenfalls verwertet. Das Holz wurde meist durch italienische Arbeiter gefällt, die übrigen Arbeiten versahen die Ortsbewohner. Die Firma unterhielt für ihre Arbeiter in Pojana-Mörul und in Ponyaszka eigene Krankenunterstützungskassen.

Auf der Budapester Millenniumsausstellung 1896 stellte Johann Bibel folgende Holzprodukte aus: Gezimmertes und geschnittenes Bauholz aus Nadelholz; Eisenbahn-Wagen und Schwellenholz aus Rothbuchenholz; Fichtenbretter und Pfosten; Ahorn-, Linden-, Eschen- und Buchenbretter, zum Teil gehobelt und poliert; ein Bund Fichtenbretter nach bulgarischer Art zusammengestellt; Dachlatten; Tavoletti-Kistenbretter;Tavoletti, Dezimali und Testoni waren Bretter von 2,23 bis 2,28 m Länge, 14 bis 29 cm Breite und 3 bis 22 mm Dicke, und zwar waren: Tavoletti uso Feistritz-Palermo: 3,0 bis 3,5 mm dick Tavoletti usoCroazia-Messina: 4,5 bis 5,0 mm dick Tavoletti uso Genua: 7,0 bis 8,0 mm dick Dezimali: 14 bis 15 mm dick Testoni uso Palermo: 17 bis 20 mm dick Testoni uso Croazia-Messina: 21 bis 22 mm dickLeopold Hufnagl: “Die” Buchenfrage in der österreichischen Forstwirthschaft: ueber Auftrag des Specialcomités für Forstwirthschaft und Holzhandel zur Veranstaltung der Collectivausstellung in Gruppe IX der Weltausstellung Paris 1900. Verlag des Specialcomités für Forstwirthschaft und Holzhandel, 1899, S. 43 Buchen-Fassdauben; Resonanzholz-Scheite. Karren-Bestandteile; Schneeschaufeln; Besen- und Hackenstiele; Holzpflaster-Würfel; Eisenbahn-Reisigbesen sowie hölzerne Feldflaschen und Schüsseln.Allgemeiner Katalog der Millenium-Landes-Ausstellung 1896. Übersetzt aus dem von S. Mudrony, Karl Ráth und Andreas Micseh verfassten ungarischen Originaltext, Gruppe VII, Budapest, 1896. S. 57.

Lokomotiven Bild Hersteller Baujahr Bauart Spurweite Typ Zustand Empfänger Betriebsnummer 90px Arthur Koppel 1898 B-el neu Johann Bibel, Holzbahn Pojána Mörul im Komitat Krassó-SzörényJens Merte: O&K AK – Orenstein & Koppel - Arthur Koppel AG, Berlin. “11” 90px Arthur Koppel um 1899 B-el 600 mm 12 PS, 550 V neu Waldbahn Pojána Mörul, OraviczaDer Hinweis Oravicza bezieht sich wohl auf die Rechnungsadresse und nicht die Lieferadresse. Er sollte wohl eine Verwechslung mit drei weiteren gleichnamigen Dörfern verhindern: Oravicza liegt etwa 140 km südwestlich von Poiana Mărului (Caraș-Severin) und 460 km südwestlich von Poiana Mărului (Brașov, Siebenbürgen).

Anmerkungen

Einzelnachweise mini|Forst- und Jagdwesen, Millenium-Landes-Ausstellung, 1896 (Digitalisat)

Kategorie:Waldbahn Kategorie:Arthur Koppel