mini|Flaumfußsalanganen an ihren Nestern mini|Flaumfußsalangane fliegt vom Nest ab
Die Flaumfußsalangane (Collocalia affinis, Syn.Collocalia esculenta affinis) ist eine Vogelart aus der Familie der Segler (Apodidae).
Der Vogel kommt auf Inseln des Indischen Ozeans, auf der Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und im Tiefland Borneos vor, auch auf den Andamanen und Nikobaren und weiteren Inseln, s. Unterarten. Außerhalb der Brutzeit besucht die Art Singapur und Brunei.N. Arlott: Birds of South-East Asia, 2017, ISBN 978-0-00-742954-7
Ursprünglich als eigenständig beschrieben wurde die Art früher als konspezifisch mit der Glanzkopfsalangane (Collocalia esculenta) angesehen und dann als Collocalia esculenta affinis bezeichnet, aufgrund eingehender Untersuchungen wurde sie im Jahre 2017 als eigenständig anerkannt.IOC Version 7.3 (Juli 2017)
Das Verbreitungsgebiet umfasst Tiefland, Ackerflächen, Mangrovenwald, tropische oder subtropische feuchte Wälder bis in Lagen von 1500–2000 m. ü. M.
Der e Artzusatz kommt von .
Merkmale Die Art ist 9–10 cm groß und wiegt 7–11 g. Hauptmerkmale dieser kleinen Salangane ist der weiße Bauchfleck bei ansonsten dunklem Gefieder. Der Mantel ist matt glänzend blaugrün, die übrige Oberseite schwärzlich, Kehle und Brust sind schokoladenbraun, die untere Brusthälfte schwärzlich geschuppt ebenso die Flanken, auch die Flügel- und Schwanzunterseiten sind dunkel, die Unterschwanzdecken sind schwärzlich mit weißer Berandung. Iris, Schnabel und Beine sind schwärzlich. Auch diese Art ist nicht zur Echoortung fähig. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel haben blass berandete Flugschwingen. Namensgebend ist die Hinterzehe befiedert, was die Art von den im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommenden Salanganen Borneosalangane (Collocalia dodgei) und Braunkehlsalangane (Collocalia linchi) unterscheidet. Diese beiden haben einen grünlich glänzenden Mantel, was allerdings bei fliegenden Objekten meist nicht zu unterscheiden ist. Die Flaumfußsalangane sind meist unterhalb von 2000 m zu finden. Die größere Riesensalangane (Hydrochous gigas) und Aerodramus-Arten wie Himalajasalangane (Aerodramus brevirostris), Moosnestsalangane (Aerodramus salangana), Schwarznestsalangane (Aerodramus maximus) und Weißnestsalangane (Aerodramus fuciphagus) lassen sich jeweils durch den rußbraunen Bauch abgrenzen.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: C. a. affinis , 1867, Nominatform – Andamanen und Nikobaren im östlichen Indischen Ozean C. a. elachyptera , 1906H. C. Oberholser: Collocalia linchi elachyptera. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 58, S. 182,207, 1906, Biodiversity Library – Mergui-Archipel südwestlich von Myanmar, Oberseite glänzt mehr grünlich, am Bürzel schmale helle Federränder C. a. vanderbilti & , 1940R. Meyer de Schauensee und S. D. Ripley: Collocalia esculenta vanderbilti. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 91(1939), S. 399–413, 1940, JSTOR – Nias westlich Sumatras, sehr ähnlich C. a. cyanoptila mit dunkelblauem Glanz des Mantels C. a. oberholseri , 1912E. Stresemann: Collocalia linchi oberholseri. In: Novitates Zoologicae, Band 19, S. 348, 1912, Biodiversity Library – Batu-Inseln und Mentawai-Inseln westlich Sumatras, Oberseite grünlicher und weniger bläulich C. a. cyanoptila , 1906H. C. Oberholser: Collocalia linchi cyanoptila. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia, Band 58, S. 182,205, 1906, Biodiversity Library – Malaiische Halbinsel, Sumatra, Natuna-Inseln und Borneo, etwas größer als die Nominatform, Mantel gleichmäßig dunkel grünlich-blau glänzend, Kehle und Brust weniger bräunlich und dunkler als C. a. elachyptera
Stimme Die Lautäußerungen sind meist nur in der Nähe der Nist- oder Schlafplätze zu hören und werden als scharfes Zwitschern, kurze, kratzige Laute oder als hoher Triller beschrieben, auch als „krrr“ oder „churr“.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel und meist in der Dämmerungszeit aktiv. Sie bildet gerne Schwärme unter den Wipfeln, fliegt niedriger als Aerodramus-Arten, fliegt fledermausartig, schnell mit unregelmäßigem Flügelschlag und ständigen Richtungsänderungen. Gejagt wird sowohl über baumbestandenen als auch offenen Flächen, bevorzugt mit Vegetationsdecke. Sie trinkt über Wasseroberflächen gleitend. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten.
