mini|Die Inseln Groß Nikobar, Klein Nikobar und Menchal im Süden der Nikobaren, das Verbreitungsgebiet des Nikobarenschlangenadlers
Der Nikobarenschlangenadler (Spilornis klossi), auch Kloss-Schlangenweihe genannt, ist eine Greifvogelart aus der Unterfamilie der Schlangenadler (Circaetinae).
Der Vogel ist endemisch auf Groß Nikobar, auch auf Klein Nikobar und Menchal.
Die Art wurde früher als Unterart (Ssp.) Spilornis minimus klossi der „Nikobarenschlangenweihe“ (Spilornis minimus)Lautarchiv angesehen, die jetzt als Unterart des Haubenschlangenadlers (Spilornis cheela) gilt, wurde früher auch als Unterart Spilornis cheela klossi des Haubenschlangenadlers geführt.GBIF
Später wurde die Art wieder als eigenständig abgetrennt.P. C. Rasmussen und J. C. Anderton: Birds of South Asia: the Ripley Guide, 2005, ISBN 84-87334-67-9
Das Verbreitungsgebiet umfasst immergrünen Mischwald, auch Grasland und nachwachsende Wälder meist bis in Höhen von 100, aber auch bis 600 m. ü. M.
Der e Artzusatz bezieht sich auf Cecil Boden Kloss.
Merkmale Die Art ist 38–42 cm groß, hat eine Flügelspannweite von 85–95 cm und wiegt etwa 420–450 g, damit wohl der kleinste bekannte Schlangenadler, versteckt lebend mit flachem Scheitel, großem Kopf und kurz erscheinenden Flügeln und kurzem Schwanz. Die Unterseite ist gleichmäßig blass gefärbt, der Schwanz weist gegenüber dem Haubenschlangenadler (Spilornis cheela) zahlreiche, deutlich schmalerer Binden auf. Das Weibchen ist bis 12 % größer. Iris, Schnabel und Beine sind gelb. Jungvögel haben breite gelb-weiße Federränder am Scheitel, an Rücken und Flügeldecken sowie Oberschwanzdecken, subadulte Vögel sind an der Iris bräunlich-grau und grünlich-gelb an der Gesichtshaut.
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.
Stimme Die Lautäußerungen sind nicht beschrieben.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Echsen, Ratten, der Graukappen-Glanztaube (Chalcophaps indica) und kleinen Vögeln.
Die Brutzeit wird zwischen März und April vermutet, Balzflüge wurden jedoch nicht beobachtet.
Gefährdungssituation Der Bestand war im Jahre 2016 noch als potentiell gefährdet (Near Threatened) eingestuft worden, gilt derzeit als stark gefährdet (Endangered) aufgrund des sehr kleinen Verbreitungsgebietes und wegen Habitatverlustes.
Literatur C. W. Richmond: Spilornis klossi. In: Birds collected by Dr. W. L. Abbott and Mr. C. B. Kloss in the Andaman and Nicobar Islands. In: Proceedings of the United States National Museum, Band 25, Nummer 1288, S. 304, 1902, Biodiversity Library J. Ferguson-Lees: Raptors of the World. Helm Field Guides, 2005, ISBN 978-0-7136-6957-2.
Weblinks
Macaulay Library Tierenzyklopaedie Eagleencyclopedia
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF W. S. Clark, G. M. Kirwan und D. A. Christie: Nicobar Serpent-Eagle (Spilornis klossi), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Spilornis klossi J. del Hoyo, N. J. Collar, D. A. Christie, A. Elliott, L. D. C. Fishpool, P. Boesman, G. M. Kirwan: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World. Volume 1: Non-passerines. Lynx Edicions, 2014, ISBN 978-84-96553-94-1. J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. doi:10.2173/avilist.v2025b IOC World Bird List v15.2 Hoatzin, New World vultures, Secretarybird, raptors
Kategorie:Habichtartige Kategorie:Endemisches Tier der Andamanen und Nikobaren