mini|Damm und Stauraum von Osten

Der Semmelwieser Teich ist eine historische Talsperre südsüdwestlich des Stadtgebietes von Clausthal-Zellerfeld. Er wurde im Zusammenhang mit dem Oberharzer Wasserregal von Oberharzer Bergleuten im 18. Jahrhundert angelegt. Wie alle Oberharzer Teiche ist auch der Semmelwieser Teich seit dem Jahr 2010 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Lage Der Teich liegt etwa 2,5 Kilometer südwestlich des Stadtkerns des Ortsteiles Clausthal und zwei Kilometer nordwestlich des Ortsteiles Buntenbock. Etwa 500 m östlich der Anlage verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 241. Gespeist wird die Stauanlage von einem namenlosen Bach, der im trockenen Sommer auch trocken fallen kann. Etwa 750 m unterhalb liegt der Haderbacher Teich. Unterhalb des Haderbacher Teiches fließt das Wasser in die Innerste und wird nach etwa weiteren 15 Kilometern noch einmal durch die Innerstetalsperre aufgestaut.

Beschreibung

Der Staudamm wurde 1743 als Erdbauwerk, das heißt mit einer Erd- und Felsschüttung, erstellt. Das Dammschüttmaterial wurde örtlich gewonnen und ist von überwiegend steiniger Substanz. Die Dammdichtung wurde aus Rasensoden hergestellt und ist in der Dammmitte angeordnet. Es handelt sich um einen Teich der „Neuen Bauart“.

Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am rechten (westlichen) Hang und besteht aus einer reinen Betonkonstruktion.

Als Entnahmemöglichkeit steht ein Grundstriegel (Grundablass) zur Verfügung. Er ist als Dammstriegel mit Striegelschacht konstruiert; der Schacht mit dem Verschluss befindet sich in Dammmitte. Das Auslaufgerenne besteht aus einem Gussrohr Durchmesser 300 mm, während der Einlauf bis in den Striegelschacht noch als rechteckiges Holzgerenne ausgebildet ist. Das Wasser wird in den Oberen Rosenhöfer Fall eingeleitet, der als mit Betonplatten abgedeckter Graben parallel zum luftseitigen Dammfuß verläuft.

Einzugsgebiet, Wasserwirtschaft

Das 0,30 km² große Einzugsgebiet des Semmelwieser Teiches besteht fast ausschließlich aus Wiesen- und Waldflächen.

Der Teich speiste sein Wasser vornehmlich über Oberen Rosenhöfer Fall die zwei Kilometer nördlich gelegenen Bergwerke im Rosenhöfer Revier, wo es Aufschlagwasser genutzt wurde. Nach Stilllegung der Grube Rosenhof im Jahr 1930 wurde das Wasser bis 1981 dem Wasserkraftwerk im Ottiliaeschacht zur Verfügung gestellt.

Bauwerkshistorie

1938 erfolgte im Zuge der Autarkiebestrebungen im 3. Reich ein Ausbau des Oberen Rosenhöfer Falls zur Erhöhung der Stromerzeugung im Kraftwerk Ottiliaeschacht. Hierzu wurde der entlang der luftseitigen Böschung verlaufende Obere Rosenhöfer Fall in ein ausbetoniertes Gerenne umgewandelt, welches mit Betonplatten abgedeckt wurde. Die Betonplatten wurden alle auf Zeitungspapier gegossen und man konnte noch Jahrzehnte später auf den Unterseiten der Betonplatten in Spiegelschrift alte NS-Zeitungen erkennen.

Die Striegelwiderwaage wurde 1986 erneuert. Eine umfangreiche Sanierung des Striegelhauses erfolgte 1995. Im Jahr 1998 erfolgte eine umfangreiche Untersuchung des Striegelschachtes; die obersten 2,8 Meter des Schachtausbaus aus Eichen-Vollschrotzimmerung wurden erneuert.

Sonstiges

In den Sommermonaten kann Badebetrieb beobachtet werden. Fischereilich ist der Teich an einen örtlichen Angelverein verpachtet. Auch hier gibt es eine seltene Population aus Edelkrebs.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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