Felicitas Sonvilla (geb. am 4. Mai 1988 in Korneuburg) ist eine österreichische Filmregisseurin, Filmeditorin und Drehbuchautorin.
Leben Felicitas Sonvilla wuchs in Wien, Brüssel und Helsinki auf, wo sie 2006 an der Deutschen Schule Helsinki ihr Abitur ablegte. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien und schloss 2010 ihr Bachelorstudium ab. Im selben Jahr begann sie an der Hochschule für Fernsehen und Film München das Dokumentarfilmstudium in der Abteilung Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik und erhielt 2019 das Diplom (Master) mit dem Abschlussfilm Mein Bruder kann tanzen.
Eine ihrer frühen anerkannten Arbeiten, der Kurzdokumentarfilm Raumstation, wurde im Jahr 2012 für den Next Generation Short Tiger in Cannes ausgewählt: eine Initiative, die vielversprechende Talente deutscher Filmakademien hervorhebt.
2013 führte sie gemeinsam mit Tuna Kaptan Regie beim Kurzfilm Two at the Border (Originaltitel: Nacht Grenze Morgen). Der Film wurde unter schwierigen Umständen in einem streng überwachten Grenzgebiet produziert und fängt die persönlichen Geschichten der Schmuggler und Flüchtlinge ein, denen sie begegnen. Er veranschaulicht, wie Menschen, die vor Verfolgung fliehen, in ausbeuterische Migrationsnetzwerke hineingezogen werden können. Nacht Grenze Morgen lief neben dem International Documentary Film Festival Amsterdam auf zahlreichen Festivals und erhielt Anerkennungen und Preise.
Im Jahr 2014 war sie Co-Regisseurin von Hinterwelten. Ihr Kurzfilm Tara aus dem Jahr 2017 feierte bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin Premiere und wurde in der Kategorie Bester Kurzfilm, Preis der Deutschen Filmkritik nominiert.
Felicitas Sonvilla führte Regie bei dem Dokumentarfilm Mein Bruder kann tanzen der beim Wettbewerb Dokumentarfilm im Filmfestival Max Ophüls Preis uraufgeführt wurde. 2021 führte sie Co-Regie mit Nina Wesemann bei der dokumentarischen ZDF-Serie Boys. In den sieben 15-minütigen Folgen erzählen 30 Männer von ihrem Rollenverständnis im Jahr 2021. Sie war in der von ARTE in Auftrag gegebene Serie Blast the Past (2024) für das Buch und die Regie von fünf Folgen verantwortlich.
Neben ihrer Regie- und Drehbucharbeit arbeitet Sonvilla auch als Filmeditorin. Sie hat zahlreiche Kurzfilme geschnitten, unter anderem Fou de toi (2015) und Die Fantasie ist ein Fluchttier (2018) von Ella Cieslinksi, Opera Glasses (2019) von Mila Zhluktenko und Geamana (2022) von Matthäus Wörle. Ihr Langfilmdebüt als Editorin gab sie mit dem Dokumentarfilm BOYZ (2023) von Sylvain Cruiziat. In weiterer Folge wirkte sie beim Schnitt des Dokumentarfilms Where we used to sleep (2024) von Matthäus Wörle mit.
Weblinks
Felicitas Sonvilla bei IMDb Felicitas Sonvilla bei Filmportal.de Deutschlandfunk Kultur. Im Interview verrät Felicitas Sonvilla, wie sie an die beiden Schleuser gelangten. In: Migration, Wie aus Flüchtlingen Schlepper werden 18. November 2014 Felicitas Sonvilla, Mitautorin in: Geschlechterrollen im Spiegel der HFF 23. Juli 2019
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmeditor Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau