mini|alt=Foto, Braunton, Ségales in klassischer Kleidung, sie hält einen geschlossenen Fächer in der Hand, Hintergrund drapierter Vorhang.|Anaïs Ségalas, 1861 Anaïs Ségalas (geboren als Anne Caroline Menard am 24. September 1811 in Paris; gestorben am 31. August 1893 ebenda) war eine französische Schriftstellerin.
Leben Anne Menard wurde als Tochter des Tuchhändlers Charles Antoine Jean Menard und der aus Saint-Domingue stammenden Anne-Bonne Portier geboren. Sie heirate 1827 den Rechtsanwalt Jean Victor Ségalas.
1827 erschienen ihre ersten Gedichte. Der Durchbruch gelang ihr 1831 mit Les Algériennes, ein lyrisches Epos über die französischen Feldzüge in Nordafrika, in dem sie sich – im Rahmen der damals erwarteten politischen Korrektheit – kritisch mit der Kolonialisierung auseinandersetzte. Obwohl sie sich zeitweilig von diesem Text distanzierte, war sie nun etabliert. Nach der Geburt ihrer Tochter Bertile veröffentlichte sie mit Les Enfantines eine Werk, das ihr den Ruf als „Dichterin der Mütter, der Kinder und der Familie“ einbrachte.
Ausgehend von ihrem festen katholischen Glauben war Ségales auch Frauenrechtlerin. Sie beteiligte sich an Zeitungen wie Eugénie Niboyets La Voix des femmes.
Ab 1847 wandte sie sich vornehmlich dem Theater zu. Le Journal pour rire schrieb 1852 über ihre Komödie Les Absents ont raison, Madame Ségalas habe gerade eine hübsche Komödie im Odéon aufführen lassen. Diese verbinde eine seltene Beobachtungsgabe mit der ganzen Anmut des weiblichen Geistes, und ihr Stil, voller Einfachheit und gutem Geschmack, lasse eine gewisse Eleganz nicht vermissen.
1875 veröffentlichte sie nach einer mehrjährigen Unterbrechung mit La Vie de feu einen Roman, der von ihrem bisherigen Werk abwich. Der Roman handelt von einer Prostituierten und ihrem Lebensgefährten, die sich am Ende das Leben nehmen. Mit Récits des Antilles schloss sie 1885 an ihre Anfänge an, indem sie wieder das Thema Kolonialismus aufgriff.
Anaïs Ségalas ist auf dem Friedhof Père-Lachaise begraben.
Ehrungen Anaïs Ségalas wurde mit dem Ordre des Palmes Académiques ausgezeichnet und die Académie française vergab von 1917 bis 1989 den Prix Anaïs-Ségalas.
Werke mini|alt=Titelseite des Gecichtbands „Les Algériennes“, schwarz-weiß|Les Algériennes, 1831 Gedichtbände Les Algériennes, 1831 Les Oiseaux de passage, 1837 Les Enfantines, poésies à ma fille, 1844 Poésies, 1844 La Femme, 1847 Nos bons parisiens, 1864 Les Gens de lettres, 1881 Le Vin de Champagne mousseux, 1884 Poésies pour tous, 1886 Le Cèdre de l’archevêché de Tours, 1888
Theaterstücke La Loge de l’Opéra, 1847 Le Trembleur, 1849 Les Deux Amoureux de la grand’mère Les absents ont raison Les Inconvénients de la sympathie Deux Passions
Prosa Contes du nouveau palais de cristal, 1855 Les Mystères de la maison, 1865 La Semaine de la marquise, 1865 La Vie de feu, 1875 Les Mariages dangereux, 1878 Les Rieurs de Paris, 1880 Les Romans du wagon. Le Duel des femmes. Le Bois de la Soufrière. Un roman de famille. Le Figurant, 1884 Le Livre des vacances. L’Oncle d'Amérique et le Neveu de France. Zozo, Polyte et Marmichet. Une rencontre sur la neige, 1885 Récits des Antilles. Le Bois de la Soufrière Neuauflage Harmattan 2004, ISBN 978-2-29638-028-8 Les Deux Fils, 1886 Le Compagnon invisible, 1888
Literatur
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Einzelnachweise
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