mini|Blick auf Filipstad (2013) Filipstad ist ein Hafengebiet in der norwegischen Hauptstadt Oslo. Es befindet sich südwestlich des Stadtzentrums im Süden des Stadtteils Frogner. Das Viertel soll im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts Fjordbyen umgebaut werden.

Lage und Verkehr Das Stadtviertel Filipstad liegt im Südosten des Stadtteils Frogner. Das Hafengebiet befindet sich zwischen den beiden Buchten Pipervika und Frognerkilen. Im Osten grenzen die Stadtviertel Tjuvholmen und Aker Brygge an, im Westen Frognerstranda und im Norden Skillebekk und das Stadtviertel Frogner.mini|Gleisbereich im Norden von FilipstadDurch das Stadtviertel führt die Europastraße 18 (E18). Im Osten von Filipstad befindet sich die Einfahrt in den Festningstunnel, der den Beginn des Tunnelsystems Operatunnel darstellt. Nördlich der E18 befindet sich ein größerer Gleisbereich. Dort liegt ein Instandhaltungswerk von Bane NOR.

Der Großteil des Stadtviertels Filipstad ist Hafenareal und die Küstenlinie ist mit Kaianlagen versehen. Im Süden befindet sich der Filipstadkaia, im Westen der Hjortneskaia.

Geschichte Ausbau zum Hafengebiet Im Jahr 1869 wurde an der Filipstadbukta zwischen Filipstad und Tjuvholmen ein Schwimmbad für Männer errichtet. Da in die Bucht Abwasser aus dem Filipstadbekken (auch Munkedamsbekken) geleitet wurden, war die Wasserqualität schlecht und die anliegenden Strände verunreinigt. In den 1870er-Jahren wurde deshalb der innere Abschnitt der Bucht zugeschüttet.

Im Jahr 1909 wurde mit dem Bau von Kaimauern an der Küste, dem Filipstadkaia, begonnen. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 1927 abgeschlossen. Mit dem Ausbau des Hafengebiets verschwanden die Bademöglichkeiten. Stattdessen wurde in den 1920er-Jahren ein Schwimmstadion errichtet. Dieses wurde bereits 1932 abgerissen und im Jahr 1933 neu aufgebaut.

Übernahme durch die deutschen Besatzer Von den deutschen Besatzern wurden die Hafenanlagen in Filipstad zum Be- und Entladen von Schiffen genutzt. Unter anderem fand dort der Umschlag von Munition statt. Das Schwimmbad in Filipstad wurde von den Besatzern als Lagerhalle für Sprengstoff genutzt.

Im Februar 1943 legte in Filipstad die Gotenland ab, mit der 158 Juden ins KZ Auschwitz transportiert wurden.

Explosion im Dezember 1943 Am 19. Dezember 1943 kam es in Filipstad bei der Entladung der D/S Selma, die Munition von Dänemark nach Norwegen transportierte, zu einer großen Explosion. Insgesamt detonierten an diesem Tag etwa 1200 Tonnen Sprengstoff und Munition, die in Filipstad gelagert wurden.

Der auf die Explosion folgende Großbrand breitete sich auch in benachbarte Stadtviertel wie Skillebekk aus. Insgesamt wurden 405 Gebäude beschädigt oder zerstört. Rund sechs Hektar des Hafenareals wurden vollständig zerstört. In ganz Oslo wurden durch die Explosionen Fenster beschädigt.

Auf norwegischer Seite kamen 45 Personen ums Leben und 400 Personen wurden verletzt. Unter den Todesopfern befanden sich fünf Feuerwehrmänner. Schätzungen gehen davon aus, dass auf deutscher Seite zirka 75 Personen getötet wurden.

Es ist unklar, ob es sich um ein Unglück oder das Ergebnis von Sabotage handelte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mini|Color Line in Filipstad Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Filipstad weiter als Hafenterminal genutzt. Unter anderem hatte der Eisenbahn-Staatsbetrieb Norges Statsbaner lange ein Güterverkehrszentrum in Filipstad und auch die Reederei Wilh. Wilhelmsen war dort tätig. Die Color Line legt bei ihrer Route Kiel–Oslo am Hjortneskaia im Westen von Filipstad an.

Geplanter Umbau Filipstad soll, wie andere Gebiete entlang des Oslofjords, im Rahmen des Stadtentwicklungsprojekts Fjordbyen in ein Wohnviertel umgebaut werden. Im Zuge dessen soll die Europastraße 18 (E18) in Filipstad in einen Tunnel verlegt werden.

Für die X-Games Oslo 2016 wurde in Filipstad eine Skatehalle errichtet. Im Jahr 2018 wurde der angrenzende Trettenparken eröffnet. Der Park ist rund 500 m² groß.

Name Das Stadtviertel wurde nach dem Anwesen am Munkedalsveien 62 benannt. Der dortige Kräutergarten gehörte in der Mitte des 17. Jahrhunderts dem Apotheker Philip Moth, der die Svaneapoteket an der Karl Johans gate im Zentrum von Oslo betrieb.

Weblinks

Filipstad im Oslo byleksikon (norwegisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Frogner Kategorie:Stadtviertel von Oslo