Mit dem Herz durch die Wand (Originaltitel Un peu, beaucoup, aveuglément) ist eine französische romantische Komödie aus dem Jahr 2015 mit Mélanie Bernier, Clovis Cornillac, Philippe Duquesne und Lilou Fogli. Regie führte Clovis Cornillac, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Lilou Fogli sowie Tristan Schulmann und Mathieu Oullion auch das Drehbuch schrieb.

Handlung Eine schüchterne Pianistin zieht mit der Hilfe ihrer Schwester Charlotte in ihre neue Pariser Wohnung. Sie ist gerade erst aus dem Haus ihres Klavierlehrers Evguenie ausgezogen. In ihrer ersten Nacht hört sie seltsame Geräusche und ein Bild an der Wand beginnt sich zu bewegen. Aus Angst vor etwas Übernatürlichem flieht sie zu Evguenie. Am nächsten Tag kehrt sie in ihre Wohnung zurück und erkennt, dass die Geräusche von ihrem Nachbarn verursacht wurden – einem stillen und zurückgezogen lebenden Spieleerfinder, der kaum das Haus verlässt und dessen einziger Freund Artus ist. Er erklärt ihr, dass die Wand zwischen ihren Wohnungen hohl ist und jedes Geräusch, das von einer der beiden Seiten gemacht wird, zu hören ist. Da er nicht gestört werden will, vertreibt er regelmäßig neue Mieter aus der Wohnung. Die Frau schlägt ihm vor, einen Zeitplan zu erstellen, wann jeder Geräusche machen darf. Der Mann lehnt die Idee aber zunächst ab.

Die beiden versuchen, sich mit kreativen Methoden und immer lauter werdenden Geräuschen gegenseitig in den Wahnsinn zu treiben. Nachdem die Frau ein Metronom verstärkt, gibt der Mann schließlich nach und willigt ein, die Streitereien zu beenden und ihre Termine abzustimmen. Als sie die Revolutionsetüde von Frédéric Chopin übt, sagt er, ihr Spiel sei emotionslos, und ermutigt sie, das Stück mit echtem Gefühl zu spielen. Sie befolgt seinen Rat, die beiden freunden sich an und unterhalten sich durch die Wand.

Der Mann nennt sie „Madame“ und die Frau ihn „Monsieur“. Als sie später draußen unterwegs ist, versucht sie, ihn anhand der Beschreibung seines Aussehens und Kleidungsstils zu erkennen. Sie findet einen Mann, auf den die Beschreibung zutrifft, und verabredet sich mit ihm in ihrer Wohnung. Da Monsieur ihr gesagt hat, er würde ein Abendessen in Stille bevorzugen, verbringen sie das gesamte Date schweigend und kommunizieren pantomimisch. Als der Nachbar in seine Wohnung zurückkehrt, stellt sie fest, dass sie sich geirrt hat, und wirft den Mann hinaus. Die beiden Nachbarn unterhalten sich und beschließen, eine Beziehung einzugehen, ohne sich persönlich zu treffen. Sie veranstalten ein Abendessen mit Artus und Charlotte, um sich einander vorzustellen, und unterhalten sich durch die Wand hindurch, an ihren beiden getrennten Tischen sitzend.

Zur Vorbereitung auf einen Wettbewerb lädt sie Evguenie zu sich nach Hause ein. Sie erklärt Monsieur, dass Evguenie gemein sein kann, und bittet ihn, nicht einzugreifen. Monsieur, wütend darüber, wie Evguenie sie herabwürdigt, schafft es, Evguenie aus dem Haus zu vertreiben. Nachdem Monsieur Madame wegen Sexgeräuschen, die tatsächlich von Charlotte verursacht wurden, als falsch und verdorben bezeichnet, beendet Madame die Beziehung. Artus drängt seinen Freund dazu, persönlich zu ihrem Vorspiel zu kommen.

Am Tag des Vorspiels sitzen Charlotte und Artus, ohne voneinander zu wissen, im Saal und hören zu. Madame beginnt, ein Stück von Mendelssohn zu spielen, während Monsieur heimlich hinter einem Vorhang im Bühnenhintergrund lauscht. Als er von einem Mitarbeiter entdeckt wird, ruft er ihr zu, sie solle sich gehen lassen und mit Leidenschaft spielen. Die Jury, unbeeindruckt von ihrem Spiel, schickt sie von der Bühne und ruft bereits die nächste Teilnehmerin auf.

