Anette Jünger (* 29. Januar 1960 in München) ist eine deutsche Laiendarstellerin.
Leben Anette Jünger lebte als Kind und Jugendliche mit fünf Geschwistern bei ihren Eltern in Pöring in der Nähe von München. Nach dem Besuch der Volksschule und dem erfolgreichen Abschluss der Realschule absolvierte sie eine Meisterschule für Mode, begleitet von einer Schneiderlehre. Mit 16 Jahren wurde sie von Edgar Reitz im Film Stunde Null als Isa besetzt. Reitz hatte konkrete, aus seinen Kindheitserinnerungen gespeiste Vorstellungen von dieser Figur, die er bei den Castings nicht umgesetzt fand. Unter Zeitdruck empfahl ihm daraufhin ein Mitarbeiter die Tochter seines Bekannten Jünger. Das jugendliche Mädchen hatte weder einen Bezug zum Thema des Films noch zum Filmemachen überhaupt; sie ergriff einfach die Chance, die sich nicht jedem bietet. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bescheinigte Reitz bezüglich der „Kindergestalten“ „psychologisches Einfühlungsvermögen“.
Ein dreiviertel Jahr später kamen Studierende der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) auf sie zu. So wirkte sie 1977 in Glücksritter und 1978 in Eingeschlossen mit. Einen weiteren Film lehnte sie ab, weil sie sonst zu lange in der Schule gefehlt hätte. Im Gegensatz zum oft rauen Ton im Filmgeschäft schätzte sie bei den Hochschularbeiten den „menschlichen“ Umgang, konnte aber keine weiterführenden Kontakte knüpfen. Nur über einen Umweg lernte sie den Regisseur Rüdiger Nüchtern kennen und nahm das Rollenangebot für seinem Film Schluchtenflitzer an, der in ihren Sommerferien 1978 abgedreht wurde. Danach drehte sie noch einmal mit denselben HFF-Nachwuchsregisseuren, mit denen sie schon gearbeitet hatte, Das Atomdorf.
Auf ihre filmische Zukunft angesprochen, sprach sie vom sie eher faszinierenden Theater. Dort könne man sich „mehr in eine Rolle reinversetzen“ als im Film, wo Szenen ohne Zusammenhang gedreht werden. Im Film bestehe die Rolle aus „Einzelsituationen“, aus „Momenten“. Theaterspiel oder Pantomime könne sie sich für ihre Zukunft vorstellen.
Wie bei Nachwuchsdarstellern nicht unüblich, entwickelte sich keine anhaltende Schauspielkarriere. Sie verzichtete auch bewusst auf eine Vermittlungsagentur.
Filmografie 1976: Stunde Null 1977: Glücksritter 1978: Eingeschlossen 1978: Schluchtenflitzer 1978/79: Das Atomdorf
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Einzelnachweise
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