mini|hochkant=1.85|Stephanstraße 16/18 (2021) Das Doppelwohnhaus Stephanstraße 16/18 ist ein Gebäude im Stil der Neorenaissance im Leipziger Seeburgviertel im Ortsteil Zentrum-Südost. Es steht unter Denkmalschutz.

Standort und Beschreibung mini|Ecke Sternwartenstraße (2021) Der Hausteil mit der Nummer 16 bildet das Eckhaus der Stephan- zur Sternwartenstraße. Ihm schließt sich ohne sichtlichen Übergang die Nummer 18 in der Stephanstraße an; einziger Hinweis sind die nebeneinander liegenden Haustüren. Über die Stephanstraße besteht freie Sicht auf die Kleingartenanlage im Johannistal.

Das Erdgeschoss des viergeschossigen Gebäudes weist eine Putzquaderung auf. Darüber erhebt sich eine feingliedrige Klinkerfassade mit reicher Sandsteingliederung. Zwischen den zweimal fünf Fensterachsen zur Stephanstraße tritt ein prächtiger, von zwei Atlanten getragener Erker hervor. Über ihm stehen auf einem Sandsteinsockel zwei Pegasusfiguren aus Zinkguss.

Der Übergang zu den fünf Fensterachsen in der Sternwartenstraße wird von einem Eckrisalit mit gebrochener Ecke vermittelt, an der sich ein flacher zweigeschossiger Erker befindet. Die Mauerflächen der dritten Etage sind mit keramischen Schmuckplatten belegt. Den oberen Abschluss bildet eine Sandsteinbalustrade.

Geschichte Um 1880 beauftragte der Leipziger Buchhändler und Verleger Carl August Schulze (1828–1893) den Architekten Max Bösenberg (1847–1918) mit der Planung und Errichtung des Doppelwohnhauses, das 1882 fertiggestellt und auch Haus C. A. Schulze genannt wurde. Auf das Metier des Bauherrn deuten die Pegasusfiguren hin, auf seinen Namen das S über der Eingangstür zur Nr. 18 und das S in der Balustrade des Eckrisalits. Außer dem Besitzer, der in der ersten Etage der Nr. 16 wohnte, weisen die Leipziger Adressbücher vor allem Mieter aus dem Papier-, Druck- und Verlagsgewerbe aus. Nach dem Tod der Witwe Schulzes erwarben das Haus die Besitzer der Geographischen Anstalt Wagner & Debes bzw. deren Erben.

Im Zweiten Weltkrieg blieb das Gebäude vor wesentlichen Schäden verschont.Siehe dazu Karte in Im Jahr 1951 zog die neugegründete Medizinische Fachschule Leipzig samt Internat für auswärtige Schüler ein und blieb unter mehrfacher Änderung des Namens bis in die Nachwendezeit, heute in der Richterstraße 9/11. Bei einer nachfolgenden Sanierung durch einen privaten Investor entstanden wieder einzelne Mietbereiche.

Literatur Vereinigung Leipziger Architekten und Ingenieure (Hrsg.): Leipzig und seine Bauten. Leipzig 1892, S. 411, (Digitalisat)

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Einzelnachweise

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