Madame löst ihren Pferdeschwanz, gibt mit Leidenschaft Chopin zum Besten und beeindruckt damit die Jury. Nach dem Auftritt erkennen Artus und Charlotte einander und fühlen sich zueinander hingezogen. Gemeinsam fahren sie mit dem Taxi weg. Nachdem Evguenie ihre Leistung abfällig kommentiert hat, gibt ihm Madame einen Kopfstoß, sodass ihm die Nase blutet. Sie kehrt in ihre Wohnung zurück und gesteht Monsieur, dass sie ihn nach ihrem Auftritt gern gesehen hätte und dass sie sich wünscht, sie könnten tatsächlich zusammen sein. Monsieur reißt daraufhin die Wand zu ihrer Wohnung ein, sie sehen sich zum ersten Mal und küssen sich.

Besetzung und Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation übernahm die Metz-Neun Synchron Studio und Verlags GmbH. Dialogregie führte Manuel Karakas, der auch das Dialogbuch schrieb.

Rolle Darsteller Synchronsprecher „Madame“ Mélanie Bernier Katherina Mai „Monsieur“ Clovis Cornillac Stephan Schleberger Artus Philippe Duquesne Wolff von Lindenau Charlotte Lilou Fogli Dan Oscar Copp Isaak Dentler Evguine Grégoire Oestermann Gordon Piedesack Juliettes Mutter Sophie Le Tellier Dagmar Bittner Italiener Boris Terral Supermarkt-Kassierer Manu Payet Paul Arnaud Lechien

Produktion und Hintergrund Der Film wurde von Cine Nomine, Fair Play, Orange Studio, Vamonos Films, Chaocorp Productions und Monkey Pack Films produziert, als Produzenten fungierten Pierre Forette, Thierry Wong, Grégoire Lassalle, Arnaud Bertrand, Dominique Boutonnat, Hubert Caillard, Serge Hayat, Jean-Yves Robin und Marc Stanimirovic.

Die Kamera führte Thierry Pouget, die Musik schrieb Guillaume Roussel, die Montage verantworteten Jean-François Elie und das Casting David Bertrand. Das Szenenbild gestaltete Pierre Quefféléan und den Ton Dominique Lacour, Cyril Holtz und Nicolas Dambroise. Das Budget betrug rund 3,86 Millionen Euro.

Der Film ist das Regiedebüt des Schauspielers Clovis Cornillac und wurde 2024 unter dem Titel Wand an Wand (Pared con pared) unter der Regie von Patricia Font mit Aitana Ocaña und Fernando Guallar für Netflix neu verfilmt.

Veröffentlichung mini|hochkant|Clovis Cornillac und Lilou Fogli am Filmfestival in Cabourg 2015 Premiere war am 26. April 2015 am COLCOA French Film Festival in Los Angeles. In Frankreich kam der Film am 6. Mai 2015 in die Kinos und verzeichnete rund 515.000 verkaufte Tickets.

Deutscher Kinostart war am 29. September 2016. Die deutsche TV-Premiere folgte am 31. März 2024 auf Silverline, auf One wurde der Film am 16. November 2025 erstmals ausgestrahlt.

Rezeption Kritiken Filmdienst urteilte, dass die romantische Komödie trotz ihres vorhersehbaren Verlaufs durch originelle, liebevoll arrangierte Details überrasche und der sympathische Unterhaltungsfilm unterschwellig für Entschleunigung und Privatsphäre auch im digitalen Zeitalter plädiere.

Oliver Armknecht bewertete den Streifen auf film-rezensionen.de mit sechs von zehn Punkten. Anfangs sei die Liebeskomödie mit der recht ungewöhnliche Ausgangssituation sehr unterhaltsam, gehe später aber zu sehr auf Nummer sicher und verlasse sich nur noch auf die sympathisch-verkorksten Figuren.

Martina Knoben vergab auf epd-film.de drei von fünf Sternen. Die Hörerlebnisse, die er seinen Figuren und dem Publikum beschert, seien wirklich originell und teilweise sehr witzig. Die Charaktere seien eher schablonenhaft. Die Dialoge aber seien so spritzig und charmant, dass man Madame und Monsieur in ihren Wohnhöhlen sehr gerne zusehe.

tvspielfilm.de befand, dass Clovis Cornillac aus der originellen Idee eine spritzige Komödie mache, die von den Schrullen und Macken der beiden Hauptfiguren lebe.

Auszeichnungen COLCOA French Film Festival 2015 Auszeichnung mit dem Publikumspreis Festival du film de Cabourg 2015 Auszeichnung als bester Debütfilm (Clovis Cornillac)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2015 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Romantische Komödie