Der Spanischunterricht ist ein Fremdsprachenunterricht, der in Deutschland in der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schule sowie in der Erwachsenenbildung zum Erlernen der spanischen Sprache erteilt wird. Spanisch kann zweite oder dritte Fremdsprache am Gymnasium oder an der Gesamtschule sein. Für die Abiturprüfung hat die KMK Einheitliche Prüfungsanforderungen beschlossen. Ansonsten gelten die Lehr- und Rahmenpläne der Bundesländer.

Geschichte Spanischunterricht gibt es in Deutschland etwa seit dem 19. Jahrhundert, wenn auch zuvor im heute belgischen Raum durch die spanische Herrschaft vom 16. Jahrhundert bis 1714 im damaligen Deutschen Reich ein Bedarf bestand und im Handelszentrum Antwerpen und Löwen ein Unterricht nachweisbar ist. Die ersten belegten norddeutschen Sprachschulen waren in Bremen (ab 1817) und Hamburg (ab 1851), allerdings noch als Randfach: meist freiwillig und außerhalb des regulären Lehrplans, etwa für Handelszwecke. Lange Zeit war es in der Bundesrepublik vor 1990 ein Fach in der Ausbildung von Fremdsprachenkorrespondenten. Seit den 1990er Jahren hat sich Spanisch rasant als Schulfach verbreitet, so lernten die Sprache im Schuljahr

1992/93: etwa 0,5 % der Schüler, 2021/22: etwa 5,9 % (496.000 Schüler), 2024/25: rund 531.600 Schüler an allgemeinbildenden Schulen. Damit hat sich die Zahl innerhalb von etwa 30 Jahren ungefähr verzwölffacht. Zu den Ursachen zählen die mögliche Nutzung für den Tourismus, die gestiegene Bedeutung der spanischsprachigen Welt in Ökonomie und (Pop-)Kultur und möglicherweise die als leichter empfundene Aussprache im Vergleich zu Französisch. Spanisch überholte Französisch in der Gymnasialen Oberstufe deutlich – 2024/25 beispielsweise in der Q2/13 mit 41.405 gegenüber 30.814 Schülern. Man muss aber auch sehen, dass viele Schüler das Fach nach der minimalen Pflichtzeit wieder abwählen.

Lehrerbildung Entsprechend ist der Lehrerbedarf erheblich gestiegen, während gleichzeitig die Nachfrage nach Französischlehrern deutlich gesunken ist. Es ist ferner zu erwarten, dass Spanisch bald Latein als drittwichtigste Fremdsprache in Deutschland ablöst. Die Ausbildung findet im Rahmen der Lehrerausbildung an der Universität in den Seminaren für Romanistik statt. Dabei ist neben Spanien selbst vor allem Lateinamerika von Interesse, wo zuletzt wichtige Beiträge zur spanischen Literatur geschrieben wurden. Ein Auslandsaufenthalt zur Verbesserung der Sprachpraxis wird oft eingeplant.

Zur Methodik kann vieles angeführt werden, was auch für den Französischunterricht gilt. Allerdings gibt es unter den unterrichtlichen Bedingungen mit Spanien weniger Maßnahmen zum Schüleraustausch, dafür sehr viele Nachkommen spanischer Gastarbeiter (um 1973 ca. 600.000) mit Fremdsprachenkompetenz.

Es gibt einen Deutschen Spanischlehrerverband (DSV) mit etwa 2800 Mitgliedern, der eine fachdidaktische Zeitschrift „Hispanorama“ publiziert. Alle 2 Jahre findet ein Bundeskongress, die Jornadas Hispánicas, statt.

Literatur Daniela Caspari: Fremdsprachenlehrerinnen und Fremdsprachenlehrer. Studien zu ihrem beruflichen Selbstverständnis. Tübingen 2023. Andreas Grünewald/ Lutz Küster (Hrsg.): Fachdidaktik Spanisch. Handbuch für Theorie und Praxis. 2. Aufl., Klett, Stuttgart 2017. Marcus Bär / Manuela Franke (Hrsg.): Spanisch-Didaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Cornelsen, Berlin 2026.

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