Chacun son cinéma – Jedem sein Kino (Originaltitel Chacun son cinéma ou Ce petit coup au cœur quand la lumière s'éteint et que le film commence, deutsch = Jedem sein Kino oder dieser kleine Stich im Herzen, wenn das Licht ausgeht und der Film beginnt) ist ein französischer Episodenfilm aus dem Jahr 2007, der aus Anlass des sechzigjährigen Bestehens der Filmfestspiele von Cannes realisiert worden ist.

Der Film entstand auf Initiative von Gilles Jacob, der den Film auch mitproduzierte. Jacob, von 2001 bis 2014 Präsident der Filmfestspiele von Cannes, lud 35 renommierte Filmregisseure aus insgesamt 25 Ländern ein, einen dreiminütigen Kurzfilm zu drehen; vorgegeben war nur, dass der Film den Kinosaal zum Thema haben sollte.

Beiträge Trois Minutes, Regie: Theodoros Angelopoulos Recrudescence, Regie: Olivier Assayas The Last Dating Show, Regie: Bille August The Lady Bug, Regie: Jane Campion 47 ans après, Regie: Youssef Chahine Zhanxiou Village, Regie: Chen Kaige No Translation Needed, Regie: Michael Cimino World Cinema, Regie: Ethan und Joel Coen At the Suicide of the Last Jew in the World in the Last Cinema in the World, Regie: David Cronenberg Dans l’obscurité, Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne Rencontre unique, Regie: Manoel de Oliveira Cinéma d’été, Regie: Raymond Depardon Artaud Double Bill, Regie: Atom Egoyan Le Dibbouk de Haifa, Regie: Amos Gitai Anna, Regie: Alejandro González Iñárritu The Electric Princess House, Regie: Hou Hsiao-Hsien La Fonderie, Regie: Aki Kaurismäki Where is My Romeo?, Regie: Abbas Kiarostami One Fine Day, Regie: Takeshi Kitano Dans le noir, Regie: Andrei Konchalovsky Cinéma de boulevard, Regie: Claude Lelouch Happy Ending, Regie: Ken Loach Absurdia, Regie: David LynchSam Harris: Reflections on / of the projected image: David Lynch’s Absurda, abgerufen am 7. September 2026 Diaro di uno spettatore, Regie: Nanni Moretti Cinéma érotique, Regie Roman Polanski Le Don, Regie: Raoul Ruiz À 8944 km de Cannes, Regie: Walter Salles Irtebak, Regie: Elia Suleiman It’s a Dream, Regie: Tsai Ming-liang First Kiss, Regie: Gus van Sant Occupations, Regie: Lars von Trier War in Peace, Regie: Wim Wenders I Travelled 9000 km To Give It To You, Regie: Wong Kar-Wai En regardant le film, Regie: Zhang Yimou Der Epilog des Films ist ein Ausschnitt aus Le silence est d’or von René Clair.

Veröffentlichung Premiere des Films war am 20. Mai 2007 in Cannes. Am gleichen Abend lief er auf Canal+ im französischen Fernsehen, allerdings gekürzt um die Beiträge von David Lynch und den der Coen-Brüder, der aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden konnte. "Chacun son cinéma" : le tour du monde en 33 salles, Le Monde, 30. Oktober 2007, abgerufen am 8. September 2026World Cinema: Joel and Ethan Coen’s Playful Homage to Cinema History Open Culture, 14. Juni 2012, abgerufen am 7. September 2026 Fernsehpremiere in Deutschland war am 15. Mai 2008 auf ARTE.

2008 brachte Studio Canal eine Kassette mit 2 DVDs mit englischen und französischen Untertiteln heraus, ergänzt um das Bonusmaterial 'Chacun son entretien', interviews avec les réalisateurs, Interviews mit der Journalistin Isabelle Giordano und dem Filmproduzenten Gilles Ciment, sowie den Kurzfilm Absurda von David Lynch, der im Kino noch nicht gezeigt worden war.

Die von Arthaus ebenfalls 2008 herausgegebene DVD enthält als Bonusmaterial die längeren Versionen der 3 Kurzfilme von Inarritu, Hsiao-hsien und Cimino, sowie den Trailer.

Kritik Le Monde betitelt ihre Filmkritik als „eine funkelnde Sammlung von Kurzfilmen zum Thema Kinosaal“.Zitat:„une collection chatoyante de films courts sur le thème de la salle de cinéma.“

Marie Anderson betitelt ihre Filmrezension mit „Grandiose Reflexionen über das Territorium des Films“ und bezeichnet den Film als „wunderschönes filmisches Kleinod unter der Regie großer Filmemacher, das die gewaltige Magie beschwört, die sich in Lichtspielhäusern auf der ganzen Welt einfindet“.Marie Anderson: Grandiose Reflexionen über das Territorium des Films Kino-Zeit, abgerufen am 8. September 2026

Christian Horn nennt den Film in seinem ausführlichen Beitrag im Filmportal Filmstarts „eine aufwendige Hymne an das Kino, eine Kurzfilmkompilation von Cineasten für Cineasten – schlicht und ergreifend: eine filmische Liebeserklärung an das Kino“. Der Film sei zwar durchweg unterhaltsam, erschlage aber den Zuschauer „mit seiner schieren Masse an Kurzfilmen“ auch ein wenig, und er gibt dem Film 3,5 von fünf möglichen Sternen.Christian Horn: Chacun son cinéma – Jedem sein Kino Filmstarts, abgerufen am 7. September 2026

Thomas Messias, Filmkritiker von Ecran large, bewundert die Risikofreude von „unbeschäftigten Produzenten“ (producteurs désoeuvrés), die ihr Geld immer wieder in Projekte steckten, die sich nicht rentieren werden und die auch nur wenige Leute interessierten.Thomas Messias: Critique : Chacun son cinéma écranlarge, 31. Oktober 2007 Was denn Film betrifft, so konstatiert er, dass kaum einer der Regisseure um ein Jota von seinem Stil abgewichen sei, bis auf wenige Ausnahmen machten die meisten, was sie schon immer gemacht hätten. Dann würdigt er aber explizit eine kleine Anzahl von Beiträgen, z. B. die von Andrei Konchalovsky und Alejandro Gonzalez Inarritu und schließlich den Film von Chen Kaige, der in zwei Minuten mehr Emotionen biete als zehn Cinema Paradiso. „Die Schönheit dieser wenigen Momenten macht die Längen und das Scheitern von Chacun son cinéma vergessen“.Zitat: „La beauté de ces quelques moments-là fait oublier les longueurs et les ratages de Chacun son cinéma“.

Weblinks

Chacun son cinéma Francia 2007 cinematografo. Chacun son cinéma Festival de Cannes Chacun son cinéma Ciné Club de Caen Michel Ciment: “Chacun son cinéma”: Looking for the Future Without Nostalgia FIPRESCI, 60th Cannes Film Festival

Einzelnachweise

Kategorie:Episodenfilm Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:Französischer Film