Es kann das ganze Jahr über gebrütet werden, vorzugsweise zwischen Februar und März auf den Andamanen und Nikobaren. Der Vogel lebt gesellig und bildet Kolonien bis zu mehreren Tausend Nestern, die an eine Vielzahl an senkrechten oder überhängenden Strukturen in Vegetationsnähe geklebt werden. Der Nestbau braucht etwa 19–36 Tage. Das Gelege besteht meist aus 2 reinweißen Eier, Das Brüten beginnt nach der ersten Eiablage für etwa 20–28 Tage. Beide Elternvögel brüten und ziehen die Jungen auf.
Der Besrasperber (Tachyspiza virgata) jagt die Art an gemischten Kolonien mit der Weißnestsalangane (Aerodramus fuciphagus) in der Dämmerung. Ein weiterer Nesträuber ist der Falkenkauz (Ninox scutulata), der sich gerne in unmittelbarer Nähe oder in den Bruthöhlen niederlässt. Auch die Dschungelkrähe (Corvus macrorhynchos) wurde bei der Jagd auf Flaumfußsalanganen beobachtet.S. Manchi und R. Sankaran: Predators of swiftlets and their nests in the Andaman & Nicobar islands. In: Indian Birds, Band 5, Nummer 4, S. 118–120, 2009, PDF
Gefährdungssituation Die Gefährdungssituation ist bislang nicht untersucht, gilt aber als nicht gefährdet, da häufig.
Literatur R. C. Beavan: Collocalia affinis. In: The avifauna of the Andaman Islands. In: The Ibis. Series 2, Band 3, Nummer 11, S. 318, 1867, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, S. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF W. L. Limparungpatthanakij, P. Chantler und G. M. Kirwan: Plume-toed Swiftlet (Collocalia affinis), version 2.0. In: B. K. Keeney und P. N. Maleko (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Collocalia affinis P. Chantler und P. F. D. Boesman: Plume-toed Swiftlet (Collocalia affinis), version 1.0. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald und T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Collocalia affinis J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, S. 35, 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. doi:10.2173/avilist.v2025b IOC World Bird List 15.2 Owlet-nightjars, treeswifts, swifts F. E. Rheindt, L. Christidis, J. A. Norman, J. A. Eaton, K. R. Sadanandan, R. Schodde: Speciation in Indo-Pacific swiftlets (Aves: Apodidae): integrating molecular and phenotypic data for a new provisional taxonomy of the complex. In: Zootaxa. Band 4250, Nummer 5, April 2017, S. 401–433, doi:10.11646/zootaxa.4250.5.1, PMID 28609999. J. A. Eaton, B. van Balen, N. W. Brickle und F. E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago: Greater Sundas and Wallacea, 2. Auflage, S. 86, 2021, ISBN 978-84-16728-44-2 Q. Phillipps und K. Phillipps: Phillipps' Field Guide to the Birds of Borneo: Sabah, Sarawak, Brunei, and Kalimantan, 3. Auflage, S. 182, 2014, Princeton University Press, ISBN 978-0-691-16167-9.
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